Am 10. November 2012 fand das Abschlusskonzert der „Blitzkreuz“ Tour von Callejon in der Kölner Live Music Hall statt, welches während der Show aufgrund herabfallender Deckenteile abgebrochen werden musste (wir berichteten). Damals kündigte die Band sofort an, dass der Termin nachgeholt werden würde, was letzten Samstag (am 23. Februar 2013) dann auch geschah.

Als Ort des Geschehens hatte man diesmal das Kölner E-Werk auserkoren, zum einen weil man wohl die Live Music Hall meiden wollte (obwohl sie schon kurz nach dem Vorfall wieder den Konzert-/Disco-Betrieb aufnahm) zum anderen weil das E-Werk ein wenig größer ist, sodass noch ein paar zusätzliche Konzertkarten verkauft werden konnten. Die Vorbands für den Nachholabend waren A Tale Of Amity (als Ersatz für Eskimo Callboy) und WassBass.


Der Abend startete wieder mit WassBass, einem Projekt um K.I.Z. Musiker Nico Seyfrid und Grzegorz Olszowka, welches mit einem Mix aus Gabber/Dubstep/Noise und was auch immer nicht so richtig ins Programm zu passen schien. Die Reaktionen der Anwesenden fielen dementsprechend auch sehr unterschiedlich aus. Einige Zuschauer feierten die Musik der „The Germans from the Future“ zwar ordentlich ab, doch der überwiegende Teil konnte mit Songs wie „1000 Kilo Bass“, „Sex auf Toilette“ oder „Gabber Mädchen“ eher wenig anfangen. Dies zeigte sich insbesondere durch die immer wieder aufkommenden „Callejon“-Sprechchöre.


Als nächster Supportact war die Indie-Hardcore Band A Tale Of Amity aus Düsseldorf angereist. Marco (Gesang), Torsten (Gitarre), Petros (Bass), Julian (Schlagzeug) und Nico (Gitarre) bezeichnen sich selber als „die Venga Boys des Hardcore“ und eben diese Partystimmung kann die Truppe auch auf der Bühne präsentieren, was sie erst kürzlich bei Callejons Release-Show zu „Man spricht Deutsch“ im Düsseldorfer Stahlwerk zeigen konnten.

Ähnlich überzeugend traten A Tale Of Amity auch diesmal wieder vor dem Kölner Publikum auf und schafften es dieses in Bewegung zu versetzen. Das Publikum feierte den willkommenen Wechsel des Musikstils von WassBass zu den Düsseldorfer Rockern, sodass diese leichtes Spiel hatten.


Um kurz nach Neun war es dann soweit und ein großes, weißes Blitzkreuz (das Logo von Callejon) leuchtete über der Kölner Bühne und das relativ junge Publikum schrie begeistert auf, als Bastian „BastiBasti“ Sobtzick (Gesang), Thorsten "Totti" Becker (Bass), Bernhard "Bernie" Horn (Gitarre), Christoph „Kotsche“ Koterzina (Gitarre) und Maximilian "Kotze" Kotzmann (Schlagzeug) zu den Tönen von „Blitzkreuz“ die Bühne betraten.

Neben den altbekannten eigenen Songs präsentierten Callejon natürlich auch Lieder ihres kürzlich erschienenen Cover-Albums „Man spricht Deutsch“. Den Anfang machte das Fettes Brot Cover „Schwule Mädchen“, bei dem die Kölner lautstark Mitgröhlqualitäten bewiesen. Auf die tatkräftige Unterstützung konnten Callejon natürlich auch während des ganzen Auftrittes bauen, denn auch als BastiBasi nach „Lass mich gehen!“ einer Wall of Spaß, also einer Wall of Death, verlangte gehorchte das Publikum.

Neben den neuen Songs gab es mit „Snake Mountain“ auch für die Fans der ersten Stunde etwas auf die Ohren. Obwohl es das einzige Lied vom Debütalbum „Willkommen im Beerdigungscafé“ an diesem Abend war, feierte ihn das relativ junge Publikum gebührend und zeigte sich trotzdem textsicher.

Während viele Zuschauer von WassBass als Support nicht begeistert waren, konnte Nico von WassBass bei „Porn From Spain“ dann doch die Meisten von seinen Qualitäten überzeugen, denn die Rap Parts in diesem Metalcoresong sind einfach stimmig und verleiten zum Mitsingen. So verwunderte es nicht, dass auch das Publikum die Combo Callejon feat. Nico gebührend feierte. Für das Tic Tac Toe Cover „Ich find‘ dich scheiße“ bekam Nico noch mehr Verstärkung von K.I.Z. und auch hier war das Publikum begeistert mit von der Partie.

Zu „Zombiefied“ sah man vermehrt Crowdsurfer über den Köpfen der Kölner Zuschauer ihre Kreise ziehen. Lange Zeit war es überfällig, doch vor „Sommer, Liebe, Kokain“ musste BastiBasti natürlich auch ein paar Worte zu dem Vorfall vor einigen Monaten sagen. Er dankte den Fans für die Besonnenheit, mit der sie die Live Music Hall verlassen hatten ohne eine Panik aufkommen zu lassen. Zudem merkte er an, dass das Konzert im Kölner E-Werk das größte Clubkonzert der Bandgeschichte sei.

Mit Bastis persönlichem Callejon Lieblingslied „Kind im Nebel“ verabschiedeten sich Callejon von den Kölner und ließen sie hungrig auf mehr in der Halle stehen. Doch natürlich war es noch nicht vorbei, denn ohne eine Zugabe würden Callejon ihre Fans wohl kaum nach Hause fahren lassen. Spätestens als die ersten Töne von „Vi“ ertönten und BastiBasti mit einem leuchtenden Taucherhelm die Bühne betrat war dies auch dem letzten Besucher klar.

Nach drei Zugaben war es dann gegen Viertel vor Elf endgültig vorbei, das Kölner E-Werk leerte sich so langsam und die sowohl glücklich als auch verschwitzten Fans zogen Richtung Heimat. Der ein oder andere wird sich am Merchandise-Stand noch mit Fanartikeln eingedeckt haben, wobei es ein spezielles T-Shirt für den einen Abend zu haben war.

Es war ein starkes Konzert von Callejon, was den Anwesenden in besserer Erinnerung bleiben wird als das Original...


Setlist Callejon
Blitzkreuz
Dieses Lied macht betroffen
Schwule Mädchen (Fettes Brot Cover)
Atlantis
Und wenn der Schnee...
Bring mich fort
Alles neu (Peter Fox Cover)
Lass mich gehen!
Snake Mountain
Schlagzeug Solo
Porn from Spain (feat. Nico von K.I.Z.)
Koyote U.G.L.Y.
Ich find‘ dich scheiße (Tic Tac Toe Cover, feat. K.I.Z.)
Zombiefied
Sommer, Liebe, Kokain
Kind im Nebel
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Vi (Intro)
Videodrom
Schrei nach Liebe (Die Ärzte Cover)
Porn from Spain 2 (feat. K.I.Z.)