Zufallsfotos vom Manowar auf "The Lord Of Steel" Tour in Kerkrade

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Manowar "The Lord Of Steel" Tour

Manowar ist eine dieser Bands, die in gleichem Maße vergöttert wie auch belächelt wird. Die Einen werfen ihnen Kommerzialisierung und ihre bescheuerte „für den Metal sterben“-Einstellung vor, während die Anderen nicht von der Hand zu weisende stilprägende Musikstücke nennen. Manowar polarisieren, wie kaum eine andere Metalband und auch bei den Konzerten ist dafür gesorgt, dass nur der harte Kern an Manowar Fans die Halle betritt. Hohe Kartenpreise (59 Euro) halten nämlich all diejenigen, deren Meinung irgendwo zwischen den beiden extremen Lagern angesiedelt ist, davon ab, es einfach mal auszuprobieren.

So kam es auch, dass am Freitag den 19. Oktober 2012 nur eingefleischte Manowar Anhänger in die Rodahal in Kerkrade, einem niederländischen Städtchen direkt hinter der deutsch-niederländischen Grenze bei Aachen, gepilgert waren. Pilgern ist sicher der richtige Ausdruck, wenn man bedenkt wie viele Manowar Tätowierungen der circa 1.700 anwesenden Menschen allein offen sichtbar zur Schau gestellt waren. Auch die Fraktion von Männern jenseits der 40, die mit ihren Landesflaggen mit offenbar selbst in mühevoller Arbeit aufgemalten Manowar Schriftzug angereist waren, war mit dem einen oder anderen Exemplar vertreten.

Die Schlange vor der Halle war lang, doch der Einlass funktionierte reibungslos und schnell, sodass sich die Halle kontinuierlich füllte. Doch bevor es in freudiger Erwartung vor die Bühne ging, mussten noch die Warteschlange vor dem Getränkewertmarkenverkauf und der Merchstand besucht werden. Metal Fans trinken bekanntlich gerne Bier und kaufen gerne T-Shirts ihrer Lieblingsbands. Der Merchstand war groß und bot ein großes Angebot verschiedener Artikel, sodass für jeden Geschmack etwas dabei gewesen sein wird.

Der Showbeginn war für 20:00 Uhr angesetzt, doch auch um 20:15 Uhr tat sich noch nichts. Die Fans blickten auf die leere und noch teilweise verhüllte Bühne und brachten sich mit Manowar Schlachtrufen schon einmal in Stimmung. Nur an die Bühnenrückseite projizierte Werbung für Manowars aktuelles Studioalbum „The Lord Of Steel“ ließ erahnen, was in Kürze passieren würde. „Besser warten, als HolyHell“ hörte man deutsche Fans in den ersten Reihen in Anspielung auf die Vorband vergangener Auftritte lachen.

Punkt 20:30 ging es los, die Hintergrundmusik ging zusammen mit dem Saallicht aus und das Intro ertönte in für Manowar üblicher Lautstärke aus den Boxen. Es dürfte niemand überrascht haben, dass direkt im Anschluss der Song „Manowar“ folgte – ist ja immer so. Die Menge empfing Joey DeMaio (Bass), Eric Adams (Gesang), Karl Logan (Gitarre) und Donnie Hamzik (Schlagzeug) gebührend: Lautstark und mit den Armen zum Manowar eigenen Gruße, dem „Sign Of The Hammer“, geformt.

Ein Manowar Konzert ist ein generationsübergreifendes Ereignis: Dicht an dicht stand da der 16 jährige Jungspund, dessen lange Mähne noch im Wachstumsstadium ist, neben den Männern jenseits der 50, deren Mähne sich schon vor dem einen oder anderen Jahrzehnt verabschiedet und in eine Halbglatze verwandelt hat. Sie alle feierten gleichermaßen, als Manowar mit Liedern wie „Kill With Power“ oder „Call To Arms“ exakt genau das spielten, was sie alle hören wollten. Mittlerweile war auch die Werbung von der Bühnenrückseite verschwunden und es wurden im Wechsel Videoausschnitte, Bilder einer Livekamera oder wie im Fall von „Hail, Kill and Die“ Songtextfragmente projiziert.

Gerade bei den Soli war es schön mit Hilfe der Livekamera den Zuschauern weiter hinten in Nahaufnahme den entsprechender Musiker zu zeigen, sodass man ihnen ganz genau auf die Finger gucken konnte. Karl Logan bekam relativ früh Zeit ein kleines Solo zu präsentieren, während Joey DeMaio und Donnie Hamzik erst in der zweiten Hälfte des Gigs ihr gesamtes Können in Form eines Solos zeigten. Das kurze Ankündigen der drei Soli war, von einer etwas längeren Ansprache abgesehen, das Einzige was Sänger Eric Adams zwischen den Songs sagte. Das Motto lautete vernünftigerweise mehr Musik, weniger Geplapper.

Das neue Album „The Lord Of Steel“ verpflichtete die Band natürlich auch den einen oder anderen Song live zu präsentieren. Insgesamt wurden knapp mehr als die Hälfte der neuen Songs gespielt und den Zuschauern gefiel offensichtlich, was sie hörten. Insbesondere „El Gringo“ wurde massiv von der Zuhörerschaft abgefeiert.

Neben neuerem Material kamen aber natürlich auch die altbewährten Klassiker nicht zu kurz: „Fighting The World“, „Kings Of Metal“ und „Hail And Kill“ wurden direkt hinter einander gezockt und sorgten für Jubel unter den Zuschauern. Doch davor fand Eric Adams die Zeit für die einzige Ansage, die länger als ein Satz war. Der erste Teil der Ansage war auf Niederländisch und ich habe kein Wort verstanden, da ich kein Niederländisch spreche und Erics Sprachkenntnisse auch nicht überragend waren. Im weiteren Verlauf wollte er wissen, ob man vom Konsum zu vieler Waffeln sterben kann. Zudem warb er für DSA PA-Systeme, da diese die besten seien und der Veranstalter Mojo für die besten Fans natürlich nur das Beste verwenden wollte.

Nach einer kleinen Hasstirade der Marke „if you don't like Manowar“ - „Fuck You“ war der kurze Monolog von Eric Adams auch schon vorbei und es wurde sich wieder der Musik gewidmet. Dass viele Leute der lokalen Crew, wie Securitys und Sanitäter, die Show erst möglich machten und im Allgemeinen wohl keine Manowar Fans sind, war egal.

Mit „Manowarriors“ und dem Titelsong des aktuellen Albums „The Lord Of Steel“ verabschiedeten sich Manowar mit einem kurzen „Good Night“ und verschwanden von der Bühne. 100 Minuten Spielzeit waren an diesem Punkt vergangen. Viel Zeit für Zugabe-Rufe gewährten Manowar aber nicht, denn schon weniger als eine Minute später ging das Licht wieder an. Mit dem Mitsingsong schlechthin „Warriors Of The World United“ und „Black Wind, Fire And Steel“ verabschiedeten sich die selbsternannten Könige des Metals endgültig in die Nacht.

Setlist Manowar
Manowar
Kill With Power
Call to Arms
Hail, Kill and Die
Guitar Solo
Brothers of Metal Pt. 1
Mountains
Expendable
El Gringo
Touch the Sky
Outlaw
Bass Solo
The Sons of Odin
Hand of Doom
Drum Solo
Fighting the World
Kings of Metal
Hail and Kill
Manowarriors
The Lord of Steel
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Warriors of the World United
Black Wind, Fire and Steel
The Crown and the Ring (Lament of the Kings) (Outro)