Anfang dieses Jahres waren Eisbrecher mit Lord Of The Lost auf der ersten „Höllentour“ und im Herbst gab es mit der „Höllentour II“ den zweiten Teil mit Hämatom als neuen Support. Ein Nachschlag für die Fans, die bei der ersten Tour zu kurz gekommen waren oder einfach nicht genug bekommen können. So zog es auch am 11. Oktober 2012 zahlreiche Fans in die Turbinenhalle in Oberhausen.

Bevor es mit den Jungs von Hämatom losging betrat Alexander „Alexx“ Wesselsky, der Sänger von Eisbrecher, die Bühne und stellte den Zuschauern Hämatom vor und kündigte sie an. Ein netter Zug des Headliners, auch Vorbands entsprechend zu würdigen. Im Anschluss kamen Nord (Gesang), Ost (Gitarre), Süd (Schlagzeug) und West (Bass) die Oberhausener Bühne. Passend zu der Verwendung von Pseudonymen anstatt ihrer echten Namen, waren sie auch maskiert beziehungsweise bis zur Unkenntlichkeit geschminkt. Hämatom aus Franken spielten 2004 ihren ersten Auftritt und haben sich seit dem stetig weiter entwickelt und immer mehr Fans gewonnen. Festivalauftritte auf dem Hexentanz Festival oder dem Wacken Open Air ließen nicht lange auf sich warten. Mittlerweile sind sie mit ihrem dritten Album „Wenn man vom Teufel spricht“ (VÖ: 30. September 2011) am Start.

Ihr Set begannen sie mit „Schutt und Asche“, dem Titel ihrer kürzlich veröffentlichten DVD, und zeigten direkt in welche Richtung der Auftritt gehen sollte. Hart und direkt war die Devise der Franken und dem Oberhausener Publikum schien dies gut zu gefallen. Für Auflockerung sorgten neben der Fahnenschwenkeinlage zu „Man muss nicht sterben“ auch die zwei trommelnden Jungs im Gorilla Kostüm während des Covers der Ersten Allgemeinen Verunsicherung „Neandertal“. Es wurde ein bisschen gegen Heidi Klum gewettert, bevor bei „Schau sie spielen Krieg“ die Mitsingkünste der Besucher gefragt waren. Nach „Sturm“ und dem ausgereckten Mittelfinger in Richtung des persönlichen Lieblingsarschloches in Form des Songs „Leck mich“ war es schon so weit und Hämatom mussten für Eisbrecher weichen. Schade, denn von Hämatom hätten Viele gerne noch etwas mehr gesehen.

Setlist Hämatom
Intro
Schutt und Asche
Man muss nicht sterben
Auge um Auge
Neandertal (Erste Allgemeine Verunsicherung Cover)
Totgesagt doch neugeboren (Teil 2)
EVA
Spieglein
Schau sie spielen Krieg
Sturm
Leck mich


Nach einer kurzen Umbaupause war es soweit und Eisbrecher betraten die Bühne. Eisbrecher wurden 2002 gegründet und sind seit 2011 in der Besetzung Alexander „Alexx“ Wesselsky (Gesang), Jochen „Noel Pix“ Seibert (Gitarre), Jürgen Plangger (Gitarre), Achim Färber (Schlagzeug), Maximilian „Maximator“ Schauer (Keyboard) und Dominik Palmer (Bass) unterwegs.

Die Mannen um Frontmann Alexx hatten sich ein eher ungewöhnliches Intro überlegt, bei dem dieser mit einer Rose im Mund zu Tangomusik auf der Bühne erschien und sie einer Dame im Publikum überreichte, bevor es mit dem „Exzess Express“ letztendlich losging. Direkt nach dem Song vom aktuellen Album folgte mit „Willkommen im Nichts“ ein Song vom 2004er Debütalbum „Eisbrecher“.

Zu „Amok“ vom „Eiszeit“ Album packten Eisbrecher Fässer aus, auf denen fleißig getrommelt wurde. Darauf folgte mit dem Michael Holm Cover von „Tränen lügen nicht“ ein etwas ungewöhnliches Lied, doch die Menge störte es nicht und feierte den Schlagerklassiker ab, als sei es DAS Eisbrecher Lied schlechthin. Im Anschluss stellte Alexx überdeutlich klar, dass dies ein Metalkonzert sei und es keine weitere Schlager geben werde. Um die Härte der Band zu beweisen trat er den Hocker um, der neben ihm stand. Wenige Sekunden später wurde er jedoch schon wieder von einem Crewmitglied aufgestellt. Eine Handlung, die während des gesamten Konzertes häufig für umfallende Mikrofonständer durchgeführt werden musste.

Nach den Fässern bei „Amok“ war nun feuerfeste Kleidung als besonderes Accessoire dran. In die silbrig glänzende Montur gehüllt, gab es für die Oberhausener „Metall“ als direktes Kontrastprogramm zum Schlagerexkurs. Sah schick aus, aber auf der ohnehin schon heißen Bühne macht es bestimmt wenig Spaß noch derart dicke Kleidung anzulegen.

Zu „This is Deutsch“ kamen die CO2 Werfer zum Einsatz, die mir schon zu Beginn des Konzertes aufgefallen waren und auf deren Nutzung ich das ganze Konzert über gewartet habe. Hätte sicher nicht weh getan sich diesen Effekt nicht für das Ende aufzusparen, sondern ihn mehrfach zu verwenden. Das Publikum feierte fanatisch mit und sang sich die Kehle aus dem Leib, mit gutem Grund, denn der Pflichtteil des Konzertes war im Anschluss vorbei.

Natürlich ließen es sich Eisbrecher nicht nehmen noch den einen oder anderen Song als Zugabe zu spielen. Immerhin fehlte noch „Die Hölle muss warten“ und der Megaherz Klassiker „Miststück“ in der neuen, „Miststück 2012“ genannten, Eisbrecher Version. Nach vier Zugaben war dann endgültig Schluss und die Band zog sich in den Backstagebereich zurück.

Setlist Eisbrecher
Tango Intro
Exzess Express
Willkommen im Nichts
Angst
Kann denn Liebe Sünde sein
Wenn Zeit die Wunden heilt
Leider
Augen unter Null
Amok
Tränen lügen nicht (Michael Holm Cover)
Metall
Prototyp
Engel
Schwarze Witwe
Heilig
This is Deutsch
---
Verrückt
Rette mich
Miststück 2012
---
Die Hölle muss warten