Zufallsfotos vom Nightwish "Imaginaerum" Tour in Düsseldorf (14. April 2012)

Weitere Fotos vom Konzert gibt es hier->

Nightwish "Imaginaerum" Tour

Am Samstag den 14. April 2012 luden die finnischen Symphonic-Metaler von Nightwish zum Konzert. Es war im Zuge der "Imaginaerum" Tour 2012/2013 der erste Auftritt auf deutschem Boden. Zuvor war die in ganz Europa stattfindende Tour bereits in Dänemark, Schweden und den Niederlanden. Das Konzert fand im Düsseldorfer ISS Dome statt und war im Vorfeld nicht ausverkauft, sodass noch genügend Tickets an der Abendkasse zu haben waren.

Durch einige kurzfristige Änderungen im Zeitplan betraten bereits um 19:00 Uhr die Damen von Eklipse die Düsseldorfer Bühne. Eklipse aus Deutschland sind Miss E. (Violine), Scarlett (Violine), Viola (Bratsche), Helena (Cello). Sie spielen Cover diverser Popsongs. Also gut mit Apocalyptica vergleichbar, nur weiblich und deutlich ruhiger, sowie Pop-Cover lastiger.

Brav in Reihe stehend (beziehungsweise sitzend) wirkten sie ein wenig schüchtern. Weniger brav waren die Gothic-/Fetish-Outfits der Damen mit Lack, Leder und Masken. Hierzu ein passendes Zitat, welches ich zufällig beim Suchen nach Informationen über die Band (welche schon anfangend beim Ursprungsland und den Namen schwierig zu finden sind) fand und euch nicht vorenthalten kann, da es einfach zu gut ist:

Ansonsten machen die Damen ein ziemliches Bohei um inkognito zu bleiben, keine Namen, keine Geschichte, kein gar nichts. Wer vermutet dass die Damen hauptamtlich als brav gesittete Schuldmädchen in einem Orchester musizieren um dann abends peitschenknallend den grauen Pullunder in die Ecke zu werfen hat vermutlich zu viele Filme gesehen... (...und könnte trotzdem richtig liegen...)“ (*)

Es gab wenig Bewegung auf der Bühne und auch Interaktion mit dem Publikum suchte man vergebens. Die fehlende Action und Geschwindigkeit auf der Bühne, in Kombination mit dem doch noch relativ leisen Sound, ließen große Teile des Publikums noch im Foyer ein Schwätzchen halten, sodass im ISS Dome noch (relativ zur Hallengröße) gähnende Leere herrschte.

Dadurch dass es keine Sängerin gab, wurde auch wenig mit dem Publikum gesprochen, zwischenzeitlich ging jedoch mal eine Dame ans Mikro um ein paar kurze Sätze zu flüstern. Passend zur aktionsarmen Bühnenshow wurde auch das Licht zusammengestellt, denn ähnlich wie auf der Bühne tat sich auch beim Licht fast nichts. Es gab quasistatische Dunkelheit in verschiedenen Variationen.

Musikalisch gab es im Gegenzug jedoch nichts zu bemängeln, der Sound war gut und dadurch dass gecovert (z. Bsp. von Lady Gaga, Linkin Park, Coldplay, Hurts, ...) wurde, waren die Lieder auch überwiegend bekannt, sodass der Auftritt akustisch schon Spaß machte. Auf CD lohnen sich Eklipse sicherlich, wenn man etwas Ruhigeres zum Entspannen hören möchte. Als Aufwärmer einer Rock- oder gar Metal-Show sind sie aber dann doch irgendwie ungeeignet.

Obwohl die Damen auf der großen Bühne ein wenig verloren wirkten, sollte man sie im Auge behalten, denn wenn sie an der Bühnenpräsenz arbeiten und sich auch mal in einem Radius bewegen, der größer ist als ein halber Meter, dann kann dies zu einer sehr soliden Show führen. So war es etwas lahm, jedoch mit viel Potential. Nur rockig wäre es dann natürlich immer noch nicht, aber das muss es ja ach nicht zwangsläufig...



