Mit viel Vorfreude machte ich mich am Donnerstag, den 07. Juni 2012, auf in Richtung Sankt Goershausen um dem Metalfest West an der Loreley beizuwohnen. Das Festival lockte mit einem sehr starken Line-Up (Blind Guardian, Megadeth, Hypocrisy, Behemoth, Edguy, Kreator, In Extremo, Kyuss Lives!, Fear Factory, ...) für einen unschlagbar günstigen Preis von 80 Euro.

Die Wahl für das Gelände war perfekt. Einigen wird es vielleicht noch vom Rock Area Festival bekannt sein. Die Lage ist wunderschön und allein der Ausblick auf den Rhein sehenswert. Da es vor der Bühne wie in einem Amphitheater nach oben geht, ist der Blick auch vom hinteren Teil noch gut. Einziger Nachteil ist, dass das Crowdsurfen stark eingeschränkt und Mosh-Pits und Wall Of Deaths kaum möglich sind, da die Stufen und Sitzreihen eine freie Bewegung unterbinden. Aber ganz klassisch Headbangen ist beim überwiegenden Teil der Bandauswahl eh der „Tanzstil“ der Wahl.

Nach zwei Stunden Fahrt angekommen fiel auf, dass das Festival nicht ausgeschildert war, also folgte man den Schildern für die Freilichtbühne Loreley in der Hoffnung nicht am Lieferanteneingang, sondern bei der Einfahrt auf das Parkareal anzukommen. Das klappte soweit ganz gut und schnell war ein Parkplatz gefunden. Es musste nur noch die Parkgebühr (10 Euro pro Auto) und das Müllpfand (5 Euro pro Person) entrichtet werden und dann konnte es schon losgehen.

An den Containern für den Umtausch von Eintrittskarten zu Festivalbändchen machte sich zuerst die äußerst lange Schlange bemerkbar, die bei vielen Festivalbesuchern erst einmal für Frust sorgte. Im Laufe des Tages wurde diese Schlange sogar noch länger statt kürzer, sodass während das Festival im vollen Gange war immer noch ein signifikanter Teil der Besucher nicht auf das Gelände konnten. Zwischenzeitlich war die Schlange circa 800 Meter lang und das mit durchschnittlich drei Personen nebeneinander.

Ähnliche Zustände gab es zwischenzeitlich auch am Eingang zum Festivalgelände, wo die Sicherheitskräfte so überfordert waren, dass die Gäste ohne jegliche Kontrolle auf Waffen, Getränke oder Festivalbändchen einfach so auf das Gelände stürmen konnten. Einlassbereich und Bändchenumtausch waren viel (!) zu unterdimensioniert für die Anzahl Metalheads, welche Einlass begehrten.

Auch bei den Sicherheitskräften konnte das Metalfest West nicht überzeugen. Es machte den Anschein, als sei keine Einweisung des Personals erfolgt, so blieben Fragen nach dem Weg meist durch ein "Da kann ich Ihnen nicht helfen, ich weiß es nicht." beantwortet. Auch war unklar, wohin man mit welchen Zugangspässen gehen darf. Wenn man mit großem Kameraequipment in der Hand einem Security am Einlass zum Gelände seinen "PRESS"- und seinen "PHOTO"-Pass zeigt und der einen mehrfach "Ey, bissu Bänd?" fragt, ist man schon ein wenig sprachlos. Auch wurde erst im Laufe des ersten Festivaltages kommuniziert, dass die Sicherheitskräfte die Crowdsurfer auffangen sollen und man nicht wartet, bis sie auf der Stufe hinter der Absperrung auf den Boden klatschen um sie dann schnellstmöglich wegen Ermangelung einen "PHOTO"-Passes aus dem Bühnengraben zu werfen.


Das Wetter startete am Donnerstag sehr vielversprechend: Es war warm und sonnig, als mit Sapiency die erste Band die große Bühne betrat. Sapiency hatten sich durch das Gewinnen des Radio-Bob-Contests qualifiziert das Publikum als erste Band des Festivals in Empfang zu nehmen. Dies geschah auch in mehr als angemessenen Rahmen, denn die Band um die beiden Sänger Krsto Balic und Lars Bittner konnte mit ihrem Melodic-Death-Metal durchweg überzeugen. Der eingängige Mix aus harten Growls und cleanen Gesangspassagen kam gut an und machte Lust auf mehr.

