Rage
Das Rage Against Racism ist schon seit Jahren eine etablierte Größe im Bereich der Umsonst und Draußen Festivals in Duisburg. Auch in diesem Jahr hatten sich die Organisatoren den Kampf gegen den Rassismus auf Ihre Fahnen geschrieben und dafür eine ganze Reihe hochkarätige Bands auf das kleine Festival eingeladen. Den Anfang machten die Trasher Enemy Within die zwar meiner Meinung nach schon mal mehr geknallt haben, aber das mag auch der Abmischung geschuldet gewesen sein. Stil sicher präsentierten sich die Lokalpatrioten in MSV-Trikots um Solidarität mit dem strauchelnden Duisburger Sportclub zu zeigen. Die Stimmung war gut und obwohl sicher noch eine Reihe mehr Leute auf das Gelände gepasst hätten, hatte man nie das Gefühl das es zu leer wäre. Sacred Gate schafften es dann leider nicht die Messlatte zu halten, die Enemy Within vorgelegt hatten. Das Ganze wollte nicht so richtig zünden, was vermutlich auch am Gesang lag, der gelegentlich etwas kraftlos und neben der Spur daher kam. Mit Words of Farewell zog die Stimmung im Publikum wieder deutlich an. Die Melo-Death Kapelle aus Münster überzeugte auf ganzer Linie obwohl das Bühnenoutfit für diesen Musikstil etwas eigenwillig war. Rockiger wurde es dann mit Blood God, dem Hard Rock Spinoff von Debauchery. Ähnlich blutig wie bei Debauchery geht es natürlich auch bei Blood God zu. Das funktioniert ganz gut ohne sich mit dem AC/DV lastigen Sound zu beißen. Auch eine Feuerspuck-Einlage bekam man geboten. Coole Show, coole Mucke! Wesentlich brachialer durfte Herr Gurrath sich dann beim Nachfolgenden Gig präsentieren. Die Brutalo-Death Kapelle Debauchery stand nämlich auch noch auf dem Programm und bildete natürlich mit Bloodbabe einen gelungenen Abschluss des ersten Tages. 

Los gings am 2. Tag mit dem sensationellem Musikcorps Hohenbudberg. das sicherlich als ein Hommage an das Wacken Open Air gedacht war. Klar jetzt kann man natürlich ganz laut schleichende Wackenisierung bemängeln, aber die Darbietung kam bei den ersten Anwesenden gut an. So wurden unter anderem Songs wie „ An Tagen wie dieser" dargeboten. Nach diesen Stimmungskanonen sollten es Divine Zero schwer haben – natürlich nicht. Diese präsentierten klassischen Melodic-Death Metal mit Thrash Einflüssen. „Wir stimmen jetzt mal unsere Gitarren tiefer um mit den jungen Bands mitzuhalten". Doch derartige Anbiederungen hat die routiniert auftretende Band nicht nötig. Die zweite Band des Tages, Backfired Hate, Aus Heiligenhaus gingen urpsprünglich aus Damage Done hervor. Die Band um die Beiden Brüder am Gesang und Gitarre bietet frischen Death Metal mit Hardcore Einflüssen sowie unaufdringlichen und einprägsamem Klargesang. Das Gelände um die Mühle füllte sich recht schnell obwohl das Wetter ziemlich durchwachsen war und es insgesamt nur 5 gefühlte Sonnenminuten gab.Ohne Schnörkel , Ohne Nieten und fast ohne lange Haare ging es dann mit ERRADICATOR weiter. Auch hier gab es wieder ein Familienunternehmen zu bewundern. Ziemlich routinierten und coolen Old Scool Thrash – kein Wunder startete man doch bereits vor über 10 Jahren im zarten Alter von 16 Lenzen. Der Shouter von Palace erinnerte irgendwie an Udo Dirkschneider und auch die Mukke des Quartetts aus Speyer erinnert an Teutonenstahl wie Accept, Grave Digger oder die ganz frühen Running Wild. Mit im Gepäck hatte man diverse coole Headbang-Nummern die zum ersten Mal für vermehrte Bewegung sorgten. Eine noch Junge Truppe mit erheblichen Potenzial sind Blood Of God (nicht zu verwechseln mit Blood God) aus dem Pott die offenbar gerade in Duisburg einige fanatische Anhänger dabei hatte. Das erklärt dann auch die aufgeschürften Unterarme der Mosher aus den ersten Reihen. Serviert bekamen die Duisburger zu Grillwurst und Bier groovigen Melo- Thrash mit ausgedehnten Hüpfparts. 

Alles in allem war das diesjährige Rage wieder ein sehr gelungenes Festival, mit günstigem Bier, freiem Eintritt und diversen guten Bands die für ordentlich Stimmung sorgten. Sogar Festivalbändchen gab es dieses Jahr. Einziger Wehmutstropfen war die Security, die offensichtlich nicht wirklich Konzerterfahrung hat. Anders kann ich es mir nicht erklären, das Crowdsurfer aus dem Graben geschubst werden, oder Festivalgästen das Bier aus der Hand (und ins Publikum) geschlagen wird. Im nächsten Jahr sind wir natürlich wieder dabei, wenn es hoffentlich zu einer Neuauflage des grandiosen Festiva