Zufallsfotos vom Amorphis in Köln - Essigfabrik, Köln (05.11.2013 bis 00.00.0000) -

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Amorphis "Circle Tour"

Am Dienstag den 05. November fanden sich die Metalfans Kölns in der Essigfabrik ein, um einem Konzert der „Circle Tour“ der Finnen Amorphis beizuwohnen. Da es das Eröffnungskonzert der Tour war, war das Interesse noch ein wenig größer als sonst, denn es war eine der ersten Möglichkeiten sich von den Livequalitäten der neuen Songs zu überzeugen. Mit ihrer aktuellen Scheibe „Circle“ (Veröffentlichung: 19. April 2013) schafften es Amorphis zum dritten Mal in Folge auf Platz 1 der finnischen Albumcharts und auch in Deutschland waren die Reaktionen der Fachpresse zum größten Teil positiv. Nun blieb abzuwarten, ob die Songs auch live ordentlich Stimmung bringen. Bevor die Mannen um Tomi Joutsen die Bühne betraten wurde diese von den US-Amerikanern Starkill geentert. Die aus Chicago stammende Band besteht aus Mike Buetsch (Bass), Spencer Weidner (Schlagzeug), Charlie Federici (Gitarre) und Parker Jameson (Gesang, Gitarre) und hat Ende April diesen Jahres mit „Fires of Life“ ihr erstes Album veröffentlicht.

Rund 45 Minuten Spielzeit hat man dem Quartett zugestanden, sodass sie genügend Möglichkeiten hatten das Kölner Publikum von ihrem Können zu überzeugen. In einigen Teilen der Essigfabrik, insbesondere in den vorderen Reihen, gelang dies auch sehr gut und die Band konnte Headbanger und gereckte Fäuste und Pommesgabeln verbuchen. Richtig zünden konnte die Mucke allerdings nicht, was möglicherweise daran lag das sie stilistisch nicht 100% zu den atmosphärischen Songs des Headliners passten.

Nichtsdestotrotz lieferte die Band eine ordentliche Leistung ab und konnte den einen oder anderen Fan neu dazu gewinnen. Neben einem kleineren technischen Problem, was laut Frontmann natürlich zur Show gehörte, war das einzige Manko das Fehlen eines Keyboarders, sodass die entsprechenden Melodien nur vom Band kamen.

Geschickt wurde in den Ansagen auf ein bald kommendes Musikvideo zum Song „Sword, Spear, Blood, Fire“ hingewiesen, sodass man gespannt sein darf, was da noch kommt. Gegen Ende des Gigs liefen die Kölner noch einmal zur Höchstform auf und präsentierten zu „Whispers Of Heresy„ einen Moshpit, bevor Starkill die Bühne für Amorphis räumten.

Setlist Starkill
New Infernal Rebirth
Immortal Hunt
Fires Of Life
Below The Darkest Depths
Strenght In The Shadow
Sword, Spear, Blood, Fire
This Is Our Battle, This Is Our Day
Whispers Of Heresy

Nach einer Umbaupause war es dann soweit und Amorphis betraten die Bühne der Kölner Essigfabrik und schon beim Intro zeigten sich die Besucher begeistert. Mittlerweile war es recht voll geworden und das Publikum klatschte eifrig, als mit „Shades of Gray“ vom aktuellen Album „Circle“ der Auftritt begonnen wurde.

Wer Amorphis kennt war vermutlich irritiert, denn Sänger Tomi Joutsen hatte nicht sein auffälliges Mikrofon, sondern nutzte ein normales. Warum, immerhin schien es im Gepäck gewesen zu sein da es am Tag darauf in Bochum zum Einsatz kam, ist nicht klar. Außergewöhnlich war dafür sein Mikrofonständer der wie aus beliebigen auf dem Schrottplatz gefunden Objekten zusammengeschweißt aussah.

Tomi Joutsen (Gesang), Tomi Koivusaari (Gitarre), Esa Holopainen (Gitarre), Niclas Etelävuori (Bass), Santeri Kallio (Keyboard) und Jan „Snoopy“ Rechberger (Schlagzeug) wissen wie man perfekt Melodie und Härte kombiniert um ein einzigartiges Erlebnis (sei es auf Platte oder live auf der Bühne) zu erzeugen. Insbesondere Tomis Gesang ist einfach erstklassig.

Man fokussierte sich bei dem Konzert auf die Musik und verzichtete auf großartige Ansagen oder unnötige Mitsingspiele. Auch besondere visuelle Effekte (wenn man mal von den imposanten, beim Headbangen herumwirbelnden, Dreadlocks des Sängers absieht) brauchen Amorphis nicht um auf ganzer Linie zu überzeugen.

Über die Setlist lässt sich bei mittlerweile elf Studioalben natürlich streiten. Liebhaber der Klassiker stehen den neueren Fans gegenüber, denn das Material reicht locker für eine ganze Konzertserie. Amorphis schafften es aber einen guten Querschnitt durch ihre Diskografie zu spielen, sodass keiner unzufrieden nach Hause gehen musste. Dass der eine oder andere gewünschte Song nicht gespielt werden konnte, lies sich  einfach nicht vermeiden. Spätestens bei „The Smoke“ feierten aber alle Fans gemeinsame die Musik und klatschen eifrig mit.

Es war ein tolles Konzert mit einer genialen Hauptband und einer nicht zu verachtenden Supportgruppe, was allen Beteiligten großen Spaß gemacht haben dürfte und somit als voller Erfolg zu werten ist.

Setlist Amorphis
Shades of Gray
Narrow Path
Sampo
Silver Bride
Against Widows
The Wanderer
My Kantele
Thousand Lakes
Drowned Maid
Nightbird's Song
The Smoke
You I Need
Hopeless Days
Black Winter Day
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Skyforger Intro
Sky Is Mine
Into Hiding
House of Sleep