Zufallsfotos vom Noise gegen Armut 4 (24.03.2012)

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Noise gegen Armut 4

Am 24.03.2012 fand im Metalclub Helvete in Oberhausen das Noise gegen Armut, ein kleines Benefiz-Festival statt. Das Festival mit dem erklärten Ziel die Rappelkiste e.V. Gelsenkirchen finanziell zu unterstützen ging in die bereits vierte Runde und mit dem versprochenen Billing versprach der Samstagabend dann auch alles andere als ruhig zu werden. So hatten die Grindcore Veteranen von Yuppie-Club, die Initiatoren und quasi Dauergäste des kleinen Festivals neben den Kollegen von Warfield Within und With Brute Force gleich noch Szenegrößen wie Eat My Body, Leng Tch´e sowie Postmortem geladen. Lee´s Request, das Soloprojekt des Yuppie-Club Frontgrunzers Lee, war mit einer kleinen Special-Show als Zugabe zum Yuppie-Club Auftritt zugegen.

Ziemlich pünktlich um 19 Uhr startete das Konzert dann ohne Schnörkel mit der ersten Kapelle, Warfield Within. Die Death-Thrasher aus Mönchengladbach die seit geraumer Zeit durch Mitglieder von den Genre-Kollegen Jack Slater verstärkt werden konnten zwar zu Beginn von der Bühne nicht unbedingt auf viel Publikum herunterblicken, schafften es aber schon nach kurzer Zeit eine für einen Opener ansehnliche Zahl Metaller in den Keller des Helvete zu locken. Das Publikum erwies sich als ein wenig träge, aber allem Anschein nach hatten die Mönchengladbacher eine kleine Fangemeinde im Schlepptau die bereits zu den ersten Klängen des Songs Cynic Hell Reality das Haare schütteln anfingen. Während Warfield Within auf der Bühne routiniert einen Song nach dem anderen durch die Boxen ballerten zeigte sich das Publikum leider größtenteils unbeeindruckt und wollte sich nicht so recht zum Mitmachen animieren lassen. So kam es dann auch das Fronter Sebastian sich wohl frustriert zum Ende der Show mit dem Mikrofon Kabel strangulierte und damit die Gäste in die Umbaupause entließ.

Setlist Warfield Within:

Cynic Hell Reality
A Future Dark
World War 3
Hate Doctrine
Warfield Within
New Blood
War Of Attrition

Nach einer kurzen Pause, war es an der Zeit für die zweite Band: Bei By Brute Force war der Name Programm. Die Grinder aus Gummersbach knallten dem, zugegebener Maßen ziemlich unbeeindruckten Publikum eine Mischung aus brutalen Riffs fernab jedweder Melodie vor den Latz die an Stumpfheit kaum zu überbieten war. Hier war definitiv zu viel Testosteron auf der Bühne, anders lässt sich das psychotische Rumgewackel des Fronters Punker nicht erklären. Wirklich spektakulär war hier nichts. Das Publikum sah es ähnlich und ignorierte den Aufruf nach einer Circle-Pit dann auch eher galant.

Setlist By Brute Force:
Intro
High Tide Neighborhood
Enter The Ground
Behind The Faces Of A Mechanical Trip
Kingdom Of Brutality
Suffering Is Different
Innocent Or Guilty
Through Is Through
Triviale
Vomit Dog
Inhuman Training
Ultimate Bloodwarth
Assesino

Eat My Body aus Essen waren dann schon eher mein Geschmack. Da die Death-Metaller sich in der Vergangenheit sehr rar gemacht hatten war ich gespannt wie denn wohl die Show der Jungs aussehen würde. Nach dem Introsprechgesang, Kill me, fuck me, Eat My Body, der fast schon Religiös anmutete ging feuerte das Quintett, technisch um Längen besser als By Brute Force dem geneigten Gast dann mit dem Opener Festival of Death gleiche in derbes Brett ins Gesicht. Und es dauerte nicht lange bis der Funke übersprang und im Publikum die ersten anfingen die Matte zu schütteln. So muss Death-Metal sich anhören! Zwischendurch lockert Frontmann Blutsvente den Gig durch bierselige Apelle an das Publikum auf indem er dazu auffordert mehr zu trinken und den Fleischkonsum zu erhöhen.

