Am Samstag den 28. April machte ich mich auf, um dem zweitägigen Groezrock Festival im belgischen Meerhout einen Besuch abzustatten. Als eines der ersten Festivals der Saison 2012 war insbesondere das April-Wetter ein kritischer Faktor. Trotzdem hatten sich Heerscharen von Punkrock und Metal-/Hardcore Fans im beschaulichen Meerhout (< 10.000 Einwohner) versammelt um ein großes Fest zu feiern.

Das Festival liegt weniger als eine Autostunde von der deutschen Grenze entfernt und war schnell zu finden. Auch gab es bei der Anreise samstagmorgens keinen Stau und man konnte direkt bis an das Gelände fahren. Dies lag sicherlich auch zum Teil daran, dass die überwiegende Masse der Fans schon am Vortag angereist war.

Auf dem Festivalareal angekommen, fielen zuerst die großen Zirkuszelte auf, in welchen die Bühnen untergebracht waren. Die beiden Hauptbühnen waren die Main Stage und die Impericon Stage. Als kleinere Nebenbühne gab es die Etnies Stage und für diejenigen, die es etwas ruhiger mögen gab es die Fender Acoustic Stage. Als fünfte und letzte Bühne gab es die Macbeth Stage, welche jedoch nicht einmal in der offiziellen Running Order Erwähnung fand. Anders als man es von den meisten Metal Festivals gewohnt ist, wurden die beiden Hauptbühnen teilweise gleichzeitig bespielt. So konnten zwar mehr Bands im Billing untergebracht werden, jedoch gab es noch mehr Überschneidungen. Um für den Einzelnen die Überschneidungen jedoch in Grenzen zu halten fand eine musikalische Trennung der beiden Bühnen statt, sodass die Main Stage punklastiger und ein wenig ruhiger, als die eher metal- oder hardcorelastige Impericon Stage war. Etwas ungünstig war, dass man den Zelten von außen nicht entnehmen konnte, welche Bühne sie beinhalteten, sodass in Kombination mit den wenigen aufgehängten Geländeplänen, schnell ein wenig Orientierungslosigkeit beim leicht angeheiterten Publikum entstand. Ein Manko welches sich schnell und günstig durch an den Zelten angebrachte Banner hätte lösen lassen.

Als zweites fielen einem die ewig langen Schlangen vor den Ständen auf, welche Getränkewertmarken verkauften. Die Wartezeit betrug hier sicherlich 20 Minuten, oder sogar noch mehr. Glücklicherweise deckten sich die Festivalbesucher schnell mit genügend Wertmarken ein, sodass ab Samstagnachmittag die Warteschlangen auf eine vertretbare Länge geschrumpft waren. Drei Getränkemarken kosteten fünf Euro und ließen sich gegen drei 0,25 Liter Bier oder Softdrinks eintauschen, welches so einem Preis von 6,67 Euro pro Liter entsprach. Essenswertmarken kosteten zwei Euro das Stück, wobei die meisten Speisen zwei bis sogar vier Wertmarkten kosteten. Die Auswahl an potentieller Nahrung war groß: Es gab Hamburger, Sandwiches, Pommes, Asiatisches, Eis und auch für Veganer war ein eigener Stand dabei.

Die belgische Biermarke Jupiler hatte zu Werbezwecken zwei Rodeo Bullen mitgebracht, welche ausgiebig von den Benutzern genutzt wurden. Wobei die Blicke der Zuschauer allzu oft weniger auf die beiden Reiter, als auf die drei Damen gerichtet waren, welche zum Tanzen und Anheizen der Menge mit dabei waren.

Wenn man alleine auf einer Veranstaltung dieser Größenordnung ist, bei der es über 80 Bands zu sehen gibt, stellt sich immer die Frage, wie man am besten davon berichtet: Schaut man sich pro Tag circa zehn komplette Konzerte an und berichtet relativ detailliert von vorne bis hinten oder versucht man so viele Bands wie möglich zu fotografieren und somit ein breites Spektrum eher oberflächlich abzudecken. Ich habe mich für letzteres entschieden und mich dabei auf die beiden Hauptbühnen beschränkt.


