30 Jahre W.A.S.P. - 20 Jahre Crimson Idol.

Natürlich ist das Grund genug für Blackie Lawless um auf Tour zu gehen um dieses Bandjubiläum ausgiebig zu feiern. Ob der alte Herr es immer noch "drauf hat" sollte sich im Laufe des Abends zeigen. Als Support waren die deutschen Bands Alpha Tiger und Dark At Dawn geladen.

Leider machten mir Halloween und die Aussicht auf einen Feiertag einen Strich durch die Rechnung, denn sämtliche Wege zur Zeche Bochum waren gnadenlos verstopft und so erreichte ich die Zeche erst mit einer fetten Verspätung. Dazu kam noch dass Dark At Dawn nicht wie angegeben um 19 Uhr sondern schon einige Zeit früher angefangen hatten zu spielen. So bekam ich dann leider nur die letzten beiden Songs der Band mit, zu wenig um mir ein Urteil über die Show zu bilden. Was ich allerdings gehört habe gefiel mir ganz gut und auch das Publikum schien Spaß zu haben. Zugegeben, es hätten ruhig noch mehr Leute da sein können, vermutlich steckten die aber alle noch im Stau fest.

Nach einem recht kurzen Change-Over waren Alpha Tiger an der Reihe. Die Power-Metal Combo aus dem sächsischen Freiberg stürmte nach einem relativ langen Intro die Bühne und trat sofort ordentlich auf das imaginäre Gaspedal. Auch wenn das getigerte Bühnenoutfit einen immer wieder zu Biene Maja Referenzen hinreißt, haben die Jungs auf der Bühne mit pummeligen Bienen so rein gar nichts gemein. Souverän und mit dem Tiger im Tank hauen die Jungs um den Fronter Stephan Dietrich ein klassisches 80er Jahre Powermetal-Brett nach dem anderen ins leider noch etwas dünn gestreute Publikum. Die Jungs machen auf der Bühne eine gute Figur und kommen im Großen und Ganzen gut an. Leider gibt es dann immer noch einige Kleingeister in der Metalszene die es witzig finden Vorbands mit Rufen wie "Verpisst Euch ihr Wichser" zu nerven. Die Tiger lassen sich von solchem Quatsch allerdings nicht beirren und beweisen, wie schon beim Rock Hard Festival, aus welchem Holz sie geschnitzt sind.

Nach Alpha Tiger folgen dann ein paar größere Umbaupausen, welche die Geduld des Publikums dann doch etwas arg strapazieren. Wie dem auch sei, während das Anzahl der Personen im Publikum stetig steigt schaffen die Bühnentechniker drei riesige W.A.S.P. Banner auf die Bühne und bauen das Drumkit auf. Nach etwa einer halben Stunde und einer gefühlten Ewigkeit verstummt die Musik und das Intro der Show beginnt. Sirenen heulen und werden untermalt mit Samples aus diversen W.A.S.P. Songs. Dann betreten die Blackie Lawless und seine Band die Bühne. Die ersten drei Songs werden komplett durchspielt und vom Publikum frenetisch gefeiert. Man kann von Blackie Lawless halten was man möchte, aber heute legt er sich echt ins Zeug. Beim nächsten Song zeigt sich dann auch die nähere Bedeutung der drei Stellwände mit den Bannern. Die Banner rollen hoch und enthüllen drei große Leinwände auf denen Ausschnitte aus den W.A.S.P. Videos passend zu den Songs gezeigt werden.

Ein unglaublich die Atmosphäre verdichtendes Stilmittel für die Show, denn der Song The Headless Children wird durch die Rede von Martin Luther King eingeleitet, die dieser vor seiner Ermordung hielt. Der Song wird untermalt von Videos die den Krieg und den Schrecken der Welt thematisieren und schaffen so eine beängstigend beklemmende Atmosphäre. Nach dem Song, der auf Videoleinwand mit dem Explodieren der Erde endet, verkündet Blackie dass die Show in drei Teile aufgeteilt wurde. Der mittlere Teil beinhaltet eine 30 minütige Version des Crimson Idol. Blackie erzählt dass dieses Album ihn daran erinnert wie sehr gerade die deutschen Fans W.A.S.P. unterstützt haben und man sieht ihm an, dass er das aufrichtig meint.

Doch bevor es mit dem Special weiter geht steht erst einmal I Wanna Be Somebody auf dem Plan. Danach geht es weiter mit dem Crimson Idol, wieder untermalt von den dazugehörigen verstörenden Videos, welche die erzählte verstörende Geschichte weiter verdeutlichen. Der letzte Teil der Show wird durch ein Spinal Tap Werbevideo eingeleitet, in dem Blackie mitgespielt hat, danach folgt ein Drumsolo. Richtig intensiv wird die Stimmung noch einmal mit dem vorletzten Song des Abends "Heaven's Hung in Black" der mit einem Zitat Abraham Lincolns eingeleitet wird: In 1861, the American Civil War divided a Nation. For five long years, it raged on and on. Gettysburg was the great battle that would become the turning point of that Epic Struggle. That battle lasted three days and would claim the lives of 50,000 men. Upon hearing those numbers Abraham Lincoln said "Surely Tonight, the Heavens are Hung in Black".

Eine absolute Hammer Show, auch wenn Blackie wohl nicht alles Live sondern oft auch als Halbplayback gesungen hat. Nun gut, im Grunde zählt das Gesamtpaket und der Abend war ein voller Erfolg. 30 Years of Thunder, ich hätte auch gegen 50 Years of Thunder nichts einzuwenden.

Setlist W.A.S.P.

 

Part 1

On Your Knees / The Torture Never Stops/ Real Me

L.O.V.E. Machine

Wild Child

Sleeping / Forever Free

The Headless Children

I Wanna Be Somebody

 

Part 2:

Crimson Idol

- Overture

- Invisible, I Am One, The Gypsy Meets The Boy

-The Idol

- The Great Misconceptions Of Me

 

Part 3:

(Spinal Tap Commercial)

Drum Solo

Chainsaw Charlie

Heaven's Hung In Black

Blind in Texas