Weiter ging es mit Turbowolf, einer psychedelisch angehauchten Stoner-Rock Gruppe aus Bristol, England, deren Frontmann Chris Georgiadis direkt aus einer Zeitmaschine zu kommen scheint, welche zuvor in Woodstock Halt gemacht hat. Das Publikum war noch spärlich vorhanden (standen ja noch alle an der Bändchenausgabe), aber diejenigen die da sind haben Spaß. Wobei es ein paar Lieder dauerte, bis der für ein Metalfestival doch eher ungewohnte Musikmix bei den Zuhörern punkten konnte.

Der nächste Act auf der Hauptbühne waren Skull Fist, welche regelrecht vom Publikum erwartet und dementsprechend auch gefeiert wurden. Die Jungs aus Toronto, Kanada zelebrierten klassischen Heavy Metal auf eine sehr frische und energiegeladene Art, welche beim Publikum sichtlich gut ankam. Aber auch die Bandmitglieder hatten Spaß und tobten auf der Bühne rum und kamen auch durch den Bühnengraben um direkt vor den Fans zu spielen. Optisches und akrobatisches Highlight war sicher das Gitarristenhuckepack, bei dem beide Gitarristen übereinander Gitarrre spielten.

Weiter mit der Partystimmung ging es als Alestorm die Bühne enterten. Der Piraten-Metal begann eher untypisch mit einem elektronischen Intro, doch schon bald konnte die Meute an der Loreley zu Songs wie „Shipwrecked“ oder „Keelhouled“ abgehen. Alestorm stellten wieder Mal unter Beweis, dass sie ein Garant für Spitzenstimmung sind und die Massen begeistern können. Dementsprechend voll war es auch auf den Rängen.

Setlist Alestorm
Shipwrecked
Midget Saw
Nancy the Tavern Wench
Keelhauled
Rumpelkombo
Rum
Death Throes of the Terrorsquid
Over the Seas
Wenches and Mead
Captain Morgan's Revenge

Moonspell aus Portugal kamen kurz darauf aus einer ganz andere Sparte, die vollkommen ohne Partystimmung auskam. Mit Songs vom neuen Album „Alpha Noir“ aber auch Klassikern wie „Opium“ verbreiteten sie düstere und kriegerische Stimmung an der Loreley.

Setlist Moonspell
Axis Mundi
Alpha Noir
Lickanthrope
Wolfshade (A Werewolf Masquerade)
Opium
Awake!
Em Nome Do Medo
Alma Mater
Full Moon Madness

Als nächstes standen Legion Of The Damned auf dem Plan, welche jedoch aufgrund starker Regenschauer massiv Zuschauer verloren. Das freute natürlich Nachtblut, welche quasi zeitgleich die zweite Bühne bespielten, welche sich in einem Zelt befand. So zogen Menschenmassen ins Zelt und nicht selten vernahm man („Wer spielt da eigentlich?“ - „Mir egal, Hauptsache trocken“). Legion Of The Damned zeigten sich jedoch unbeeindruckt und zockten ein gewohnt gutes Set.

Setlist Nachtblut

Ketzer
Die Blutgräfin
Ich trinke Blut
Kreuzigung
Mein Gebieter
Der Weg Ist Das Ziel
Macht
Antik
Kreuzritter
Alles Nur Geklaut

Mehr Glück hatte Hypocrisy, die Band um Frontmann Peter Tägtgren, denn der Regen verzog ebenso schnell wie er gekommen war, sodass die Fans wieder aus dem Zelt hervorkrochen und die Hände gen Bühne reckten, als Hypocrisy mit vollem Einsatz in die Schlacht zogen. Gekonnt weiß die Band die Energie der Fans zu nutzen und die Stimmung weiter voran zu treiben, was durch die geglückte Songauswahl besonders schnell gelang.

Setlist Hypocrisy
Fractured Millennium
Valley of the Damned
Adjusting the Sun
Fire in the Sky
Killing Art
Pleasure of Molestation / Osculum Obscenum / Penetralia
Eraser
The Final Chapter
Warpath
Roswell 1947

Blind Guardian sind live eine Macht, dass zeigte sich schon daran, dass wenige Noten von "The Bard's Song (In The Forest)" beim Soundcheck das komplette Publikum zu begeistertem Klatschen brachten. Das Set bestand überwiegend aus Klassikern, aber auch ein paar neuere Songs waren dabei ("Für die die's mögen", Sänger Hansi Kürsch). Schon beim Nennen des Titels war schnell zu erkennen, welche Songs sich das Publikum wünschte und welche nicht so wichtig sind. Gefeiert wurden jedoch alle gleichermaßen. Bei jeder Songankündigung, ließ Hansi durchblicken, dass die Band zu wenig Zeit habe und er die Ansagen kürzer halten müsse, was er jedoch nicht tat. Das Publikum war mit ganzem Herzen dabei und sang aus voller Kehle mit, so wurde nach "Valhalla" der Refrain noch dutzende Male wiederholt, bis die Band den Chor abwürgen musste, damit noch weitere Songs gespielt werden konnten. Natürlich durfte auch "The Bard's Song (In The Forest)" nicht fehlen, dessen Gesangspart nahezu komplett vom Publikum übernommen wurde.

