Zufallsfotos vom Nikolaut - The Inner Cirle (T.I.C) / Mülheim a.d. Ruhr (06.12.2013) -

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Nikolaut

Nikolaut
Pünktlich zum Nikolaustag gab es im Mülheimer T.I.C. ordentlich was auf die Ohren: Das Nikolaut Winter Rock Festivalging in die dritte Runde um dem partyfreudigen Publikum kräftig einzuheizen. Wer nicht die letzten hundert Jahre Moos lutschend unter einem Stein verbracht hat oder zumindest wenigstens ein bis zweimal auf dem Dong Open Air gewesen ist, dürfte mit allen gelisteten Bands zumindest namentlich etwas anfangen können. Allesamt Stimmungsgranaten, keine Frage.
Das T.I.C. aka The Inner Circle in Mülheim an der Ruhr ist bequem mit der Bahn zu erreichen, die Anreise war also relativ unproblematisch. Auf dem Weg zum Festival lief man dann auch Dong-Bekanntschaften über den Weg. Der Abend fing also schon mal gut an und sollte noch besser werden. Nachdem man am Einlass die Taschenkontrolle hinter sich gebracht hatte wünschten einem die Türsteher noch einen schönen Abend (Huch! Freundliche Türsteher!). Ohne zu viel Vorweg nehmen zu wollen, die Jungs an der Tür haben wohl prophetische Fähigkeiten, denn der Abend war alles in allem doch ziemlich gelungen. Mit Exotoxis ging es los, nachdem zunächst vom Band die Ansage kam dass das Konzert nun beginnen würde. Sehr praktisch, man wusste also immer wann man das Augenmerk gen Richtung Bühne lenken musste. Obwohl das Publikum noch etwas steif war, kam die Band gut an und sorgte für die perfekte Stimmung. Lediglich mehr Publikum hat gefehlt. Die Nichtanwesenden haben jedenfalls etwas verpasst, denn Exotoxis Frontfrau Becky legte sich mächtig ins Zeug.
Künstlerisch fragwürdig wurde es mit der Pornrock Kombo Kamikaze Kings. Texte und Outfits bewegten sich deutlich unterhalb der Gürtellinie und fernab des guten Geschmacks. Nun könnte man noch argumentieren, dass dies ja auch Sinn und Zweck des Pornrock wäre. Jeder steht auf den ein oder anderen zotigen Spruch, aber für mich waren die Jungs einfach zu viel des Guten. Vielleicht war ich auch einfach noch zu nüchtern für die Kapelle. Musikalisch hätte ich die Band vermutlich sogar gut gefunden, wenn ein fähigerer Sänger das Mikro malträtiert hätte, denn am Rest gab es zumindest musikalisch gesehen nicht viel auszusetzen. Pornrock ist eine Musikrichtung die man am besten betrunken erträgt, also tat ich mein Bestes, schaffte es aber nicht rechtzeitig den passenden Pegel zu erreichen. Der Rest der Anwesenden hatte offenbar weniger Probleme mit dem Alkoholausgleich und hatte wesentlich mehr Spaß mit den Kamikaze Kings. Gegönnt sei es ihnen. Fast schon sympathisch: Nach der Show stromerte die Band immer wieder durchs Publikum und verteilte Kondome. 
Wir sind Crossplane und wir spielen Rock n Roll. Besser als Frontmann Celli hätte man es gar nicht zusammenfassen können, denn der Satz ist wesentlich mehr als eine Stilbeschreibung und Hommage an Lemmy Kilmisters berüchtigte Konzertansagen. Crossplane, die vor kurzem ihre neue Scheibe „Class of Hellound High“ veröffentlicht haben scheuen den oft gezogenen Vergleich mit den Bandkollegen aus UK nicht sondern kokettieren inzwischen mit der stilistischen Ähnlichkeit, allerdings ohne wie ein stumpfer Motörhead-Abklatsch zu wirken. Die Jungs aus Essen hatten anscheinend ihre ansehendliche Fangemeinschaft mobilisiert, denn es wurde im T.I.C. merkbar voller bevor ein Rok N Roll Gewitter über das Publikum herein brach. An Spielfreude fehlt es der Band jedenfalls nicht und es fällt extrem schwer, sich dem Bann der Kombo zu entziehen. Zu eingängig sind die Songs, die einem zumindest ein Mitnicken entlocken, welches recht schnell zu einem frenetischen Headbangen anwächst. Das Publikum schwitzt, mich dürstet es nach Bier. Geile Show, mehr kann man dazu kaum sagen.
Zu Gunbarrel braucht man eigentlich nicht viele Worte verlieren, denn die Shows der Rock/Metal Band aus Köln laufen eigentlich immer ziemlich gleich ab: Vollgas von Anfang an und ohne Kompromisse. Nach dem Crossplane das Publikum schon ordentlich angeheizt hatten, war es für die Jungens von Gunbarrel überhaupt kein Problem das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Der inzwischen nicht mehr ganz so neue neue Frontmann machte eine extrem gute Figur und hat sich anscheinend ziemlich gut in die Band eingefügt. 
Die letzte Band des Abends waren Motorjesus, die natürlich gespannt erwartet wurden. Motorjupp-Chef Chris musste sich vor Kurzem noch einer Herz-Op unterziehen und so waren natürlich alle gespannt wie ein Flitzebogen, ob der Jung auf der Bühne noch die volle Leistung bringen kann. Und kann er? Klar. Chris war voll in seinem Element und als wäre nix gewesen, traten Motorjesus ordentlich Arsch und sorgten für einen gelungenen Abschluss des Nikolauts. 
Fazit: Absolut geniales Festival mit schickem Billing und geschmeidigen Preisen. Davon kann sich so manch ein Veranstalter eine dicke Scheibe abschneiden. Sogar eine Fotoecke wurde eingerichtet. Einziger Minuspunkt war in unseren Augen, dass die Küche des T.I.C. geschlossen hatte, aber da kann man locker drüber hinweg sehen. Wir kommen gerne wieder.