Am Freitag, dem 17.08.2012 war es endlich soweit - das Burgfolk Festival öffnete seine Pforten für die Besucher. Das Wetter war wunderbar sonnig und warm und die Laune stieg schon allein beim Anblick des wunderschönen Innenhofes von Schloss Broich (sprich: Brooch!) in Mülheim an der Ruhr. Zwar war dies mein erstes Burgfolk, doch durch Erzählungen und dadurch, dass ich die Location schon vom Castle Rock kenne, waren meine Erwartungen an dieses Wochenende recht hoch. Ich sollte nicht enttäuscht werden.

Los ging es am Freitag um 17:30 Uhr mit Punch `n` Judy. Folk Rock aus dem Ruhrgebiet, der richtig in die Beine ging und dem, leider noch spärlichem Publikum in die Beine ging.

Zweiter Act dieses wunderbaren Freitag Nachmittages waren die „Hardpolka“- Truppe The Shanes. Die Mischung aus  Polka, E- Gitarren und einem Sänger auf Valium war für mich eine gänzlich neue Erfahrung. Ich bin mir nur noch nicht ganz sicher ob eine gute oder schlechte. Der Sound war durchweg tanzbar, die gesamte Band hatte offensichtlich einen riesigen Spaß auf der Bühne, nur der Frontmann machte auf mich den Eindruck nur sein Programm abzuspulen.

Als nächstes betraten die Folk- Rocker von Feuerschwanz die Bühne. Mir bis dato noch vollkommen unbekannt, wurden sie schnell zum ersten Höhepunkt des Abends. Mit  „Met und Miezen“, „Wunsch ist Wunsch“ oder  „Verteidiger des wahren Mets“ wurde nun das ganze Publikum zum Mitsingen, -lachen und –tanzen animiert. Nicht ganz unschuldig daran war bestimmt auch die, aus dem Publikum erwählte „Fee“, die bei „Wunsch ist Wunsch“ mit der Band auf der Bühne performen durfte und kurzzeitig sogar die hartgesottene Security aus dem Konzept brachte.

Der Höhepunkt des Freitagabends folgte in Gestalt von Subway to Sally, die in diesem Jahr ihr 20- Jähriges Bühnenjubiläum feiern. Und es gab sofort wunderbar was auf die Ohren. Angefangen mit „Kämpfen wir“ und „Schlagt die Glocken“ wurde der letzte Auftritt des Abends krachend eingeläutet. Der Sound war zwar noch nicht ganz optimal abgemischt, doch schon bei „Tag der Rache“ waren die anfänglichen Unstimmigkeiten beseitigt. Weiter ging es mit einem Feuerwerk aus Knallern wie „Das Schwarze Meer“, bei dem Eric ein Bad in selbigem nahm, „Wenn Engel hassen“ oder „Eisblumen“. Als das letzte Lied angekündigt wurde, wunderte ich mich über die frühe Uhrzeit, wurde dann jedoch von einem Medley aus „Sieben“, „Ohne Liebe“ und „Veitstanz“ überrascht. So etwas hatte ich noch nie gehört und fand es einfach klasse. Nach den beiden Zugaben, bestehend aus „MMXII“ und natürlich „Julia und die Räuber“ war der Abend dann leider doch schon vorbei. Ich hätte zwar noch eine ganze Weile weiterfeiern können, doch war es für die Nachbarn sicherlich spät genug. Und der Samstag stand ja auch noch vor der Tür.

 

Und dieser begann wettertechnisch genauso gut, wie der Freitag aufgehört hatte. Bereits am Vormittag wurde die Marke von 30°C geknackt und es sollte auch bis zum Abend nicht mehr kühler werden. Doch nicht nur die Luft war heiß, denn auch der Stimmung wurde von der ersten Band des Tages – Vogelfrey – ordentlich eingeheizt. Deren Folk- Rock, mit ein paar ordentlichen Metal- Einflüssen brachte Stimmung schnell voran.

