Zwei Jahre mussten Fans und Organisatoren gleichermaßen ausharren bis das nächste Rage Against Racism Open Air im Jugendzentrum Mühle in Duisburg Rheinhausen stattfinden konnte. Im letzten Jahr fiel das Festival nämlich aufgrund verschärfter Sicherheitsbestimmungen, welche ein Resultat der tragischen Todesfälle während der Duisburger Loveparade waren, aus. Die Zeit wurde genutzt, Spendengelder wurden gesammelt, das Sicherheitskonzept überarbeitet und nun konnte das beliebte kleine Benefiz-Festival gegen Rechts erneut an den Start gehen.

Zwar sah das Wetter zunächst durchwachsen aus, doch es lockten zahlreiche Bands aus der Umgebung eine ganz ansehendliche Anzahl Besucher auf das Gelände der Mühle. Der Eintritt war wie in jedem Jahr frei, nur Glasflaschen mussten aus Sicherheitsgründen draußen bleiben. Drinnen warteten extrem faire Preise für Speis und Trank: Eine Wertmarke kostete 1,50 und entsprach dem Gegenwert von einer Wurst vom Grill oder einem Bier vom Fass. Meckern kann man da nicht!

Den Einstieg auf dem Festival machten Gloryful, bei denen sich unter anderem Jens Basten von den Night In Gales und Oliver Karasch (Ex Enemy Within) verdingen. Gloryful , die ich bereits schon auf dem Evil Horde Festival begutachten konnte, stehen für Mukke die sich am ehesten als traditionellen Powermetal einordnen lässt. Nach dem Intro macht die Truppe um Fronter Johny la Bomba ordentlich Alarm auf der Bühne und kommt auch beim (noch eher sparsam vertretenen Publikum) ziemlich gut an. Kein Wunder, denn die Songs gehen direkt ins Ohr und Mr. la Bomba ist eine Rampensau erster Güte und schafft es dann auch ohne große Schwierigkeiten dem Publikum neben Statements gegen das rechte Pack auch noch, mit einem Augenzwinkern, einen Schwur gegen das illegale Downloaden von Songs unterzujubeln . Wer Gloryful verpasst hat, hat echt was verpasst.

Setlist Gloryful:

Intro
Fists of Steel
Far Beyond Time
Death of the first Earth
Breaking Destiny
Heavy Metal (MTMTE)
The Warrior's Code
Gloryful's Tale
Schlussakkord in Moll

 

Kurze Zeit nach den letzten Klängen (die obligatorische Umbaupause) ging es dann mit Melodic Deathmetal von Harasai, die momentan an Ihrem zweiten Album schrauben, weiter. Wer Harasai kennt weiß dass die Gesellen um Front-Growler Martin nichts anbrennen lassen und demzufolge ein Gut- Laune-Garant sind. So dauerte es auch nicht lange bis das Publikum aufgefordert wurde dem rechten Pack die "Fist" zu zeigen, eine Aufforderung der das Publikum auch umgehend nachkam. Harasai zockten eine ganze Reihe Songs ihres Erstlingswerks I-Conception aber auch einige neue Stücke. Martin hatte sogar einige Shirts seines Evil Horde Festivals dabei, welche er in die Menge beförderte. So macht man sich Freunde und das Publikum nahm das Geschenk dankend an. Einziger Wehmutstropfen war der kleine Regenschauer der zwischen Constant Disbelief und Dying Race Domain auf das Publikum niederging. Doch so schnell wie er kam, war der Regen auch schon wieder weg und die Sonne kam raus. Gut dass man sich beim Bierstand untergestellt hatte, so konnte der gelungene Gig mit einem Bier in der Hand und der nächsten Band Cause For Confusion weitergehen. Mit einer gesunden Mischung aus Hardrock und Metal treten die Jungs aus Mönchengladbach auf die Bühne und Basser Makka streckt dem Publikum mehr als einmal seine Zunge entgegen. Die Jungs haben ordentlich Spaß auf der Bühne und Andreas weiß das Publikum mit seiner Mischung aus Shouts und Reibeisengesang zu begeistern. Die Jungs passen perfekt in die Schiene des Metal, welche in Mönchengladbach schon mit Motorjesus prächtig gedeiht,denn ebenso wie bei Ihren Bandkollegen ist dann den Jungs von Cause of Confusion alles echt. Es verwundert also nicht, dass der Band welche es nun schon seit gut 8 Jahren gibt, nur positive Resonanzen und diverse Pommesgabeln entgegen fliegen. Auch für einen kurzen Plausch nach der Show nimmt man sich gerne Zeit, obwohl die Nacht davor kurz war und die Jungs dann doch gerne ins Bett wollen.

