Bereits zum 4. Mal fand das Evil Horde Metalfest nun statt. Zum zweiten Mal in der Zeche Carl in Essen, einem Ort der für Metalkonzerte im Pott kaum besser geeignet wäre. Denn der Pott, das wissen zumindest diejenigen die mit der Lokalgeschichte vertraut sind, gilt nicht umsonst als Wiege des deutschen Thrashmetal.

Mit einem respektablen Billing von sage und schreibe 23 Bands haben die Köpfe der Horde eine Masse an Bands in die Zeche gezerrt, die einem normalen Festival für 2 – 3 Tage über die Runden helfen könnte. Hier in Essen komprimiert man den Spaß auf einen Tag.

23 Bands an einem Tag, kann das überhaupt funktionieren? Die Antwort ist überraschend einfach: Ja! So wurden die Bands auf 2 Bühnen, den Lichthof und die Turnhalle der Zeche verteilt und die Rechnung ging ziemlich gut auf. Zumindest dann, wenn man als Besucher nicht den Anspruch hatte alle Bands zu sehen.

Die Preise waren für ein Festival, das sich den Support des Undergrounds auf die Fahnen geschrieben hat mehr als fair und so abgedroschen die Floskel von Fans für Fans klingen mag, beim Evil Horde Metalfest trifft sie zu 100% zu. Im Billing konnte man zwischen unter Bands wie Night In Gales und Crosshead auch Szenegrößen wie Exumer und Napalm Death finden. Letzere schafften es dann in der Turnhalle ohne Schwierigkeiten das Publikum in einen riesigen Moshpit zu verwandeln. Dem Leser wird hier bereits auffallen dass in diesem Bericht kaum etwas über die einzelnen Bands steht. Das ist der Tatsache geschuldet dass es für einen Redakteur alleine nahezu unmöglich ist einen Tag mit 23! Bands wiederzugeben, schon gar nicht wenn dann auch noch alle Bands fotografiert werden wollen. Abgesehen davon halte ich es schon fast für nebensächlich hier jede Band einzeln zu loben, denn bis auf ein oder zwei Ausnahmen hat jede Band eine gute Show abgeliefert. Besonders erwähnenswert sind hier vielleicht noch Craving for chaos aus München, die ihren Gig ohne Bass weitergespielt haben, da dieser Aufgrund eines technischen Effekts ausfiel.

Kritikpunkte am Festival gab es kaum und wenn doch, dann fallen diese nicht wirklich ins Gewicht. Ungünstig waren zum einen die parallele Spielzeit der Bands auf den 2 Bühnen (ein Problem dass beim nächsten Mal beseitigt werden soll) und zum anderen wahnsinnig lange Wartepause bei Napalm Death. Wozu man bei einer solchen Knüppelband gefühlte 40 Minuten das Schlagzeug stimmen muss entzieht sich mir jeder Kenntnis.

Wie dem auch sei, beim nächsten Mal sind wir mit Sicherheit wieder dabei!

Support Metal, support the horde!