Bereits in aller Herrgottsfrüh, nämlich bereits um 11:00 Uhr betraten Chixdiggit die Main Stage. Die Pop-Punker aus Kanada sprachen mit ihren einfachen Lyrics und Liedlängen um die zwei Minuten das noch schläfrige Publikum an. Mit eingängigen Songs wie „I Wanna Hump You“, „Quit Your Job“ oder „Spanish Fever“ schafften sie es in Windeseile Stimmung in das schon erstaunlich gut gefüllte Zelt zu bringen. Nicht alles lief für die Bandglücklich, denn die Gitarre von Frontmann KJ Jansen hatte kurz vor dem Gig den Geist aufgegeben, doch netterweise konnten die Jungs von The Copyrights mit einem Leihinstrument aushelfen.

Direkt im Anschluss an das 30 minütige Set der Kanadier machten die Paceshifters aus den Niederlanden die Impericon Stage mit ihrem schnellen Punk Rock unsicher. Die Band, welche schon im Vorjahr auf dem Groezrock vertreten war konzentrierten sich ein wenig zu viel auf die pure Musik, sodass wenig bis keine Interaktion mit dem Publikum stattfand. Entsprechend teilnahm- und bewegungslos standen die Fans auch vor der Bühne. Die recht junge Band hatte im Vorjahr den Contest gewonnen und hatten daher die Ehre die Bühne im Jahre 2012 zu eröffnen.

Schnell rüber zu Authority Zero, die direkt von der ersten Sekunde an vollen Einsatz des Publikums in Form eines Circle Pits forderten. Gesagt getan, das Publikum ging gut mit und servierte der Band Circle Pits, Crowdsurfer und Sprungeinlagen am laufenden Band. Passend dazu legten die vier Amerikaner auch eine energiegeladene Show vor, welche für viele der folgenden Bands nicht zu übertreffen sein wird. Auch eine Wall Of Death durfte da natürlich nicht fehlen und beim Blick Richtung Publikum stellte man fest, dass sich die Qualitäten von Authority Zero bereits rumgesprochen hatten, denn das Zelt war schon bis hinten gut gefüllt.

The Copyrights aus den USA haben bisher fünf Alben veröffentlicht, aber erst im Zuge der 2012er Ausgabe des Groezrocks fanden sie den Weg in das beschauliche Land Belgien. Wenn auch wenig Bewegung im Publikum auszumachen war, so schienen die eingängigen Melodien der Band doch Gefallen zu finden. Die beiden Sänger Brett Hunter und Jeff Funburg wechselten sich je nach Song ab und sorgen daher für ein wenig mehr Abwechslung, als wenn es nur einen Lead Sänger gegeben hätte.

We Are The In Crowd war die einzige (!) Band auf dem Groezrock Festival, welche ich gesehen habe, in der eine Frau Mitglied ist. Mit Vienna war jedoch zumindest noch eine Band mit weiblichem Anteil am Start, jedoch war das Ungleichgewicht mehr als deutlich spürbar. Mit Songs wie „Kiss Me Again“ versuchten sie die doch eher härtere Musik liebenden Fans vor der Impericon Stage anzusprechen. Obwohl mir persönlich die Musik richtig gut gefiel, taten sich insbesondere die hinteren beiden Drittel der Menge schwer der Musik viel abzugewinnen. Schade, aber eine Außenseiter Rolle im Billing ist nun mal nicht immer von Vorteil.

None More Black hatten seit ihrem letzten Auftritt in Europa 2004 zwei neue Platten auf den Markt gebracht und demnach hungrig war die Menge das neue Material auch einmal live zu erleben. Während sich die Bandmitglieder beim Headbangen fast die Köpfe aus den Körpern schraubten ging auch die Menge ordentlich ab.

Mit Royal Republic aus Schweden kam die erste Band, welche für meine Entscheidung gesorgt hatten das Groezrock zu besuchen. Die vier Jungs sind sicher eine der Bands die sich in den letzten beiden Jahren am meisten den Arsch abgetourt hat, und demnach auch eine große Fanschar vor der Bühne vereinen konnte. Mit energiegeladenen Songs wie „President’s Daughter“, „Walking Down The Line“ und „All Because Of You“ starten die Jungs in ein schon zu Beginn grandios abgefeiertes Set.

Nach der vorläufigen Auflösung in 2005 betraten Belvedere mal wieder ein Festival und das Publikum wusste dieses Zurückkommen zu schätzen und würdigte es mit viel Bewegung und Crowdsurfern. Aber auch die Band aus Kanada war nicht bewegungsfaul und sprang wild umher.