Die zweite Vorband des Abends war Battle Beast, welche nach einer beeindruckend kleinen Umbauzeit die Bühne enterten. Battle Beast spielen Heavy Metal, kommen aus Finnland und sind Nitte Valo (Gesang), Anton Kabanen (Gitarre, Hintergrund Gesang), Eero Sipilä (Bass, Hintergrund Gesang), Pyry Vikki (Schlagzeug), Juuso Soinio (Gitarre) und Janne Björkroth (Keyboard). Erst 2008 gegründet, konnten sie durch das Gewinnen des Metal Battle 2010 (Newcomer Wettbewerb des Wacken Open Air) schnell Erfolge feiern und ihre Fanbase erweitern.

Mit Fluch der Karibik als Intromusik kam Drummer Pyry Vikki als erster auf die Bühne um die Menge schon vor ab ein wenig zu animieren. Publikum war mittlerweile auch einiges da, denn die Ränge hatten sich schon gut gefüllt.

Das was Eklipse zu poppig waren, gleichten Battle Beast im Nu wieder aus, denn hier war einiges ‚trve‘: Leder, Ketten und Nieten gewürzt mit Songtiteln wie „Justice And Metal“, „Steel“ oder „Enter The Metal World“. Sie schaffen es jedoch die Mischung nicht ins Alberne (...ManOwaR...) abdriften zu lassen und machen daher ordentlich Spaß.

Battle Beast machen hinsichtlich Bühnenperformance alles besser, was ich bei Eklipse noch kritisierte. Es herrscht rege Bewegung auf der Bühne und man sah jedem Bandmitglied den Spaß an. Es wurde geheadbangt und gepost was das Zeug hält und Frontfrau Nitte rannte vom linken zum rechten Bühnenrand und brachte dabei eine hervorragende gesangliche Leistung. Für eine so frische Band wirkten sie auf der großen Bühne auffallend routiniert und professionell.

Die Mischung aus wenigen elektronischen Intros und viel hartem Gitarrensound kam gut an. Insbesondere Sängerin Nitte konnte stimmlich überzeugen. Das Publikum klatschte fleißig mit, doch der Aufforderung einfache Textpassagen mitzusingen kamen nur die Wenigsten nach. Während Bands immer behaupten, sie könnten das Publikum nicht hören und dabei lügen kann es in diesem Fall wirklich der Wahrheit entsprochen haben. Nach ein paar Anläufen gab es Nitte auf. Wenn die meisten Anwesenden in einer Halle dieser Größenordnung mitklatschen, ist das ja auch als Erfolg zu werten.

Zum Beginn des letzten Songs "Show Me How To Die" gehörte ein kurzes, circa 30 Sekunden dauerndes, Gitarrensolo. Nach Ende des Gigs wurden noch schnell ein paar Souvenirs in Form von Schlagzeugfellen und Drumsticks an die Massen verteilt, die sich förmlich darum prügelten. Dann hieß es noch "Have fun with Nightwish" und Battle Beast verließen unter lautstarkem Gebrüll der Fans die Düsseldorfer Bühne.

Die Band konnte hier als Opener richtig auftrumpfen und hat mit Sicherheit einige neue Fans gewinnen können. Auch Battle Beast sollte man im Auge behalten, denn von denen wird man bestimmt in Zukunft noch einiges hören.

Setlist Battle Beast
Justice And Metal
Armageddon Clan
Cyberspace
Steel
Iron Hand
Victory
Enter The Metal World
Show Me How To Die



Diesmal dauerte die Umbauphase deutlich länger. Schnell verhing ein netzartiger, mit vielen einzelnen weißen Stoffbahnen versehener, Vorhang die Bühne vor neugierigen Blicken. Viele Fans nutzten die Pause um die Getränkestände zu besuchen oder den Merchstand zu erkunden. Leider waren die Preise für Nightwish Artikel derart hoch, dass sich die meisten wohl lieber beim Mailorder ihres Vertrauens ein Shirt holen werden, auf dem dann eben nicht der Tourname prangt.