Setlist Blind Guardian
Sacred Worlds
Welcome To Dying
Nightfall
Time Stands Still (At The Iron Hill)
Tanelorn
Lost In The Twilight Hall
Majesty
Bright Eyes
Valhalla
Imaginations From The Other Side
The Bard's Song (In The Forest)
Mirror Mirror

Etwas weniger Menschen, aber doch noch mehr als genug, bleiben um auch der letzten Band des Abends auf der Hauptbühne ihre Aufmerksamkeit zu widmen: Waren doch keine geringeren als Megadeth für diesen Job gebucht. Die Band welche kurz zuvor in Kroatien mit Steinen beworfen wurde, weil angeblich deren Verhalten für die Absage der Bands W.A.S.P. und Dark Tranquillity verantwortlich war, ließ sich nichts anmerken und lieferte einen guten Gig ab. Natürlich durfte auch die wohl jedem Metalhead bekannte „Symphony Of Destruction“ nicht fehlen, welche von den Fans mit Begeisterung abgefeiert wurde.

Setlist Megadeth
Never Dead
Head Crusher
Hangar 18
She-Wolf
Trust
Dawn Patrol
Poison Was The Cure
Sweating Bullets
Angry Again
Whose Life (Is in Anyways?)
Public Enemy No. 1
Symphony Of Destruction
Peace Sells
Holy Wars... The Punishment Due


Die Hauptbühne eröffnete am zweiten Festivaltag die Band Huntress, ein Newcomer aus den Staaten mit weiblichem Gesang. Musikalisch geht es in die Richtung Heavy Metal, wobei wenn man im Internet nach der Band sucht man den Eindruck gewinnt, dass die Musik weniger wichtig ist als das Aussehen der Frontfrau Jill Janus, welche sich gerne wenig bekleidet fotografieren lässt. Während die Instrumente noch cool klangen ging mir ihr Gekreische furchtbar auf den Keks, aber den anwesenden Zuschauern gefiel es.

In eine ganz andere Kerbe schlugen die Polen von Vader, welche als nächstes die Hauptbühne betraten. Wer durch Jill Janus Gekreisch nicht geweckt wurde, der wurde es durch den kompromisslosen Death-Metal der Mannen um Sänger Piotr „Peter“ Wiwczarek. Granaten wie „Devilizer“ oder der letzte Song „Helleluyah (God Is Dead)“ begeisterten das Publikum.

Grand Magus aus Schweden machten Heavy Metal in hervorragender Qualität, wenn auch die Show äußerst als statisch und bewegungslos ist. Das alles war jedoch egal, denn die Mucke fetzte und die Haare wirbelten im Publikum um die Wette. Mit im Gepäck hatte das Trio aus Stockholm die aktuelle Scheibe „The Hunt“ (VÖ: 25. Mai 2012).

Setlist Grand Magus
Like The Oar Strikes The Water
Ravens Guide Our Way
I, The Jury
Valhalla Rising
Hammer Of The North
Iron Will

Deutlich mehr Bewegung gab es nachfolgend bei Saltatio Mortis, einer Band bei der Sänger Alea der Bescheidene keine Sekunde still steht. Einen Großteil der Zeit verbrachte der gute Mann so oder so in der Luft, denn gesprungen wurde auf der Bühne viel. Ähnliches wurde jedoch auch vom Publikum erwartet, welches der Bitte schnell nachkam. Mit Songs wie „Falsche Freunde“ gelang es schnell Stimmung im Publikum zu machen und spätestens als Sänger Alea eine Runde durch das Publikum crowdsurft waren die Fans vollends begeistert.

Als nächstes stand mit den Wölfen heulen auf der Todoliste für das Metalfest, denn Powerwolf waren an der Reihe. Die Band welche hervorragende Livequalitäten aufweist konnte auch auf der West Ausgabe des Metalfests mehr als überzeugen. Kult sind mittlerweile auch die Ansagen des Fronters Attila Dorn, welche vom überwiegenden Teil des Fans schon auswendig mitgebrüllt werden können. Auch die Setlist ließ keine Wünsche offen, wobei sich die meisten noch ein wenig mehr gewünscht hätten, doch auf Festivals ist die Zeit nun mal knapp.