Nach viel (Pop-)Punk bekam die Metalcore Ecke mit For Today wieder Futter. Der Fünfer aus Iowa, USA spielte ein starkes, breakdownlastiges Set, welches viele Anhänger fand. Zu Songs wie beispielsweise „Fearless“ vom bald erscheinenden Album „Immortal“ formierten sich diverse Moshpits.

Kaum hatten For Today drei Lieder gespielt wurde schnell zur Main Stage gehetzt um Reel Big Fish bei ihrer Massenparty zuzuschauen. Obwohl sie vergleichsweise ruhige Musik machten waren viele Crowdsurfer unterwegs. Sowohl auf als auch vor der Bühne wurde getanzt und das Zelt wurde zu einer riesigen Party. Die Ska-Punker aus Kalifornien verstanden es das Publikum zu begeistern und konnten damit eine äußerst sehenswerte Show auf die Beine stellen.

Weiter ging es mit Miss May I, welche schon im letzten Jahr die Etnies Stage unsicher machten. Neben neuem Material wie „Hey Mister“ vom im Januar erscheinenden Album „At Heart“ gab es natürlich auch viel altbewährtes der US-Amerikaner um Frontmann Levi Benton. Direkt zum zweiten Song werden 100 Crowdsurfer vom belgischen Publikum gefordert. Immerhin kamen geschätzte 35 der Aufforderung nach und ließen sich nach vorne befördern. Auch bei weiteren Songs wie „Forgive and Forget“ riss der Strom aus Crowdsurfern, welche im Bühnengraben landeten, nicht ab.

Die vier Mannen von The Bouncing Souls offerierten dem Groezrock softerennPunkrock und die Menge stimmte meist lautstark ein und zeigte sich textsicher. Sänger Greg Attonito machte auch den einen oder anderen Spaziergang durch den Bühnengraben um sich aus der Nähe von den Mitsingqualitäten seiner Fans zu überzeugen. Mit Songs wie „East Coast! Fuck You“ konnten sie das Groezrock voll und ganz von sich überzeugen.

Für einen ersten ernsthaften Test der Groezrock Security sorgten The Ghost Inside, welche während ihres letzten Tourtages noch einmal so richtig viele Moshpits und Crowdsurfer sehen wollten und diese dann auch bekamen. Die Jungs von der Security kamen zwar ganz schön ins Schwitzen, wurden ihrer Aufgabe aber mehr als gerecht. Auch die Band wurde allen Erwartungen an ihre Musik mehr als gerecht und dementsprechend feierwütig war auch das Publikum.

Beim ersten lesen des Namens De Heideroosjes habe ich ernsthaft etwas Volksmusikartiges erwartet. Jedoch erwartete mich auf der Main Stage die bekannteste niederländische Punkrock Kapelle. Schon von weitem konnte der Volksmusikgedanke ad acta gelegt werden, denn der Stinkefinger auf dem Backdrop hätte da nicht wirklich zu gepasst. Mit „sind deutsche People hier? Da sag‘ ich obercool“ wurde die deutschen Fans auf dem Groezrock explizit angesprochen, immerhin hörte man häufig auf dem Gelände Menschen welche sich auf Deutsch unterhielten. Der Stimmung nach zu urteilen waren die meisten jedoch bewanderter im niederländischen Punkrock, sodass sie den Auftritt der Heideröschen mit Freude erwarteten und gebührend abfeierten.

Eine Besonderheit im Billing waren Yellowcard, welche mit einer Violine ein für ein Punk Festivalunübliches Instrument im Gepäck hatten. Die Alternative-Rocker um Sänger Ryan Key animierten das Publikum äußerst erfolgreich zum Springen und brachten ordentlich Stimmung ins Zelt. Zudem bedankten sie sich bei Face To Face, Lagwagon und Rancid, da sie sich sehr freuten die Bühne mit ihnen teilen zu dürfen.

Mit dem deutschen Metalcore Flaggschiff Heaven Shall Burn aus Saalfeld/Saale (Thüringen) betrat mein persönlicher Headliner die Impericon Stage. „Omen“, „Counterweight“, „Combat“, „Black Tears“ - hier werden schon zu Beginn Granaten gezündet, denn bei einer Stunde Spielzeit will man nichts verschenken. Auffallend war, dass die Jungs um Sänger Marcus nicht wie üblich gemeinschaftlich in roten Hemden auftraten. Die Stimmung war gut und es gab viel Bewegung in der Menge, doch muss man leider sagen, dass die Band in der Heimat mindestens das fünffache an Corwdsurfern, Moshpits oder ähnlichem aus dem Publikum rauskitzeln kann. Sänger Marcus freute sich jedoch trotzdem, dass so viele zu der „härtesten Band des Festivals“, wie er sagte, gekommen waren. Als es plötzlich ganz ruhig wurde und „Awoken“ aus den Boxen kam, wusste das Groezrock aber ganz genau Bescheid und machte Platz um das Eintreffen der „Endzeit“ mit einer ordentlichen Wall Of Death zu feiern.