Während vor ein paar Jahren Nightwish die unangefochtenen Symphonic-Metaler waren, gab es nach dem Rauswurf von Sängerin Tarja Turunen im Jahre 2005 einige Fans, die mit ihrem Ersatz Anette Olzon nicht einverstanden waren. So mussten viele der jahrelangen Nightwish Fans erneut überzeugt werden. Mittlerweile haben sich die Menschen mit dem Besetzungswechsel abgefunden und akzeptieren, dass die Sängerinnen Tarja und Anette rein musikalisch kaum zu vergleichen sind. Auch an diesem Abend in Düsseldorf werden viele Fans gespannt gewesen sein, wie sich 'die Neue' beim Singen der alten Songs schlagen würde.

Mit den Tönen von „Taikatalvi“, dem Intro der aktuellen Platte „Imaginaerum“, ging es ganz ruhig los und der Fetzenvorhang flatterte sachte Richtung Publikum. Man spürte förmlich, wie im Düsseldorfer ISS Dome langsam aber sicher die Spannung ins unermessliche stieg und als das Intro fließend in den auch auf dem Album folgenden Song „Storytime“ überging gab es für die Menge kein halten. Mitten im Song fiel der Vorhang und wurde schnell aus dem Bühnengraben getragen. Mit dem Fall des Vorhangs begann die Arbeit des Pyrotechnikers, welcher bei der gesamten Show nur wenige Ruhepausen hatte.

Zwei Songs Ruhe bekam er, als die Fotografen zu Beginn von „Wish I Had An Angel“ in den Graben stürmten, denn Bilder mit Pyroshow durften (auch nach den zwei Songs im Bühnengraben) leider nicht gemacht werden. Mit dem Song „Amaranth“ ging es Schlag auf Schlag weiter.

Drummer Jukka „Julius“ Nevalainen tronte im hinteren Teil der Bühne auf einem großen Podest, während sich Keyboarder Tuomas Holopainen vorne links hinter einem riesigen Aufbau für sein Keyboard verschanzte. Sängerin Anette Olzon war mit einem in Kopenhagen gebrochenen Finger zwar ein wenig angeschlagen, ließ sich aber nichts anmerken.

Neben der ganzen Pyrotechnik hatten Nightwish einen riesigen LED-Bildschirm mitgeschleppt, welcher während der Show Landschaftsaufnahmen, fallende Zahnräder, ein Karussell, Flammen und andere - teils bewegte - Hintergrundbilder anzeigte.

Für „Slow, Love, Slow“ setzten sich Bassist Marco Hietala und Anette auf Stühle, um der ruhigen Stimmung gerecht zu werden, während Gitarrist Emppu Vuorinen komplett von der Bildfläche verschwand.

Wieder voller Power kam im Anschluss „I Want My Tears Back“ zudem die Flammenwerfer auch wieder ordentlich zum Einsatz kamen. Anette hatte sich ein Tamburin geschnappt und als zusätzlichen Instrumentalisten hatte man Troy Donockley mit auf Tour genommen, welcher auch auf dem Album des Öfteren zu hören ist. Mit einer ganzen Sammlung an Instrumenten wie einem Dudelsack oder Flöten unterstützte er Nightwish bei einigen Songs während der Düsseldorfer Show.

Mit „The Islander“ kam einer der stärksten Songs vom vorletzten Album „Dark Passion Play“, welcher überwiegend von Bassist Marco gesungen wurde. Passend dazu zeigte der LED-Bildschirm den Leuchtturm aus dem Musikvideo. Drummer Jukka stieg auf ein Cajón um. Die ohnehin schon unbeschreibliche Atmosphäre wurde noch weiter getoppt, als die Düsseldorfer Feuerzeuge, Kamera-, und Handydisplays zückten und ein riesiges Lichtermeer bildeten. Gänsehaut! Weiter akustisch blieb es im Anschluss mit einer etwas anderen Version von „Nemo“, dessen Ende von einem sanften Glitzerkonfettiregen begleitet wurde.

Anette bewies rudimentäre Deutschkenntnisse, als sie das Publikum mit „Hallo Düsseldorf, wie geht’s? Alles klar?“ anspricht. Es folgte mit „Last Of The Wilds“ ein instrumentales Stück. Abwechslung wurde eben groß geschrieben und so wurde es zu keiner Sekunde langweilig.