Setlist Cause For Confusion:

Behind the sun
Know me
Second Shadow
Soul
Try
Live with the lie
The Anthem
Lifer
Fallen Angel
Lose
Before you die

Etwas leerer wurde es dann bei World Downfall mit deren Musik das Publikum anscheinend nicht ganz so viel anfangen konnte (warum auch immer). Nachdem die Band zum Einstig erst einmal ein Gitarrenkabel plättet und das vorhandene Publikum nach einem Gesangssolo schreit kommt langsam Bewegung in das Ganze. Fronter Lohm sucht letztendlich auch die Nähe zum Publikum, springt in den Graben und klettert auf die Absperrung um das Publikum von dort aus mit seinen Growls zu versorgen und seine Dreads fliegen zu lassen.

Nach World Downfall wurde es recht schnell wieder voller, denn mit Synasthasia stand eine Band auf dem Plan, die mehr Stilwechsel als jede andere durchgemacht hat und deren aktuelles Album den Titel Style Collector somit völlig zu Recht trägt. Hinzu kommt, dass Synasthasia gerade in Duisburg ein relativ hohes Ansehen genießen und schon seit jeher eng mit dem Rage Against Racism verbunden sind. Auch dieses Mal sorgten die Jungs um Dennis "Schally" Marschallik für eine richtig fette Party auf dem Gelände des JZ Mühle.

Setlist Synasthasia:

Fate
Destination Nowhere
IBWT
Beyond the Flames
Falling
Imprisoned
The Saints
War
Dead from inside
Soul Collector

Nach den Style Sammlern ging es rockig mit, der laut Sänger Lutz Vegas ,einzigen Rock 'n' Roll Kapelle des Abends weiter, den V8 Wankers. Die Band kam beim Publikum sehr gut an, was nicht verwunderlich ist. Rock 'n' Roll ist schließlich der Vorfahre des Metal und quasi allgemeinverträglich . So ziemlich jeder konnte mit der Mucke was anfangen und hatte seinen Spaß, was auch die Band recht schnell spitz bekam. Und so machte sich auch Sänger Lutz erst obenrum frei und dann ab durch die Mitte in Richtung Publikum.

Setlist V8 Wankers:

Hell on Wheels
Lights out
Rocking Horse
Bomb the bastards
Bad Ass/SS
I'm the kind of guy
What me worry
Blitzkrieg Burnout
Great Racer
Bad Boys Paradise
This one is for you
Eier aus stahl
We went rocking
A rat that roars
Wankers without a cause

Auch die Trasher von Contradiction waren mit von der Partie um dem braunen Gesindel ordentlich Dampf zu machen und zockten sich souverän durch ihr Repertoire. Auch hier erfreute sich die Absperrung des Fotograbens großer Beliebtheit und der Basser musste doch direkt mal testen wie gut man die Bühne von dort sehen kann bevor es denn mit den Headlinern Night In Gales und Suidakra weitergehen konnte.

Während sich bei der Band Night In Gales Fronter Björn die Seele aus dem Leib schrie und Basser Tobbe eifrig über die Bühne turnte, konnte man im Publikum an dem (noch viel zu hellen Abend) diverse Matten kreisen sehen. Viel aktuelles und auch einige Songs vom ersten Long Player der Kombo aus Voerde wird dem Publikum da direkt vor den Latz geballert.

Suidakra bilden den Abschluss des Rage Against Racism mit einer ausgewogenen Mischung aus Celtic, Folk und Death Metal . Scheinbar hatte das Publikum darauf nur gewartet, denn zu Suidakra wurde es richtig voll vor der Bühne und auch mit einem erhöhten Crowdsurfer Aufkommen war zu rechnen. Eine richtig geile Show, die einen perfekten Abend perfekt enden lies.

Wir hoffen dass es auch im nächsten Jahr wieder die Möglichkeit gibt dem braunen Abschaum ordentlich Gegenwind zu bieten.