Es war der 05. Dezember 2012 als Seether auf ihrer “Triple Threat” Tour auch das Kölner Bürgerhaus Stollwerck besuchten um zusammen mit dem ausverkauften Haus und der Vorband Heaven’s Basement den Laden ordentlich zu rocken.

Das Wetter an diesem Abend war gelinde gesagt ausbaufähig, sodass es den Besuchern nur Recht war, dass die Schlange vor dem Einlass schon innerhalb des Gebäudes verlief, sodass man nicht im Nassen draußen warten musste. Während die Fans voller Vorfreude auf das Konzert Schlange standen gingen Menschen mit Unterschriftenlisten durch die Menge um gegen die geplante Subventionskürzung seitens der Stadt Köln vorzugehen. Immerhin 1.100.000 Euro stehen für die Kölner Bürgerhäuser auf dem Spiel. Sollte das Geld wegfallen, so würde das Bürgerhaus Stollwerck - so die Betreiber - schließen müssen und es würde das reichhaltige Angebot von Hausaufgaben über Seniorensport bis hin zu Rockkonzerten mit Seether verschwinden.


Um 21:00 betraten dann Heaven’s Basement aus England die Bühne um dem Publikum mit ihrem Hard Rock die Wartezeit zu versüßen. Erst Anfang 2009 gegründet konnten die Bandmitglieder Aaron Buchanan (Gesang), Sid Glover (Gitarre), Rob Ellershaw (Bass) und Chris Rivers (Schlagzeug) bis dato eine beeindruckende Anzahl Shows mit Szenegrößen wie Papa Roach, Shinedown, oder Black Stone Cherry spielen und sich damit ihren Fankreis kontinuierlich erweitern.

Auch in Köln schaffte es die Combo im Handumdrehen das Publikum in ihren Bann zu ziehen, denn der Ausdruck „energiegeladen“ erscheint nicht stark genug um das zu beschreiben, was die beiden Rampensäue Aaron (Gesang) und Chris (Drummer) auf der Bühne veranstalteten. Insbesondere die Performance von Schlagzeuger Chris glich dem Sporttreiben so sehr, dass er sich in weiser Voraussicht direkt gegen das Tragen eines T-Shirts entschieden hatte. Aber auch Sänger  Aaron gab sich alle Mühe das Publikum zu unterhalten und ließ mit eigenen Schlagzeugpassagen und dem Klettern auf das Drumkit zu keiner Zeit Langeweile aufkommen. Einzig das Equipment schien das bewegungsreiche und kraftvolle Spiel der vier Engländer nicht zu vertragen, denn ein Mikrofonkabel gab während des Gigs seinen Geist auf und musste ersetzt werden.

Ein Wahnsinns Brett von einer Band, die die meisten Anwesenden wohl kaum auf dem Schirm gehabt hätten, aber Heaven’s Basement sollte man auf jedem Fall im Auge behalten, denn in den Engländern steckt jede Menge Potential. Es war schade, dass der Band nur knapp über eine halbe Stunde Spielzeit zur Verfügung stand, denn ich (und sicher viele andere Fans auch) hätten gerne noch mehr gesehen und gehört.

Setlist Heaven’s Basement

Unbreakable
Can't let Go
Fire, Fire
I am Electric
Nothing Left To Lose
Reign On my Parade
Executioner's Day


Der große Saal des Bürgerhaus Stollwerck war mittlerweile nahezu komplett gefüllt und die Spannung stieg in der Wartepause, die dem Umbau für Seether diente. Als um zehn Uhr Shaun Morgan (Gesang und Gitarre), Dale Stewart (Bass) und John Humphrey (Schlagzeug) die Bühne betraten und mit “Gasoline“ ihr Set begannen war das Kölner Publikum direkt mit von der Partie.

Musikalisch gab es nicht zu meckern, denn die Jungs wissen ganz genau wie sie ihre Instrumente zu spielen haben und auch die Abmischung des Sounds ließ keine große Kritik zu, sodass man gemütlich die Augen schließen konnte um den Post-Grunge Tönen der gebürtigen Südafrikaner zu lauschen. Das Schließen der Augen konnte man sich auch erlauben, denn optisch gab es nichts aufregendes was man hätte verpassen können. Auf der Bühne gab es wenig bis keine Action, alleine Bassist Dale Stewart machte während des Konzertes den ein oder anderen Schritt und fiel auch mit seinen mit LEDs bestückten Bässen ein wenig auf.

Die Mischung der Songs war ausgewogen und jeder Seether Fan kam auf seine Kosten. Das absolute Highlight war natürlich „Broken“ welches in einer Studioversion mit Amy Lee (Evanescence Sängerin), der damaligen Freundin des Seether Sängers, gesungen wurde. Obwohl die Version mit Amy erstklassig ist hatte auch das Original einiges für sich und die gesangliche Unterstützung aller Fans war Seether bei diesem Titel sicher.

Im Anschluss gab John Humphrey ein Schlagzeugsolo zum Besten, was zum einen einen von vorne bis hinten durchdachten Eindruck machte und zum anderen durch das teilweise Spielen ohne Drumsticks einen besonderen Klang hatte. In technischer Hinsicht hatte John während des Auftrittes ein paar Probleme mit seinem Drumpedal, welches zweimal den Geist aufgab und ausgetauscht/repariert werden musste. Sänger Shaun improvisierte während den Ausfällen sympathisch ein die Situation kommentierendes Lied.

Musikalisch boten Seether ein absolutes Topniveau, jedoch was die Bühnenperformance anging hätten sie sich auch ein wenig von der Vorband Heaven’s Basement abgucken können, welche das Kölner Stollwerck nach allen Regeln der Kunst rockte. Alles in allem ein schöner Abend, der mit ein wenig mehr Initiative seitens Seether (ab und an darf man auch kurz mit dem Publikum reden) noch einen Ticken besser hätte sein können.

Setlist Seether (durch Ausfälle der Drumtechnik ggf. nicht exakt)
Gasoline
Needles
Fine Again
Driven Under
69 Tea
Here and Now
Broken
Drum Solo
Fur Cue
I Don't Believe
Rise Above This
No Resolution
Tonight
Country Song
Gift
Change (In the House of Flies) (Deftones Cover)
Fake It
Remedy