Kurz nachdem Marco Sängerin Anette als neue Herrscherin des Nightwish Imperiums bezeichnete bot der Song „Planet Hell“ wieder etwas für‘s Auge: Hatte man das ganze Set über wirklich nicht mit Pyrotechnik gegeizt, so wurde jetzt gezeigt, was passiert, wenn man die Möglichkeiten voll ausreizt. Vorne, hinten, links, rechts - einfach überall schossen Flammen in die Höhe, großartig.

Den Abschluss des regulären Sets markierte mit dem Song „Over the Hills and Far Away“ ein Gary Moore Cover. Aber natürlich kamen Nightwish aufgrund der Zugabe Forderung des ISS Domes noch einmal auf die Bühne. Noch ein Cover folgte mit „Finlandia“, einer sinfonischen Dichtung aus den Jahren 1899/1900 des finnischen Komponisten Jean Sibelius. Sehr ruhig und von den Fans auch ein wenig mit Verwunderung aufgenommen.

Weiter ging es dann mit „Song of Myself“ und als großes Finale fungierte „Last Ride of the Day”, bei welchem noch einmal alles aus der Pyrotechnik-, CO2-Werfer- und Konfetti-Kiste hervorgekramt wurde, bevor das Outro ertönte und das Konzert endgültig vorbei war.


Ein wirklich grandioses Konzert, welches alle Kritiker verstummen lassen sollte. Klar Anette klingt nicht wie Tarja, wenn es um die Interpretation älterer Stücke geht, aber sie macht ihre Sache trotzdem großartig. Richtig glänzen kann sie jedoch bei den auf sie zugeschnittenen Songs der letzten beiden Alben.

Die Songauswahl stammte zu fast 50% vom aktuellen Album, welches somit nahezu komplett gespielt wurde. Die Idee sich besonders auf dieses Konzeptalbum zu fokussieren ging auf und dass dabei verhältnismäßig wenig alte Klassiker zum Zuge kommen ist nun mal die logische Konsequenz.

Setlist Nightwish
Taikatalvi (Intro)
Storytime
Wish I Had an Angel
Amaranth
Scaretale
Slow, Love, Slow
I Want My Tears Back
Come Cover Me
The Crow, the Owl and the Dove
The Islander
Nemo (acoustic)
Last of the Wilds
Planet Hell
Ghost River
Dead to the World
Over the Hills and Far Away (Gary Moore Cover)
---
Finlandia (Jean Sibelius Cover)
Song of Myself
Last Ride of the Day
Imaginaerum (Outro)



(*) Autor: “The Wendigo”, Quelle

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Durch einige kurzfristige Änderungen im Zeitplan betraten bereits um 19:00 Uhr die Damen von Eklipse die Düsseldorfer Bühne. Eklipse aus Deutschland sind Miss E. (Violine), Scarlett (Violine), Viola (Bratsche), Helena (Cello). Sie spielen Cover diverser Popsongs. Also gut mit Apocalyptica vergleichbar, nur weiblich und deutlich ruhiger, sowie Pop-Cover lastiger.

 

Brav in Reihe stehend (beziehungsweise sitzend) wirkten sie ein wenig schüchtern. Weniger brav waren die Gothic-/Fetish-Outfits der Damen mit Lack, Leder und Masken. Hierzu ein passendes Zitat, welches ich zufällig beim Suchen nach Informationen über die Band (welche schon anfangend beim Ursprungsland und den Namen schwierig zu finden sind) fand und euch nicht vorenthalten kann, da es einfach zu gut ist:

 

„Ansonsten machen die Damen ein ziemliches Bohei um inkognito zu bleiben, keine Namen, keine Geschichte, kein gar nichts. Wer vermutet dass die Damen hauptamtlich als brav gesittete Schulmädchen in einem Orchester musizieren um dann abends peitschenknallend den grauen Pullunder in die Ecke zu werfen hat vermutlich zu viele Filme gesehen... (...und könnte trotzdem richtig liegen...)“ (*)

 

Es gab wenig Bewegung auf der Bühne und auch Interaktion mit dem Publikum suchte man vergebens. Die fehlende Action und Geschwindigkeit auf der Bühne, in Kombination mit dem doch noch relativ leisen Sound, ließen große Teile des Publikums noch im Foyer ein Schwätzchen halten, sodass im ISS Dome noch (relativ zur Hallengröße) gähnende Leere herrschte.

