Zufallsfotos vom Crashdiet "The Savage Playground" Tour in Kerkrade

Weitere Fotos vom Konzert gibt es hier->

Crashdiet "The Savage Playground" Tour

Für die schwedischen Sleazerocker von Crashdiet sind Schicksalsschläge kein Fremdwort. Nach dem tragischen Freitod von Sänger Dave Lepard verstarb nun im Verlauf der bislang größten Tour der Bandgeschichte Manager und Freund Michael Sundén.Trauer und Geldproblemen zum Trotz bot die Band ihren Fans eine Reihe von sehr energiegeladenen und gelungenen Konzerten.

Opening-Act im Rock Temple in Kerkrade waren die Italiener Fallen Mafia, die mit treibenden Gitarren und der kräftigen Stimme ihrer Sängerin überzeugen konnten. Sleekstain aus Frankreich schafften es bereits nach wenigen Songs, einen Teil des insgesamt eher schwierigen Publikums mit ihren eingängigen Riffs für sich zu gewinnen. Vor allen Dingen Sänger Ryff Raff bestach mit seiner einzigartigen Stimme und einer energetischen Bühnenshow.

Ein großer Teil des Publikums mag Sister als zweiten Headliner der Tour gesehen haben und diesen Erwartungen stand die Band in Nichts nach. Von Sister ist man wilde und rebellische Bühnenshows gewohnt und an dieses Erfolgsrezept hielten sie sich auch in Kerkrade. Neben altbekannten Songs wie „Hated“, „Body Blow“ und „Spit on me“ spielten die Schweden auch den neuen Song „Slay Yerself“. Einen ruhigen Moment bot einzig die Ballade „Would you love a Creature“.

Crashdiet boten den Fans ein Set aus 14 Songs, welche beinahe die gesamte Schaffensperiode der Band abdeckten. Neben einigen Songs vom aktuellen Album „The Savage Playground“ durften auch alte Klassiker wie „Generation Wild“, „Riot in Everyone“ und „Queen Obscene“ nicht fehlen.

Simon Cruz hat sich mittlerweile gut in die Rolle des Sängers und Frontmannes eingefunden. Auch bei den Songs, die noch für Gründer Dave Lepard geschrieben wurden konnte er das Publikum stimmlich überzeugen und lässt die Kritiker mehr und mehr verstummen. Von seiner Kopfverletzung, die aus einem Sturz vor einigen Wochen resultierte ließ er sich während der gesamten Show kaum etwas anmerken und gab sich nicht weniger energiegeladen als sonst. Auch den anderen Bandmitgliedern merkte man die Müdigkeit kaum an, die sie nach einer beinahe drei Monate dauernden Tour deutlich spüren mussten. Stattdessen wurde eine Stunde und fünfzehn Minuten ausnahmslos alles gegeben. Besondere Highlights der Show waren neben den bereits genannten Klassikern auch "Chemical", "Circus" und "Breaking the Chainz". Den Schweden gelang es ohne große Probleme, das müde Publikum wachzurütteln bis auch der letzte Zuschauer mitrockte. Mit düsterer Atmosphäre und einem ausgedehnten instrumentalen Zusammenspiel zwischen Gitarrist Martin Sweet und Bassist Peter London fesselte das sieben minütige „Garden of Babylon“ das Publikum und zeigte deutlich die Vielseitigkeit des neuen Albums. Großes Finale der Show war der Song „Cocaine Cowboys“, bei dem Martin Sweet zunächst auf eine Akkustikgitarre zurückgriff bevor sich schließlich alle noch ein letztes Mal alle die Seele aus dem Leib rockten und ein durchweg begeistertes Publikum zurückblieb.

Die „The Savage Playground“ Tour mag aus finanziellen Gründen in vielen Bereichen auf das Wesentliche reduziert worden sein, konnte jedoch in anderen, relevanteren Bereichen deutlich überzeugen. Musikalisch und vor allen Dingen stimmlich war sie wohl die professionellste Tour, die diese Band ihren Fans bisher geboten hat.


Setlist Crashdiet:
Change the World
Circus
So Alive
Chemical
Rebel
Carlifornia
Garden of Babylon
Breaking the Chainz
Riot in Everyone
Anarchy
Down with the Dust
Queen Obscene
Generation Wild
Cocaine Cowboys