Schon vor Beginn des Sets prangte das Logo von Lagwagon mit der CD, welche in den Mülleimer befördert wird über der Main Stage. Das Logo war zusätzlich auch auf der schick leuchtenden Bass Drum zu finden. Die fünf kalifornischen Punkrocker waren für das Groezrock keine Unbekannten, waren sich 2012 doch schon das vierte Mal vor Ort. Da wunderte es natürlich keinen, dass das Publikum sehr textsicher war und ordentlich Party machte.

Die letzte der elf Bands, welche am Samstag die Impericon Stage beschallten waren Parkway Drive. Mit vielen Wasserbällen und einem Delfin war neben der Crowdsurfern viel los über den Köpfen der Zuschauer.  Aber auch zu vielen Moshpits konnte der Metalcore der Australier begeistern. Mit Liedern wie „Pandora“ oder „Home Is For The Heartless“ konnte sich das Publikum noch einmal die letzten Kräfte aus dem Körper moshen, um dann zu den Zelten zurück zu kehren.

Die letzte Band des gelungenen ersten Abends waren Rancid aus den USA, welche als einzige Band quasi ohne zeitliche Überschneidung mit anderen Kapellen auftreten konnte. Da es die erste Show in Kontinentaleuropa seit 2003 und erst die fünfte Show in Belgien überhaupt war, hätten die meisten Alternativ Bands so oder so alt ausgesehen, denn das Groezrock war sichtlich heiß auf Rancid. Die Stimmung war ausgelassen und bei Songs wie „Fall Back Down“ lagen sich alle in den Armen. Ein gelungener Abschluss für einen gelungenen ersten Festivaltag, dessen Wetter glücklicherweise gehalten hat.


Der zweite Festivaltag begann mit ein wenig Regen, sodass ich mich erst zu Make Do And Mend aus dem Schlafsack aufraffen konnte, welche als vierte Band der beiden Hauptbühnen bereits um 12:00 Uhr auf den Brettern standen. War eine nette, aber nicht außergewöhnliche Show ohne berichtenswerte Einzelheiten.

Bereits 35 Minuten später betraten Zebrahead die Main Stage, welche mit Tiki-Bar, Planschbecken und aufblasbaren Gummipalmen dekoriert war. Die Jungs konnten die Menge überzeugen und luden drei Jungs und drei Mädels auf die Bühne auf einen kleinen Drink ein. Sex auf der Bühne wurde jedoch Seitens der Band explizit verboten. Auch so war Publikumsbeteiligung gefragt, ob beim kollektiven Abgehen, oder als die Bad die Menge aufforderte drei Schritte nach hinten zu gehen um dann auf Kommando wieder hoch zu springen. Natürlich zeigte sich dazu auch die Band passend springfreudig. Der Keyboarder, welcher auch nur Live Mitglied ist, hatte zwischenzeitlich genug Zeit um sich neben seiner Tiki-Bar als Keyboardhalter einen Drink zu genehmigen oder eine kleine Tour mit einem Schlauchboot Richtung Mischer zu unternehmen.

The Old Firm Casuals ist ein Trio um Lars Frederiksen von Rancid, welcher hier mehr auf der Oi-Punk Schiene unterwegs ist. Da der Sänger „old“ der Bassist „firm“ und der Drummer „casual“ wären, sei laut einem Witz des Frontmanns Lars der Bandname zustande gekommen. Während des Sets fing es leicht an zu regnen, was jedoch nicht weiter störte, da die Bühnen in Zelten untergebracht waren.

Als nächstes waren Motion City Soundtrack aus den USA an der Reihe um dem Publikum ordentlich einzuheizen, was auch schnell gelang. Mit der hohen Stimme und der Sturmfrisur wusste insbesondere Sänger Justin Pierre zu überzeugen.

