Nord
Vom 25. Juli 2013 bis zum 26. Juli fand das diesjährige Nord Open Air direkt gegenüber vom Café Nord am Viehofer Platz in Essen statt. Für die zwei Tage hatten Marco und Verena vom Nord ein ordentliches Programm aufgestellt. Am Freitag lag der Fokus eindeutig auf den Musikrichtungen Hardcore und Crossover während man für den Samstag ein klar metallastiges Programm zusammengeklöppelt hatte. So konnten die unterschiedlichen Interessengruppen sicher sein, dass sich ein Besuch lohnt und es gab nicht so eine Dynamik auf dem Gelände wie wenn das Programm wild gemischt worden wäre. Neben erstklassigen Acts wurde natürlich auch für das leibliche Wohl gesorgt. Futter gab es unter anderem von Untervegs die wie immer mit veganem / vegetarischen Döner überzeugen konnten so dass sich vor deren Wagen nicht nur einmal eine ordentliche Schlange bildete. Zusätzlich konnte man sich bei der Affenhitze die vorherrschte mit unverschämt günstigem Hopfensaft befüllen. Warten musste man nicht lange, der Preis stimmte und kalt war das Zeug auch. Beste Voraussetzungen also für ein bombastisches Festival. Den Einstieg am Freitag machten The Doomsayer die mit ihrem Hardcore-Sound bereits für eine ordentliche Stimmung sorgten obwohl das Gelände noch sehr dürftig gefüllt war. President Evil packten dann noch eine Schippe drauf und passten mit ihrem derben Rock dann doch eher in mein Beuteschema. Astrein was die Bremer da ablieferten bevor es mit Dog Eat Dog wohl an eines der Pseudo-Highlights des Wochenende ging. Vorweg: Die Stimmung bei Dog Eat Dog war großartig, allerdings zeigte sich auch warum die Jungs inzwischen mehr oder weniger in der Versenkung verschwunden sind. Man hatte deutlich das Gefühl in den 90ern steckengeblieben zu sein. Dazu kam noch das Frontmann John einfach zuviel quatschte und nicht müde wurde zu betonen dass man ja keine Zeit hätte. The Crimson Ghosts machten dann das was Dog Eat Dog falsch machten wieder gut. Geiler Metal und viel wichtiger ein charismatischer Sänger sorgten für eine fette Party vor der Bühne bevor es mit Akkustikgitarren-Songwriter-Mukke von Louise Distras weiterging. Musikalisch überzeugend, nett anzusehen. Aber irgendwie wirkte Louise auf dem Nord Open Air zwischen den ganzen Metal und Hardcore –Acts etwas fehl am Platz. Schade, denn mir hat ihr Auftritt sehr gefallen. Nach den eher ruhigen Tönen, gab es dann von Born From Pain ordentlich auf die Fresse. So war es auch keine große Überraschung dass sich schnell ein amtlicher Moshpit für der Bühne bildete. Man kann über Born From Pain sagen was man will... Wie man das Publikum anstachelt wissen die Jungs jedenfalls. Nach den brachialen Klängen ging es dann punkig aber nicht weniger stimmungsvoll mit den Street Dogs weiter bevor dann Madball den amtlich ausklingen ließen.

Die wenigsten Metaller dürften Samstag ein Problem gehabt haben rechtzeitig zum Viehofer Platz zu wackeln, denn beim Publikum vom Freitag war eher die Hardcore-Szene vertreten. Für die Metalheads jedoch schlug samstags die Stunde der guten Musik. Aardvarks, die Erdferkel vom Niederrhein legten ordentlich los und Sänger Guido war sichtlich gutgelaunt und gab den ein oder anderen flotten Spruch zum Besten vor und nachdem man technisch einwandfreien Deathmetal präsentierte. Hier und da hätte ich mir etwas mehr Geschwindigkeit gewünscht, aber der Band war es wohl, genauso wie den Besuchern, viel zu warm. Diablo Blvd. sorgten anschließend für eine rockig metallische Abwechslung, die stark an Bands wie Volbeat erinnerte ohne dabei jedoch wie eine stumpfe Kopie zu wirken. Das Konzept ging auf und so sorgten die Jungs aus Belgien für perfekte Konditionen für die Lokalmatadore von Harasai. Anscheinend gab es einen Besetzungswechsel bei den Melodeathern, denn das Gesicht an der zweiten Gitarre gehörte nicht zu Patrick. Dennoch legten die Jungs ordentlich vor und Frontsau Martin demonstrierte wie energiegeladen Metal sein kann. Man hatte förmlich das Gefühl das der Frontmann schon die ein oder andere Palette Monster Energy intus hatte. Harasai machten definitv Party. Genau so energiegeladen führten die Powermetaller Alpha Tiger die Show fort. Zwar erinnert das Bühnenoutfit eher an die Biene Maja, als an einen zornigen Tiger, der Stimmung tut das aber keinen Abbruch. Die Jungs wetzen über die Bühne und Frontbiene (sorry) Peter posed was das Zeug hält. Die Jungs aus dem Osten sind definitiv ein Garant für gute Laune und haben zu recht einen so guten Platz im Billig bekommen. Etwas oldschooliger geht es mit Seventy Seven aus Spanien weiter. Die Jungs aus Katalonien haben schon auf dem Rock Hard Festival bewiesen, dass man sich ohne weiteres bei AC/DC bedienen darf solange man das technisch einwandfrei und mit viel Spielfreude tut. Bei den Brüdern Valete ist dies ganz klar der Fall und so begibt sich der hyperaktive LG wie schon auf dem Rock Hard auf eine kleine Tour auf das Dach der Bühne und durch das Publikum, bevor er die Bühne wieder betritt. Arschtreter-Hardrock ohne Kompromisse und das Publikum frisst den Jungs aus der Hand. Nach Seventy Seven dauerte es nicht lange bis Suidakra die Bühne enterten. Schon im Vorfeld konnte man die Jungs immer wieder über das Gelände flitzen sehen. Die Jungs hatten natürlich einige Songs ihres aktuellen Albums im Gepäck und auch Sängerin Tina durfte nicht fehlen und sorgte mit ihrer Stimme für die ein oder andere Gänsehaut. Evocation waren nicht so mein Ding und kamen etwas langweilig rüber. Solange es dem restlichen Publikum aber gefallen hat können die Deather das wohl dennoch als Erfolg für sich verbuchen. Highlight des Tages war aber ohne Frage der Auftritt der Apokalyptischen Reiter. Die Jungs die irgendwo zwischen Knorkator und Pur angesiedelt sind schafften es ohne Probleme das Gelände bis zum bersten zu füllen. Absolut unfassbar wie viele Menschen auf den Platz passen. Zwischenzeitlich wurde es so voll, dass das Gelände geschlossen werden musste. Kurz gegen Ende schickte man noch ein Schlauchboot mit zwei mutigen Damen über die Menschenmasse.
Alles in allem war das Nord Open Air ein voller Erfolg. Auch wenn der Sound nicht immer optimal war, war doch für jeden etwas dabei und es gab eigentlich auch keine nennenswerten Vorfälle die negativ herausgestochen wären. Lobend zu erwähnen wäre zu guter Letzt dann noch die Security von CCS. Wie immer hochprofessionell und sehr freundlich. So macht feiern Spaß!