Setlist Powerwolf
Sanctified With Dynamite
Prayer In The Dark
We Drink Your Blood
Raise Your Fist, Evangelist
All We Need Is Blood
Werewolves of Armenia
Resurrection by Erection
Saturday Satan
Lupus Die

Der Menge wurde keine Pause gegönnt, denn schnell stand mit Eluveitie die nächste von vielen erwartete Band auf der Bühne. Die Schweizer Pagan-Metaler konnten mit Songs wie „Meet The Enemy“, „Uprising“ oder „Inis Mona“ überzeugen, bei denen fast das ganze Amphitheater  mit headbangenden Menschen gefüllt war. Die Stimmung war gut und Frontmann Christian „Chrigel“ Glanzmann tat sein Übriges um das Ganze noch weiter anzufeuern.

Sicherlich ein Highlight des Festivals war der Auftritt von Behemoth. Man muss auf CD kein großer Fan Black-Metal sein, aber was Behemoth auf der Bühne zelebrierten suchte seinesgleichen. Die gewaltige Energie der über alles erhaben wirkenden Polen war beeindruckend. Die überstandene Leukämie-Erkrankung von Sänger Adam Michal „Nergal“ Darski merkte man ihm nicht an, er wirkte eher noch stärker.  Als Sahnehäubchen wurde mit Feuer gespielt und Plastikschnipsel ins Publikum geblasen.

Setlist Behemoth
Ov Fire and the Void
Conquer All
Moonspell Rites
Slaves Shall Serve
Christians to the Lions
Demigod
Lucifer

Deutlich weniger ernst ging es mit Edguy weiter: Die Power-Metaler aus Fulda um Tobias Sammet gingen mit viel Witz an die Sache ran und nahmen sich selber sichtlich nicht ernst. Eine erfrischende Abwechslung, wenn auch die zu langen Monologe von Tobias auf Dauer ein wenig nervten. Auf Headliner-Tour darf er das gerne machen, aber bei einem Festival ist die Zeit dann doch zu begrenzt. Wenn dann mal Musik gemacht wurde, war aber wieder alles wunderbar und mit Songs wie „King Of Fools“ oder „Lavatory Love Machine“ hatten die Hessen das Publikum auch schnell auf ihrer Seite.

Setlist Edguy
Nobody's Hero
The Arcane Guild
Tears of a Mandrake
Rock of Cashel
Lavatory Love Machine
Superheroes
Robin Hood
Ministry of Saints
King of Fools

Als letzte Band der Hauptbühne standen Kreator auf dem Plan, wobei ihr Auftritt noch kurz vorher auf der Kippe stand, da das Equipment während der Anreise verloren gegangen war. Dumm gelaufen, doch als Ersatzequipment beschafft war ließen die Jungs um     Miland „Mille“ Petrozza die „Hordes of Chaos“ über das Metalfest ziehen und verwüsteten mit ihrem Thrash-Metal gekonnt alles was ihnen im Weg war.

Setlist Kreator
Violent Revolution
Hordes of Chaos (A Necrologue for the Elite)
Phobia
Phantom Antichrist
Extreme Aggression
People of the Lie
From Flood Into Fire
Terrible Certainty
Voices of the Dead
Coma of Souls
Endless Pain
Enemy of God
Pleasure to Kill
Terrorzone
Betrayer
Flag of Hate
Tormentor


Der dritte und letzte Festivaltag begann mit einer Planänderung, den anstatt Krypteria spielten Burden als Opener auf der Hauptbühne. Krypteria, welche kurz zuvor auf Asien Tour waren, mussten krankheitsbedingt absagen, doch glücklicherweise konnten Burden kurzfristig einspringen. Aber Burden konnten überzeugen, wenn auch der ein oder andere Fan im ersten Moment verzweifelt nach Krypteria Frontfrau Ji-In Cho gesucht haben dürfte. Musikalisch war es eine Mischung aus Hard Rock und Heavy Metal - genau richtig um sich nach dem Aufstehen langsam an die musikalische Härte zu gewöhnen, welche noch folgen sollte.

Steelwing spielten im Anschluss Heavy Metal und eine ansehnliche Menge junger Headbanger hatte sich vor der Bühne versammelt. Die Band, welche genreuntypisch weniger auf Trueness, Stahl und Leder setzte, trat in schwarz-gelben, vom Warnzeichen für atomare Strahlung inspirierten, Outfits auf.