Actionreich ging es mit den britischen Hardcore-Punkern von Your Demise weiter, welche es schafften ordentlich Bewegung ins Publikum zu bringen. Egal ob springende Fans oder Crowdsurfer, hier gab es von alledem reichlich. Die Combo konnte richtig zeigen was in ihnen steckt und ihren Ruf als hervorragende Liveband weiter festigen.

Im Anschluss eroberten Hot Water Music aus Florida die Main Stage um mit Post-Hardcore die Fans zu begeistern. Zu Beginn des Gigs zeigte sich jedoch erst einmal  Frontmann Chuck Ragan begeistert und dankbar, dass er mit seiner Band auf dieser Bühne sein durfte. Als besonderes Schmankerl gab es Lieder vom neuen Album „Exister“, dem ersten Album der Band seit acht Jahren: „State Of Grace“, „Drag My Body“ und „Down in It“ hießen die neuen Stücke. Für Trusty Chords wurde mit Dave Hause ein Gastsänger mit auf die Bühne geholt.

Die Melodic-Death Combo Architects waren mir von der Tour mit Rise Against vor wenigen Monaten noch positiv im Gedächtnis und konnten auch auf dem Groezrock punkten. Es werden zahlreich Wall Of Deaths gefordert und zu Songs wie „Numbers Count For Nothing“ formieren sich auch Circle Pits.

Mit Anti-Flag betrat eine der bekanntesten amerikanischen Punk Bands die Impericon Stage des Groezrocks. Dementsprechend platzte das Zelt auch aus allen Nähten und es herrschte Bombenstimmung. Egal ob „Broken Bones“ oder „Fuck Police Brutality“ (letzteres natürlich mit allen Mittelfingern in der Höhe) das Publikum geht mit und auch auf der Bühne ist viel los. Es wird gesprungen und gepogt, was die Knochen hergeben. Sicherlich einer der besten Auftritte des Groezrocks 2012.

Mittlerweile war das Wetter auch wieder gut: Warm und Sonne, so lässt es sich aushalten. In die Reihe der Bands, die seit längerem nicht auf Bühnen unterwegs waren reihen sich auch Thrice sein. Doch die Fans haben sie nicht vergessen und feiern bei Songs wie „The Weight“ ordentlich mit.

Terror starteten ihr Set mit einem Hip Hop Intro, was vom Publikum mit einem Grinsen quittiert wurde. Während immer mehr Crowdsurfer sich Richtung Bühne aufmachen, fordern Terror auf, immer noch mehr Crowdsurfer nach vorne zu senden und dann auf die Bühne zu steigen. Ein an die Security gerichtetes „get this guys to work“ war das Motto und das Publikum machte mit. Für jeden sich schließenden Moshpit öffneten sich zwei und auch Crowdsurfer soweit das Auge reichte. Wer nicht freiwillig in Bewegung geriet solle doch vom Nachbarn zur Bewegung gebracht werden befahl Sänger Scott Vogel.

Dass bald Simple Plan spielen würden erkannte man schon von weitem an der ersten Riehe vor der Main Stage. Weiblich und junge, nein vielleicht noch jünger war hier das Motto. Es wurde sich schon mal warm gekreischt und auch das „Can I have a plectrum please“ Schild wurde probeweise in die Höhe gereckt. Als die Kanadier dann die Bühne enterten gab es kein Halten mehr und mit Songs wie „Can‘t Keep My Hands Off You“, „Jump“ oder „Jet Lag“ konnten die Kanadier bei den Damen punkten. Warum eine doch sehr poppige Band, plötzlich Circle Pits forderte wird wohl immer ein Rätsel belieben. Doch das Publikum machte mit und die Jungs auf der Bühne verkündeten, dass sie durch moshende Mädels richtig geil werden. Naja...

Als würdigen Festivalabschluss konnten Refused verpflichtet werden. Im Oktober 1998 aufgelöst, waren sie wohl eine der am meisten erwarteten Bands des Groezrock 2012. Immerhin lag die Auflösung so lange zurück, dass der größte Teil des jungen Publikums nie in den Genuss einer ihrer Shows kommen konnte. Sie machten es besonders spannend und verhingen die Bühne mit einem Vorhang, bevor es dann wirklich losging. Song gegen Regierungen und den Kapitalismus seien heute noch wichtiger als damals, stellte Sänger Dennis Lyxzén fest und das Publikum hing gebannt an seinen Lippen. Die fünf Jungs aus Schweden wirkten kein wenig eingerostet und konnten durchweg überzeugen.