Ab kurz nach 14:00 Uhr durften sich dann Cromdale die Ehre geben. Diese boten eine wunderbare Mischung aus Celtic Folk und Rock. Richtig gut tanzbar und schön rockig- frisch boten die Jungs eine echt gute Show. Einziger Wermutstropfen war das stellenweise etwas zurückhaltende Publikum. Dies war aber wohl eher der Hitze zuzuschreiben, als der Performance auf der Bühne.

Weiter ging es mit Ingrimm. Hier schieden sich nun teilweise die Geister: Ist das jetzt mehr Folk oder mehr Metal? Der Sound der Bayern kann nämlich ohne schlechtes Gewissen als brachial bezeichnet werden und manche böse Zunge bezeichnete die Truppe sogar als fehl am Platze. Doch aller Kritiken zum Trotz gab es bei Ingrimm eine wunderbare Show zum Headbangen und abfeiern. Ob an Mikrofon, Geige oder Gitarre – auch auf der Bühne schienen alle Spaß zu haben und den Nachmittag zu genießen.

Um ca. 16:20 Uhr gab es dann von Mr. Irish Bastard auf die Ohren. Von ihrer energiegeladenen Mischung aus Folk, Rock und Punk wurde das Publikum schnell zum Mitfeiern animiert. Obwohl die Texte überwiegend in englischer Sprache vorgetragen wurden, fand sich schnell kaum jemand mehr der nicht mitsang. „Last Pints on me“ blieb sicherlich einigen noch länger in den Ohren.

Im Anschluss gaben dann die Jungs von Versengold einen zum Besten. Mittlerweile Profis im Unterhaltungsbereich der Mittelaltermärkte, war es auch hier scheinbar ein Leichtes das Publikum mitzuziehen. Mit mittelalterlichen Klängen und Texten über Saufen, Huren und Randalieren konnte hier nun wirklich jeder etwas anfangen.

Die darauffolgende Truppe war Celtica, die mich deutlich an die Red Hot Chilli Pipers erinnerte. Anstelle von Gesang gab es hier Dudelsäcke, gepaart mit rockigen Gitarren und richtig guter Stimmung. Sowohl Folklore, als auch Rock- Klassiker wie „Highway to Hell“, „Smoke on the water“ oder „We Will Rock you“ zählten zu ihren Repertoire. Sogar an Adaptionen klassischer Musik traute sich die multinationale Truppe heran. Zwar blieb der Gesang nicht ganz auf der Strecke, doch übernahmen diesen hauptsächlich die Fans, die hier wirklich auf diese Kosten kamen.

Abgerundet wurde dieser wunderbare Tag von einer Band, die sowohl auf Mittelaltermärkten, als auch auf den großen Bühnen der Rock- und Metalgemeinde zu Hause ist. Saltatio Mortis gaben sich die Ehre. Allein die Ankündigung sorgte für gigantische Jubelschreie. Mit ihrer gigantischen Show und Hits wie „Hochzeitstanz“, „Ode an die Feindschaft“ oder „Wir sähen den Wind“ wurde das Publikum einfach nur mitgerissen. Anderthalbstunden Vollgas an Mikrofon und Instrument, sowie die artistischen Showeinlagen von Alea verlangten den Zuschauern die letzten Energiereserven ab, die der heiße Tag übrig gelassen hatte. Und wir waren wirklich gerne bereit diese zu geben.

Das ganze Wochenende war rückblickend betrachtend ein absoluter Erfolg und eines der besten Festivals, das ich je besuchen durfte. Angefangen von Bandauswahl und Wetter, über die wirklich humanen Getränkepreise bis hin zu dieser überragenden Kulisse hat hier einfach alles gestimmt. Es war gut besucht aber nicht überfüllt und auch das Personal und die Security war stets freundlich und hilfsbereit. Ich danke allen, die dazu beigetragen habend und freue mich auf das nächste Mal.