Lange lange musste ich warten und am 12.05.2012 war es endlich so weit - ich durfte Paradise Lost Live erleben. Voller Vorfreude machte ich mich mit ein paar Begleitern also auf nach Bochum, in Erwartung einer Performance der Extraklasse.

Doch unsere Erwartung wurden leider nur bedingt erfüllt. Erst einmal war ich auf die beiden angekündigten Vorgruppen gespannt, nämlich Vreid und Swallow The Sun. Da wir ein paar Minuten Verspätung hatten, dachten wir schon Vreid verpasst zu haben, doch später erfuhr ich, dass diese gar nicht spielen würden. Dann eben direkt Swallow The Sun. Den Namen hatte ich zwar schon ein paar mal gelesen, jedoch nie etwas von dieser Gruppe gehört.
Swallow The Sun sind eine sechsköpfige Melodic-Death/ Doom Metal Band aus Finnland. Gegründet im Jahre 2000 erreichte man in der Heimat mehrere Chartplatzierungen unter den Top 10. Nicht verwunderlich also, dass der Raum schon gut gefüllt war. Die ersten Klänge, die ich von ihnen vernahm, bestätigten meine Erwartungen, melancholischer Metal mit Seitenhieben in die Nachbargefilde begrüßte mich. Die Skandinavier wissen eben, wie man das macht. Sie boten eine gute Show, die Menge vor der Bühne erwiderte ihren Auftritt mit Begeisterung und ordentlich Beifall. Etwas düster, sehr rockig und mit fliegenden Haaren auf wie auch vor der Bühne.
Der Hauptact Paradise Lost betrat dann ohne großes Tamtam die Bühne. Sie hatten hauptsächlich ihr neues Album „Tragic Idol“ im Gepäck, aber natürlich auch ältere Stücke wie zum Beispiel „Symbol of Life“, die begeistert aufgenommen wurden. Animation brauchte das Publikum nicht, gesprungen, geklatscht, gejubelt und gebangt wurde auch ohne Aufforderung.
Leider ist die Location nicht uneingeschränkt für solche Konzerte geeignet. Macht man es sich neben der Bar gemütlich, so wie wir – übrigens nicht nur zum Trinken sondern natürlich auch um alles zu überschauen – geht die Stimmung im Laufe der Tube (der Raum hat seinen Namen zu Recht) verloren. Man hört die Musik, aber vom Live-Feeling bleibt hinten nicht mehr all zu viel. Wir haben sogar den Anfang und die ersten Songs von Paradise Lost verpasst, weil wir in der Pause zum Merch in den Nachbarraum gegangen sind. Dort hörte man nichts und so war die Enttäuschung natürlich um so größer, als wir mitten in das schon laufende Konzert zurückkehrten.
Aber zurück in der Tube genossen wir das restliche Konzert. Neben den mir schon bekannten Stücken hörte ich auch einige unbekannte, die meine Begeisterung für Paradise Lost nur wachsen ließen, Hallentauglichkeit hin oder her. Ich ließ mich von der Stimmung vor der Bühne anstecken. Es reichten schon wenige Riffs und das Publikum tobte wieder. Doch für eins war die Tube hervorragend geeignet: die Lightshow kam in der Bühnen-breiten Halle voll zur Geltung. Stroboskopgewitter und rotierende Sägeblätter rund um die Bühne heizten weiter an.
Nach ein paar Stunden war es nun leider auch wieder vorbei. Paradise Lost werde ich mir auf jeden Fall wieder live anschauen, und Swallow The Sun näher ins Auge fassen. Für weitere Konzerte in der Matrix bin ich nun vorbereitet, es heißt eher da sein und sich nahe an der Bühne postieren, um den uneingeschränkten Konzertgenuss zu haben.
Die Menge verlief sich nun in der Matrix, und wenn man schon mal hier war, wieso sollte man nicht auch die Nacht hier verbringen?