Black
Als wir kurz vor 19 Uhr im Helvete ankamen war die Stimmung noch super. Der Abend versprach drei Bands, von denen wir zwei schon kannten und als Stimmungsgaranten erlebt haben und mit In Weak Lights einen Newcomer, an den wir zumindest gehobene Erwartungen hatten. Den ersten Dämpfer bekamen wir allerdings schon als wir in den Keller des Helvete hinab stiegen. Unten herrschte aufgrund der extremen Verbrennung von Tabak eine dermaßen beschissene Luft, dass einem die Lust auf Party relativ schnell verging. Dazu kam noch, dass sich der Beginn des Konzertes ein wenig nach hinten verschob, da anscheinend noch nicht allzu viele Gäste –trotz des freien Eintritts - den Weg ins Helvete gefunden hatten. Vermutlich war woanders die Luft besser, man weiß es nicht.
Nunja, die Bands können ja nichts dafür. Wie gesagt, an In Weak Lights hatte ich große Erwartungen, schließlich hat zumindest der Shouter Joshua der Essener Combo als Sohn von Grave Violator (Ex-Sodom, Wortmord) den Metal schon mit der Muttermilch aufgesogen und konnte sein Talent schon mit seiner ersten Band Caskat unter Beweis stellen. Die Jungs traten auf der Bühne ordentlich in den Arsch des Publikums und sorgten für eine aggressiv gute Stimmung beim in sehr kurzer Zeit sehr bierseeligen Publikum. Qualitativ gab es an der Performance nix zu meckern, außer vielleicht der Tatsache, dass man permanent Störgeräusche vernehmen konnte und der Sound nicht wirklich gut war. Auf die Dauer war das etwas nervig und man bekam schnell den Verdacht, dass der Mensch der im Helvete das Mischpult bedient wohl sein Handy neben selbigem abgelegt hat. Sowas erwartet man vielleicht bei einem Jugendheimkonzert, aber nicht in einer Lokation wie dem Helvete –oder etwa doch? Josh, Alleister und Co. machten Bock auf mehr, der Typ der in der ersten Reihe seinen Pimmel rausholte nicht. 
Nach einem kurzen Changeover (mit lustigen Handy-Störgeräuschen) stürmten The Very End die Bühne im Helvete und sorgten zunächst erst einmal für Verwirrung. René, der zuvor noch im Publikum gesichtet wurde, fehlte an der Gitarre. Ersetzt wurde er durch Dennis Baron der Essener Thrash Combo Final Depravity. Das Rätsel wurde schnell gelöst, René muss kurzeitig pausieren, wird aber in Kürze wieder voll einsatzbereit sein. Trotz Ersatzmann bekam man von The Very End das volle Brett geboten, wobei die Drums den ganzen Gig über permanent hässlich klackten. Von Flatline bis A Hole in the Sun, die Band um Björn Goosses zockte sich durch ihr ganzes Portfolio und überzeugte, wenig überraschend, auf der ganzen Linie. Auch Ersatz-Klampfer Dennis machte eine gute Figur und integrierte sich dermaßen gut in die Bandperformance, dass man den Eindruck gewinnen könnte er wäre schon von Anfang an mit dabei gewesen. 
Zumindest für uns war beim Headliner dann die Luft raus. Im Keller hielt man es kaum noch aus und auch tontechnisch war das ganze eher ein Griff ins Klo, zumal die Probleme mit dem Schlagzeug einfach nicht in den Griff zu bekommen waren. Vermutlich kommt dazu auf meiner Seite auch noch, dass ich eher die folkig-zünftigen Songs von Black Messiah besser finde und auch eher mit der Kapelle verbinde. In Punkte Bühnenpräsenz wurden die Herren jedenfalls von The Very End locker an die Wand gespielt. 
Für kommende Konzerte kann man schlussendlich nur Raten einen Bogen um das Helvete zu machen, dann klappts auch mit dem Sound und eine professionelle Location (zum Beispiel das nächste Jugendheim) aufzusuchen. Okay, der Gig war kostenlos und sicher eine super Sache um Leute in die Lokalität zu ziehen, kostenlos gibt es aber woanders auch. Ohne Handystörgeräusche.
Schade für die guten Bands und die Musik.