Im Rahmen der „Few Against Many“ Tour fand am Donnerstag den 04. Oktober 2012 auch ein Konzert im Köln-Ehrenfeld  statt. Neben den Griechen von Firewind, welche mit ihrem aktuellen Album den Tournamen vorgaben, war als nahezu gleichberechtigter Co-Headliner Leaves‘ Eyes aus Deutschland beziehungsweise Norwegen an Board. Der sechs Deutschlandkonzerte umfassende Teil der Tour führte die Bands an diesem Donnerstag ins nicht komplett gefüllte Underground.

Der Part des Openers war für die deutsch-norwegische Formation Leaves‘ Eyes vorgesehen, welche in gut einer Stunde Spielzeit die Möglichkeit bekam dem Kölner Publikum ordentlich einzuheizen. 2003 gegründet bestehen Leaves‘ Eyes aktuell aus Frontfrau Liv Kristine (Gesang), Alexander Krull (Gesang), Torsten Bauer (Gitarre, E-Bass), Sander van der Meer (Gitarre) und Felix Born (Schlagzeug).

Der Band, welche schon mit Blind Guardian, Subway To Sally, Paradise Lost, Tarja Turunen (Ex-Nightwish) und vielen weiteren auf Tour war, gelang der Einstieg mit „Spirits' Masquerade“ vom aktuellen Album „Meredead“ auf Anhieb und das Publikum war direkt auf ihrer Seite. Mit einem Song von der neuen Scheibe ging es direkt im Anschluss auch mit „Velvet Heart“ weiter.

Dass Sänger Alexander Krull noch nicht auf der Bühne war, dürfte den meisten Fans gar nicht aufgefallen sein, denn seine Ehefrau Liv Kristine zog alle Blicke auf sich. Zum dritten Song „Ocean´s Way“ betat er die Bühne und dürfte damit bei vielen Zuschauern einen „achja genau, den gibt es ja auch noch“ Moment ausgelöst haben. War aber auch nicht weiter schlimm, denn an diesem Abend spielte er nur eine sehr untergeordnete Rolle. Nur bei wenigen Liedern stand er überhaupt auf der Bühne und wenn er da war, war sein Sound so schlecht abgemischt, dass man ihn kaum hören konnte. Ich persönlich fand diesen Umstand sehr schade, denn ich mag die Härte die seine Growls üblicherweise in die von den weiblichen Gesangsparts dominierten Songs einbringen. Die Mischung macht hier den Reiz aus und was Gesangspassagen anging war die Mischung der Setlist leider sehr zu Gunsten von Liv Kristine  verschoben.

Mit „To France“ von Mike Oldfield wollten Leaves‘ Eyes auch eine Cover-Version spielen. Mit Intro einer als „Black-Metal-Mandoline“ vorgestellten Mandoline sollte es losgehen, doch massive technische Probleme, aus denen sehr fiese Töne resultierten, führten zu einem Abbruch des Songs. Dies brachte jedoch weder die erfahrene Liveband noch deren Techniker aus dem Konzept, sodass nach einigen Weltuntergangsoundwitzeleien seitens Liv der Song neu begonnen werden konnte.

Nach elf Songs und guten 60 Minuten hatten Leaves‘ Eyes ihren verdienten Feierabend und die Bühne wurde für den nachfolgenden Auftritt von Firewind vorbereitet. Feierabend? Den gibt es nicht so schnell bei Leaves‘ Eyes: Nach der Show stand die Band noch für Autogramme oder ein kleines Gespräch mit interessierten Fans bereit.

Setlist Leaves’ Eyes
Spirits' Masquerade
Velvet Heart
Ocean's Way
My Destiny
Melusine
Emerald Island
Krakevisa
Take The Devil In Me
Elegy
To France (Mike Oldfield Cover)
Froya's Theme
Mot Fjerne Land (Outro)


Die Umbauzeit war relative schnell um, sodass schon vor halb zehn Firewind auf der Kölner Bühne standen und mit „Wall Of Sound“ direkt das Publikum im Underground zum Feiern brachten. Firewind, das ist die vom Ozzy Osbourne Gitarristen Gus G. alias Kostas Karamitroudis gegründete griechische Power-Metal Band. Neben Gus G. dem einzigen Gründungsmitglied sind auch Apollo Papathanasio (Gesang), Petros Christodoylidis (Bass), Michael Ehré (Schlagzeug) und Babis „Bob“ Katsionis (Keyboard, Gitarre) mit von der Partie.

Schnell und voller Energie, so muss Power-Metal sein und genaue diese Eigenschaften brachten Firewind auch mit Bravour auf die Kölner Bühne. Gepaart mit dem starken Gesang vom Sänger Apollo Papathanasio ergab es klanglich die perfekte Mischung. Auch visuell stimmte alles. Wer keine Lust auf die synchrone Headbangerei hatte, beobachtete Babis „Bob“ Katsionis dabei wie er Keyboard und Gitarre spielte - teils gleichzeitig!

Doch nicht nur auf der Bühne herrschte reges Treiben, auch das Kölner Publikum ließ sich mitreißen und brüllte die Songtexte aus voller Kehle mit. Natürlich sah man auch die eine oder andere Mähne zu den Firewind Songs kreisen. Das Set bot eine ausgewogene Mischung aus neueren Stücken und Klassikern, sodass für jeden Geschmack etwas dabei war.

Als besonderes Highlight ist „Breaking The Silence“ zu nennen, für den Liv Kristine von Leaves‘ Eyes noch einmal die Bühne betrat und als Gastsängerin dem Song eine weitere Facette verlieh, zu der die rein männlich besetzte Band nicht im Stande war.

Nach 18 Stücken  ging ein sehr schöner Konzertabend zu Ende, der sich für alle Anwesenden mehr als gelohnt haben dürfte, zumindest schienen die Zuschauer beim Verlassen des Underground sehr zufrieden zu sein. Ganz besonders zufrieden dürfte die Dame sein, welche bei der Verlosung während des Auftrittes eine Gitarre gewann. Ein schönes Andenken für Leute, die gerne Gitarre spielen und ein super Anstoß es zu lernen, falls man es noch nicht kann.

Setlist Firewind

Wall Of Sound
Head Up High
Destination Forever
Few Against Many
Insanity
World On Fire
Fire & Fury
Losing My Mind
Mercenary Man
Angels Forgive Me
Glorious
Til The End Of Time
I Am The Anger
Tyranny
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Into The Fire
Breaking The Silence
Falling To Pieces