 

Dadurch dass es keine Sängerin gab, wurde auch wenig mit dem Publikum gesprochen, zwischenzeitlich ging jedoch mal eine Dame ans Mikro um ein paar kurze Sätze zu flüstern. Passend zur aktionsarmen Bühnenshow wurde auch das Licht zusammengestellt, denn ähnlich wie auf der Bühne tat sich auch beim Licht fast nichts. Es gab quasistatische Dunkelheit in verschiedenen Variationen.

 

Musikalisch gab es im Gegenzug jedoch nichts zu bemängeln, der Sound war gut und dadurch dass gecovert (z. Bsp. von Lady Gaga, Linkin Park, Coldplay, Hurts, ...) wurde, waren die Lieder auch überwiegend bekannt, sodass der Auftritt akustisch schon Spaß machte. Auf CD lohnen sich Eklipse sicherlich, wenn man etwas Ruhigeres zum Entspannen hören möchte. Als Aufwärmer einer Rock- oder gar Metal-Show sind sie aber dann doch irgendwie ungeeignet.

 

Obwohl die Damen auf der großen Bühne ein wenig verloren wirkten, sollte man sie im Auge behalten, denn wenn sie an der Bühnenpräsenz arbeiten und sich auch mal in einem Radius bewegen, der größer ist als ein halber Meter, dann kann dies zu einer sehr soliden Show führen. So war es etwas lahm, jedoch mit viel Potential. Nur rockig wäre es dann natürlich immer noch nicht, aber das muss es ja ach nicht zwangsläufig...

 

 

 

Die zweite Vorband des Abends war Battle Beast, welche nach einer beeindruckend kleinen Umbauzeit die Bühne enterten. Battle Beast spielen Heavy Metal, kommen aus Finnland und sind Nitte Valo (Gesang), Anton Kabanen (Gitarre, Hintergrund Gesang), Eero Sipilä (Bass, Hintergrund Gesang), Pyry Vikki (Schlagzeug), Juuso Soinio (Gitarre) und Janne Björkroth (Keyboard). Erst 2008 gegründet, konnten sie durch das Gewinnen des Metal Battle 2010 (Newcomer Wettbewerb des Wacken Open Air) schnell Erfolge feiern und ihre Fanbase erweitern.

 

Mit Fluch der Karibik als Intromusik kam Drummer Pyry Vikki als erster auf die Bühne um die Menge schon vor ab ein wenig zu animieren. Publikum war mittlerweile auch einiges da, denn die Ränge hatten sich schon gut gefüllt.

 

Das was Eklipse zu poppig waren, gleichten Battle Beast im Nu wieder aus, denn hier war einiges ‚trve‘: Leder, Ketten und Nieten gewürzt mit Songtiteln wie „Justice And Metal“, „Steel“ oder „Enter The Metal World“. Sie schaffen es jedoch die Mischung nicht ins Alberne (...ManOwaR...) abdriften zu lassen und machen daher ordentlich Spaß.

 

Battle Beast machen hinsichtlich Bühnenperformance alles besser, was ich bei Eklipse noch kritisierte. Es herrscht rege Bewegung auf der Bühne und man sah jedem Bandmitglied den Spaß an. Es wurde geheadbangt und gepost was das Zeug hält und Frontfrau Nitte rannte vom linken zum rechten Bühnenrand und brachte dabei eine hervorragende gesangliche Leistung. Für eine so frische Band wirkten sie auf der großen Bühne auffallend routiniert und professionell.

 

Die Mischung aus wenigen elektronischen Intros und viel hartem Gitarrensound kam gut an. Insbesondere Sängerin Nitte konnte stimmlich überzeugen. Das Publikum klatschte fleißig mit, doch der Aufforderung einfache Textpassagen mitzusingen kamen nur die wenigsten nach. Während Bands immer behaupten, sie könnten das Publikum nicht hören und dabei lügen kann es in diesem Fall wirklich der Wahrheit entsprochen haben. Nach ein paar Anläufen gab es Nitte auf. Wenn die meisten Anwesenden in einer Halle dieser Größenordnung mitklatschen, ist das ja auch als Erfolg zu werten.