Für ein wenig mehr weibliche Beteiligung im Metalfest Billing sorgten Epica, welche mit Frontfrau Simone Simons als einzige Band auf dem Festival Symphonic Metal präsentierten (Krypteria waren ja ausgefallen). Die Niederländer ließen gehörig die Haare fliegen und das Publikum tat es ihnen nach. Professionell wurde das Set runter gezockt und insbesondere Simones Stimme konnte überzeugen.

Dark Tranquillity sind eine dieser Bands, mit der man bei der Planung eines Metalfestivals nicht viel falsch machen kann. Sympathisch, spielfreudig und sichtlich bei guter Laune präsentierten sie sich auch auf dem Metalfest West. „Terminus (Where Death Is Most Alive)“, „Therein“ oder „Misery´s Crown“ wurden von den Fans euphorisch abgefeiert, so dass sich Frontmann Mikael Stanne höflich bedankte und seine Freude hier zu spielen zum Ausdruck brachte.

Eine weitere Band mit der man bei einem Metalfestival nichts falsch machen kann sind die Mannen von Ensiferum, denn sie sind ein Garant für Partystimmung. Mit Songs wie „Token Of Time“, „Ahti“ oder „From Afar“ konnten sie das Publikum schnell überzeugen. Mit dabei war auch ein neuer Song namens „Burning Leaves“, welcher auf dem bald erscheinenden Album „Unsung Heroes“ (VÖ: 24. August 2012) zu finden sein wird.

Setlist Ensiferum
Twilight Tavern
Tale of Revenge
Ahti
Token of Time
Burning Leaves
From Afar
The New Dawn
Battle Song
One More Magic Potion
Iron

Als zu Fear Factory schon alle Fans bereit standen staunten sie nicht schlecht, als das Kyuss Lives! Backdrop nach oben fuhr. Die zwei Zettelchen in kleinster Schrift, welche auf dem kompletten Areal aufgehängt waren, um über die Spielplanänderung zu informieren hatte nahezu niemand wahrgenommen. Dies führte dazu, dass die Fear Factory Fans schnell wieder abzogen und keine Kyuss Lives! nachrückten. Dumm gelaufen, sodass Kyuss Lives! im Endeffekt vor einer sehr überschaubaren Menge Fans spielen mussten. Verschärfend kam hinzu, dass Kyuss Lives! sehr vielen Festivalbesuchern von vornherein vollkommen unbekannt war.

Zeitgleich zum Fußballspiel Deutschland gegen Portugal  gingen Fear Factory auf die Bretter. Da die Kapazität im Biergarten sehr begrenzt und der selbige bald abgesperrt war, fielen nicht viele Fans fußballbedingt aus, sodass für Fear Factory wieder deutlich mehr Menschen vor der Bühne ausharrten als kurz zuvor bei Kyuss Lives!. Mit minimalistischem Bühnenaufbau hauten die Jungs um Burton C. Bell trotzdem ordentlich rein und brachten einen Großteil der während Kyuss Lives! verloren gegangenen Stimmung zurück.

Setlist Fear Factory
Shock
Edgecrusher
Smasher/Devourer
Linchpin
Powershifter
Recharger
Demanufacture
Self Bias Resistor
Replica

Weniger minimalistisch gingen In Extremo die Sache an, mehr Leute, mehr Kostüme und (natürlich!) ein wenig Feuer und schon kann die Party steigen. Da die Bandmitglieder auch vorzeitig aus dem Backstagebereich mussten konnten sie das Fußballspiel nicht zu Ende sehen, doch ließen sie es nicht nehmen kurz nach Abpfiff das Endergebnis (1:0 für Deutschland) zu verkünden. Mit grandioser Performance und gut ausgewählten Songs beendeten die sieben Mannen von In Extremo als mehr als würdiger Headliner das Treiben auf der Hauptbühne.

Setlist In Extremo
Sterneneisen
Frei Zu Sein
Zigeunerskat
Vollmond
Herr Mannelig
Sängerkrieg
Flaschenpost
Unsichtbar
Liam
Zauberspruch No. VII
Viva La Vida
Siehst du das Licht
Nymphenzeit
Küss mich
Rasend Herz
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Erdbeermund
Spielmannsfluch


Bands erstklassig, Wetter durchwachsen, Stimmung fantastisch! Unter’m Strich ein tolles Festival, was jedem Spaß gemacht haben dürfte, trotz aller organisatorischen Patzer (und davon gab es zu viele).