Es sollte ein Abend mit viel Musik werden, zu mindestens suggerierte dies der Eintrag auf der Homepage vom Kölner Bürgerhaus Stollwerk. Zwei mehr oder weniger bekannte Supportacts plus Yellowcard sollten am Abend des 14.02.2013 spielen. Das hört sich doch erst mal nach sehr viel Musik an! Das Konzert war schon vor Wochen ausverkauft, genauso wie jedes der anderen vier Konzerte, die Yellowcard in Deutschland spielen wird.

Doch wie gesagt, zunächst gab es den ersten Supportact Set It Off, eine aus Tampa Florida stammende Band, die an diesem Abend ihr zweites Konzert überhaupt spielten, welches nicht in den Staaten stattfindet. Die Musik klang ein bisschen wie die älteren Emocore Platten, die aus der Amerikanischen Scene bekannt sind, welche durch harte Gitarrenriffs und einer dazu relativ hohen Stimme gekennzeichnet sind. Also nicht unbedingt etwas für jeden Geschmack, dennoch spielten sie eine gute Show, waren stets motiviert und versuchten das Publikum mit einzubinden. Sie spielten insgesamt 6 Lieder und gingen danach mit vielen Danksagungen von der Bühne.

Setlist Set It Off
Thoughts That Breathe
Nightmare
Swan Song
No Control
Dream Catcher
I'll Sleep When I'm Dead
End In Tragedy
@ Reply

Nach einer kurzen Umbauphase war die Band The Blackout an der Reihe, eine ihres Zeichnens nach Post-Hardcore Band, welche aus Südwales stammt. Mit einem schnellen und vor allem lauten Start läuteten sie so die zweite musikalische Runde an diesem Abend ein. Das skurrile dabei war nur, dass anders als man es erwarten würde, der Frontmann nicht auf der Bühne anfing zu singen, sondern sofort in das Publikum sprang und in der Menge verschwand. Es war schon recht interessant zu beobachten, wie er mitten in der Masse einen Teil des Gesangs zu dem Lied beisteuerte und nebenbei ein Moshpit generierte. Multitasking vom Feinsten.

Während des zweiten Songs versuchte Sean Smith, der eben genannte Frontmann, buchstäblich jeden seiner Fans zu erreichen, dabei machte er sogar vor dem Rang keinen Halt. Durch ein interessant aussehendes Klettermanöver konnte er so auch den Rest des Publikums genauer in Augenschein nehmen. Das muss man ihm schon lassen, so wurde der Rest seiner Band, der auf der Bühne auch alles gab, fast zur Nebensache.

Aber zu ihrem dritten Song Children of the Night war die Band dann wieder komplett auf der Bühne und die Show ging ohne jegliche Einbuße des Unterhaltungsfaktors weiter. Viele nette Tricks mit den Mics von den zwei Sängern, sowie viele Emotionen, Crowed surfs und alles was nun mal zu einer guten Rock Show gehört, waren vorhanden. Manche Gesten auf der Bühne waren aber auch ein bisschen zu viel. Der Unterhaltungswert von Smiths  Geste, bei der er sein Mikrophon tief in seine Hose schob, um es kurz danach mit einem Augenzwinkern abzulecken, kann kontrovers diskutiert werden. Nach rund zehn kraftvollen nach vorne gehenden Liedern, war spätestens auch der Letzte im Publikum aufgewärmt und The Blackout räumte die Bühne für den Hauptact an diesem Abend.

Setlist The Blackout
Start the Party
ShutTheFuckUppercut
Running Scared
Children of the Night
Ambition Is Critical
Radio
Save Our Selves (The Warning)
I'm a Riot? You're a Fucking Riot!
Higher & Higher

Und so betraten nach einer kurzen Unterbrechung zwecks Bühnenumbaus die fünf aus Florida stammenden Musiker von Yellowcard die Bühne. Sie starteten mit dem Opener ihres neusten Albums Southern Air, sie präsentierten dies in einer sehr guten Soundqualität und waren zudem hoch motiviert. Anschließend gab es den zweiten Track ihres aktuellen Albums Surface oft he Sun, wer jetzt aber dachte, dass dies sich so weiter fortsetzten würde und nur noch Lieder ihres aktuellen Albums gespielt würden, der irrte. Denn schon mit dem dritten Lied spielten sie mit Way away einen ihrer größten Hits und brachten damit ihre Fans zum Kochen. Generell kann man sagen, dass sie über die gesamte Zeit des Konzerts eine schöne ehrliche Rock Show spielten, in der man voll auf seine Kosten kam. Besonders hervorzuheben hierbei ist der live von Sean Mackin gespielte Violinen Sound. Mackin kommt ebenfalls aus Florida, hat jedoch auch asiatische Wurzeln und ist seit 1999 festes Mitglied der Band. Was den Fakt interessanter macht ist, dass er einen Großteil der Lieder auf der Bühne mit einer Violine performte, die einen Kamikaze Print hat und genau nach dem Motto zeigte er sich auch der Masse, Grimassen schneidend von der einen Ecke in die andere springend und dabei noch praktisch nebenbei tollen Violine Sound spielen.

Auf der Setlist von Yellowcard befand sich etwas für jedermann, außer ein paar Sachen von ihrem aktuellen Album, war es quasi ein Querschnitt ihrer bisherigen Bandgeschichte und das kam natürlich besonders gut bei Publikum an, so dass die Stimmung durchweg positiv war und man die Show einfach nur genießen konnte oder natürlich sich mitten in den Moshpit werfen und ordentlich mit abgehen konnte.

Zwischenzeitlich gab es dann noch eine kleine Ansprache vom Frontmann Ryan Key, welcher die Meinung vertritt, dass es auf einer Rock Show nicht sinnvoll sei das komplette Konzert durch ein Handydisplay zu sehen, nur um noch eins der unzähligen live Videos bei Youtube zu posten. Recht hat er, auch wenn dies an diesem Abend und vor allem dem recht jungen Publikum, wohl eher wie die nur allzu bekannte Ansprache eines Vaters vorkam. Sei es drum, anschließend rockte er mit seiner Band zusammen und Klassikern im Gepäck wie Believe, Five becomes Four oder Holly Wood Died weiter. Nach 19 Liedern kam dann auch schon das Ende des offiziellen Parts und die Musiker verließen die Bühne, ließen es sich aber natürlich nicht nehmen für noch eine Zugabe von zwei Liedern zurück zukommen und dabei auch ihren wahrscheinlich größten Hit Ocean Avenue zu spielen.

So kann man zusammenfassend sagen, dass sich ein Besuch auf dem Yellowcard Konzert mit zwei engagierten Supportacts durchaus gelohnt hat. Wir sagen alle zusammen laut danke, dass ihr hier verbeigeschaut habt und kommt bei der nächsten Tour bitte wieder vorbei.

Setlist Yellowcard
Awakening
Surface of the Sun
Way Away
Breathing
Rivertown Blues
Light Up the Sky
Always Summer
Here I Am Alive
For You, and Your Denial
With You Around
Drum Solo
Holly Wood Died
Five Becomes Four
Sing for Me
Believe
Lights and Sounds
Southern Air
Only One (Z)
Ocean Avenue(Z)