 

Zum Beginn des letzten Songs "Show Me How To Die" gehörte ein kurzes, circa 30 Sekunden dauerndes, Gitarrensolo. Nach Ende des Gigs wurden noch schnell ein paar Souvenirs in Form von Schlagzeugfellen und Drumsticks an die Massen verteilt, die sich förmlich darum prügelten. Dann hieß es noch "Have fun with Nightwish" und Battle Beast verließen unter lautstarkem Gebrüll der Fans die Düsseldorfer Bühne.

 

Die Band konnte hier als Opener richtig auftrumpfen und hat mit Sicherheit einige neue Fans gewinnen können. Auch Battle Beast sollte man im Auge behalten, denn von denen wird man bestimmt in Zukunft noch einiges hören.

 

Setlist Battle Beast

Justice And Metal

Armageddon Clan

Cyberspace

Steel

Iron Hand

Victory

Enter The Metal World

Show Me How To Die

 

 

Diesmal dauerte die Umbauphase deutlich länger. Schnell verhing ein netzartiger, mit vielen einzelnen weißen Stoffbahnen versehener, Vorhang die Bühne vor neugierigen Blicken. Viele Fans nutzten die Pause um die Getränkestände zu besuchen oder den Merchstand zu erkunden. Leider waren die Preise für Nightwish Artikel derart hoch, dass sich die meisten wohl lieber beim Mailorder ihres Vertrauens ein Shirt holen werden, auf dem dann eben nicht der Tourname prangt.

 

Während vor ein paar Jahren Nightwish die unangefochtenen Symphonic-Metaler waren, gab es nach dem Rauswurf von Sängerin Tarja Turunen im Jahre 2005 einige Fans, die mit ihrem Ersatz Anette Olzon nicht einverstanden waren. So mussten viele der jahrelangen Nightwish Fans erneut überzeugt werden. Mittlerweile haben sich die Menschen mit dem Besetzungswechsel abgefunden und akzeptieren, dass die Sängerinnen Tarja und Anette rein musikalisch kaum zu vergleichen sind. Auch an diesem Abend in Düsseldorf werden viele Fans gespannt gewesen sein, wie sich 'die Neue' beim Singen der alten Songs schlagen würde.

 

Mit den Tönen von „Taikatalvi“, dem Intro der aktuellen Platte „Imaginaerum“, ging es ganz ruhig los und der Fetzenvorhang flatterte sachte Richtung Publikum. Man spürte förmlich, wie im Düsseldorfer ISS Dome langsam aber sicher die Spannung ins unermessliche stieg und als das Intro fließend in den auch auf dem Album folgenden Song „Storytime“ überging gab es für die Menge kein halten. Mitten im Song fiel der Vorhang und wurde schnell aus dem Bühnengraben getragen. Mit dem Fall des Vorhangs begann die Arbeit des Pyrotechnikers, welcher bei der gesamten Show nur wenige Ruhepausen hatte.

 

Zwei Songs Ruhe bekam er, als die Fotografen zu Beginn von „Wish I Had An Angel“ in den Graben stürmten, denn Bilder mit Pyroshow durften (auch nach den zwei Songs im Bühnengraben) leider nicht gemacht werden. Mit dem Song „Amaranth“ ging es Schlag auf Schlag weiter.

 

Drummer Jukka „Julius“ Nevalainen tronte im hinteren Teil der Bühne auf einem großen Podest, während sich Keyboarder Tuomas Holopainen vorne links hinter einem riesigen Aufbau für sein Keyboard verschanzte. Sängerin Anette Olzon war mit einem in Kopenhagen gebrochenen Finger zwar ein wenig angeschlagen, ließ sich aber nichts anmerken.

 

Neben der ganzen Pyrotechnik hatten Nightwish einen riesigen LED-Bildschirm mitgeschleppt, welcher während der Show Landschaftsaufnahmen, fallende Zahnräder, ein Karussell, Flammen und andere - teils bewegte - Hintergrundbilder anzeigte.

 

Für „Slow, Love, Slow“ setzten sich Bassist Marco Hietala und Anette auf Stühle, um der ruhigen Stimmung gerecht zu werden, während Gitarrist Emppu Vuorinen komplett von der Bildfläche verschwand.

