I’m the best and the devil is a loser!

Es ist ein herrlicher Donnerstag im angehenden Frühling und die Schlange, welche sich vor der Kölner Essigfabrik bildet, genießt die letzten Sonnenstrahlen, die man noch schnell vor dem Einlass erhaschen kann.

Zügig betritt man den Konzertsaal und wird wenige Minuten später schon von der ersten Vorgruppe in Empfang genommen. Die vier Kanadier von Reverse Grip bezeichnen sich selber als „Super High Energy Hard Rock Band“ und setzen sich aus den Brüdern Dru (Gesang), Sean (Gitarre) und Dylon Broda (Drums), so wie Kramer White (Bass) zusammen.

Als sie mit ihrem ersten Song starten, wabert eine Welle von Nostalgie durch die Menge und versprüht einen angenehmen Scharm. Zumindest beim Publikum, welches das 28. Lebensjahr bereits überschritten hat. Denn wie einst Axel Rose (Guns’N’Roses) hüpft und post Dru über die Bühne und singt sich die Seele aus dem Leib.

Gemeinsam bieten die Jungs einen netten und sanften Einstieg, in einen vielversprechenden Abend und findet dabei auch bei den jüngeren Zuschauern Gehör.

Setlist Reverse Grip
01. Enjoy The Chaos
02. Tease Me
03. Dancing On A Bullet
04. The Fire
05. Sold My Soul
06. Quick & Dirty
07. You´re Going Down
08. Nasty Reportation


Nach einer winzigen Umbaupause geht es heute weiter mit den Lokalmatadoren aus Burscheid, Tri State Corner. Diese Band ist ein Phänomen für sich. Die fünf Musiker, die unterschiedlicher nicht sein könnten, kreierten ihren ganz eigenen und unnachahmlichen Stil aus einer ausgewogenen Mischung aus Metal, Rock, Blues und Folk, mit Wurzeln aus verschiedenen Ländern und Kulturen der Erde.

Eine absolute Besonderheit stellt hierbei ein außergewöhnliches Instrument dar. So findet man nicht nur das typische Ensemble aus Schlagzeug (Chris), Gitarre (Christoph, Janni) und Bass (Markuz), sondern auch eine Bouzouki (Janni), welche einen fester Bestandteil der griechischen Musikkultur darstellt.

Sofort beginnt Sänger Lucky den Kontakt mit dem Publikum aufzubauen. „Wir sind verpflichtet euch aufzuwärmen und so etwas ist immer mit Bewegung verbunden. Jetzt denken sich viele: Warum sollen wir da mitmachen? Wir kennen die doch gar nicht! Aber ihr werdet mitmachen, ob ihr wollt oder nicht. Wenn ihr es wollt, dann ist es natürlich einfacher.“ Die Zuschauer lachen. Wunderlicher Weise scheint diese Art wirklich zu zünden, denn Sekunden später klatscht und singt fast jeder ausgelassen herum.

So dauert es nicht lange und Band und Publikum befinden sich in einem bemerkenswerten Dialog, bei dem der Spaß auf beiden Seiten mehr als sichtbar ist. So angeheizt ist das Publikum nun bereit für den nahenden Höhepunkt des Abends.

Setlist Tri State Corner
01. Historia
02. Katastrophy
03. Nothing At All
04. Sooner Ore Later
05. Sleepless
06. Native
07. My Saviour
08. Ela Na This
09. I Swear
10. Sudden
11. Tri State Corner
12. Yesterday’s


Schlagartig wird es dunkel und ein unheimlicher Nebel senkt sich von der Bühne herab, als endlich das Lordi-Intro eingespielt wird! Eindrucksvoll betreten die Gruselrocker einzeln die Bühne, lassen sich bejubeln und beziehen Stellung.

Als sie die ersten Klänge schmettern, beginnt die Menge ohrenbetäubend zu jubeln. Dieser lautstarke Tumult lässt die Tontechnik hoffen, das ausgefallene Mikro von Sänger Tomi „Mr. Lordi“ Putaansuu fällt nicht auf. Zum nächsten Song ist der Defekt dann halbwegs im Griff und die Show kann richtig starten.

Glücklicher Weise kommt es bei den Gewinnern vom Eurovision Song Contest 2006 ja auch mit auf die aufwendigen Kostüme, die reichhaltige Deko und die Aktion an. Hierbei werden die Fans natürlich nicht enttäuscht. Die berühmte Pyroshow fällt zwar diesmal etwas spartanisch aus, jedoch bietet die Lokation vermutlich auch nicht die benötigten Voraussetzungen. Doch Lordi wissen sich mit Laserpointern, Nebel, Flashlights, Schaum und einigen Halloweenartikeln zu helfen.

Dabei verlieren im Laufe des Abends die liebliche Hella (Keyboard) und ein mitgebrachter Statist buchstäblich den Kopf. Mit Tjara, Schärpe und Auszeichnung, lässt sich Sänger Tomi, zum Song I‘m The Best, ausstaffieren, wie eine Beautyqueen.

Natürlich bekommt auch jedes Bandmitglied sein persönliches Solo um seine musikalischen Künste unter Beweis zu stellen und das Rampenlicht für sich zu haben. Dies gibt außerdem den anderen die Möglichkeit auf eine kleine Pause, die bestimmt bitter nötig ist. Schließlich ist es schon ziemlich heiß hier drinnen und die Bühnenoutfits sind wohl eher weniger für die sommerlichen Temperaturen kreiert worden. Interessant sind besonders die Darbietungen von Hella und Drummer Mana, die beide erst seit 2012 Teil der Formation sind. Aber schnell beweisen sie sich als würdige Nachfolger für Lady Awa und den leider verstorbenen Otus. Die Fans sind begeistert. Einen letzten und großen Höhepunkt, stellt der Moment dar, in dem Tomi seine riesigen Dämonenflügel ausfährt, die den gesamten Mittelteil der Bühne ausfüllen.

Doch auch die schönste Show hat mal ein Ende und die Künstler haben sich den Feierabend redlich verdient. Zum Abschluss laden Reverse Grip und Tri State Corner noch zum Meet & Greet ein und stehen den Fans für allerlei Firlefanz zur Verfügung, bevor auch der letzte Gast vor die Tür gekehrt wird.


Setlist Lordi
01. SCG 6
02. We´re Not Bad For The Kids
03. Bring Back The Balls ToRock
04. The Riff
05. Who´s Your Daddy?
06. Girls Go Chopping
07. Bloddy Red Sandman
08. Hella Solo
09. Schizo Doll
10. Zombi Rawk Machine
11. This Is Heavy Metal
12. Somethings Wicked This Way Comes
13. Ox Solo
14. It Snows In Hell
15. Mana Solo
16. Supermonster
17. I’m The Best
18. Threatical Trailer ( SCG2)
19. Bring It On
20. Happy New Fear
21. Amen Solo
22. They Only Come Out At Night
23. I Luv Ugly
24. Devil Is A Loser
25. Hulking Dynamo
26. Hard Rock Hallelujah
27. Sincerly With Love
28. Would You Love A Monsterman?