 

Wieder voller Power kam im Anschluss „I Want My Tears Back“ zudem die Flammenwerfer auch wieder ordentlich zum Einsatz kamen. Anette hatte sich ein Tamburin geschnappt und als zusätzlichen Instrumentalisten hatte man Troy Donockley mit auf Tour genommen, welcher auch auf dem Album des Öfteren zu hören ist. Mit einer ganzen Sammlung an Instrumenten wie einem Dudelsack oder Flöten unterstützte er Nightwish bei einigen Songs während der Düsseldorfer Show.

 

Mit „The Islander“ kam einer der stärksten Songs vom vorletzten Album „Dark Passion Play“, welcher überwiegend von Bassist Marco gesungen wird. Passend dazu zeigte der LED-Bildschirm den Leuchtturm aus dem Musikvideo. Drummer Jukka stieg auf ein Cajón um. Die ohnehin schon unbeschreibliche Atmosphäre wurde noch weiter getoppt, als die Düsseldorfer Feuerzeuge, Kamera-, und Handydisplays zückten und ein riesiges Lichtermeer bildeten. Gänsehaut! Weiter akustisch blieb es im Anschluss mit einer etwas anderen Version von „Nemo“, dessen Ende von einem sanften Glitzerkonfettiregen begleitet wurde.

 

Anette beweist rudimentäre Deutschkenntnisse, als sie das Publikum mit „Hallo Düsseldorf, wie geht’s? Alles klar?“ anspricht. Es folgte mit „Last Of The Wilds“ ein instrumentales Stück. Abwechslung wurde eben groß geschrieben und so wurde es zu keiner Sekunde langweilig.

 

Kurz nachdem Marco Sängerin Anette als neue Herrscherin des Nightwish Imperiums bezeichnete bot der Song „Planet Hell“ wieder etwas für‘s Auge: Hatte man das ganze Set über wirklich nicht mit Pyrotechnik gegeizt, so wurde jetzt gezeigt, was passiert, wenn man die Möglichkeiten voll ausreizt. Vorne, hinten, links, rechts - einfach überall schossen Flammen in die Höhe, einfach großartig.

 

Den Abschluss des regulären Sets markierte mit dem Song „Over the Hills and Far Away“ ein Gary Moore Cover. Aber natürlich kamen Nightwish aufgrund der Zugabe Forderung des ISS Domes noch einmal auf die Bühne. Noch ein Cover folgte mit „Finlandia“, einer sinfonischen Dichtung aus den Jahren 1899/1900 des finnischen Komponisten Jean Sibelius. Sehr ruhig und von den Fans auch ein wenig mit Verwunderung aufgenommen.

 

Weiter ging es dann mit „Song of Myself“ und als großes Finale fungierte „Last Ride of the Day”, bei welchem noch einmal alles aus der Pyrotechnik-, CO2-Werfer- und Konfetti-Kiste hervorgekramt wurde, bevor das Outro ertönte und das Konzert endgültig vorbei war.

 

 

Ein wirklich grandioses Konzert, welches alle Kritiker verstummen lassen sollte. Klar Anette klingt nicht wie Tarja, wenn es um die Interpretation älterer Stücke geht, aber sie macht ihre Sache trotzdem großartig. Richtig glänzen kann sie jedoch bei den auf sie zugeschnittenen Songs der letzten beiden Alben.

 

Die Songauswahl stammte zu fast 50% vom aktuellen Album, welches somit nahezu komplett gespielt wurde. Die Idee sich besonders auf dieses Konzeptalbum zu fokussieren ging auf und dass dabei verhältnismäßig wenig alte Klassiker zum Zuge kommen ist nun mal die logische Konsequenz.

 

 

 

Setlist Nightwish

Taikatalvi (Intro)

Storytime

Wish I Had an Angel

Amaranth

Scaretale

Slow, Love, Slow

I Want My Tears Back

Come Cover Me

The Crow, the Owl and the Dove

The Islander

Nemo (acoustic)

Last of the Wilds

Planet Hell

Ghost River

Dead to the World

Over the Hills and Far Away (Gary Moore Cover)

---

Finlandia (Jean Sibelius Cover)

Song of Myself

Last Ride of the Day

Imaginaerum (Outro)

 

 

 

(*) Autor: “The Wendigo”, http://www.whiskey-soda.de/review.php?id=30846