Setlist Eat My Body:
Festival Of Death
Armors Rache
Sweat & Blood
Cut
Lord Of Morbid
Pull The Plug
Blood For The Animal
Instruvaginal

Die Initiatoren des Festivals, Yuppie-Club welche seit Jahren die Flagge es echten Grindcores hochhalten ließen sich nicht lange bitten und so dauerte es auch nicht lange bis Lee und seine maskentragenden Kollegen die Bühne stürmten. Auch mit dem neuen Drummer im Gepäck, der als einziger der Truppe unmaskiert hinter seiner Schießbude platznahm sorgten Yuppie-Club für eine extrem geile Show bei der jeder Grinder im Publikum voll auf seine Kosten kam. Besonders zeichnete sich hier auch die extreme Fan-Nähe der Band aus, die sich nicht zu schade war auch mal das Publikum der ersten Reihe ins Mikro grunzen zu lassen. Obwohl sie sich hinter Masken versteckten konnte man den Jungs die Spielfreunde während des Sets, welches eine ausgewogene Mischung aus Pretty Insane und der neuen Kreissäge, It's All About Money darstellte, deutlich anmerken.

Setlist Yuppie-Club:
Intro
It's All About Money
A Promise
Nothing Is What It Seems
Vestige Of Earthly Remains
Beyond The Unknown
Dangerous Lies
The ABC
Open Your Eyes
Mirror

Nachdem die berüchtigten Masken der Band ins Publikum geflogen waren mussten wir uns noch zwei Minuten gedulden bis es mit Lee´s Request eine kleine Special-Show des Yuppie-Club Fronters gab. Dass es sich bei dem Auftritt eigentlich erst um die zweite Probe der Truppe handelte merkte man den Jungs auf der Bühne überhaupt nicht an. Viel zu groß war die diebische Freude, die Ihnen das aufbereiten diverser Death-Trash Klassiker bereitete. Für meinen Geschmack war der Auftritt allerdings viel zu kurz, da inklusive Intro nur fünf Songs gespielt werden sollten und davon einer der bis dahin aufgelaufenen Zeitverzögerung zum Opfer fiel.

Setlist Lee's Request:
Speeches (Intro)
Strategic Warhead
Life Rock
Oblivion Decends
It's A Man's World ( nicht gespielt)

Die Grindcore Kapelle Leng Tch´e aus Belgien schafften letztendlich das, woran die vorherigen Bands gescheitert waren. Konnten selbst Bands wie Eat My Body und Yuppie-Club das Publikum nur in den ersten Reihen zum Headbangen animieren, brach bei Leng Tch´e die sprichwörtliche Hölle los. Wie eine Dampfwalze walzten die Belgier alles nieder was sich ihnen in den Weg stellte und verwandelten die ersten Reihen ohne Probleme in einen riesigen Moshpit. Zwar haben Leng Tech´e das Publikum fest in der Hand, das hindert aber den Fronter nicht daran das Publikum einfach mal pauschal auf die Bühne einzuladen und zu verkünden das Bühne und Mic den Gästen gehören würden. Er versprach dann auch gleich nicht zu beißen. Es dauerte auch nicht lange bis zwei ordentlich angetrunkene Herren die Bühne bestiegen und fröhlich sinnlos in das Mikro grunzten. Nur die geplante Wall of Death scheiterte an der Verpeiltheit des Publikums.

Setlist Leng Tch´e:
Trauma|Scourge
A.men
Tainted Righteousness
Silence Is Better Than...
Submissive Manifesto
Totalitarian
Violence Does Even Justice
Obsession Defined
The Fist Of The Leng Tch'e
Don't Touch My Spandex
Glamorgirl Concubine
Nonsense Status
Wirehead Imbeciles
Misleading Innuendos

Beim Headliner des Noise gegen Armut, Postmortem war dann allerdings die Luft raus. Die Berliner konnte so überhaupt gar nicht überzeugen, was man vor allem daran sehen konnte, dass die mindestens Hälfte der Leute, die zuvor bei Leng Tch´e noch eine fette Party gefeiert hatten, die Halle verließen. Akustische Rückkopplungen verdorben auch noch die restliche Stimmung. Postmortem hätten hier die Chance gehabt den missglückten Eindruck vom Rock Hard Festival wieder wett zu machen, genutzt wurde die Chance leider nicht. Stattdessen gab es eine antriebslose Show ohne Charisma.

Setlist Postmortem:
Green River
Bleeding
Give Us Hate
Suffer
Lobotomy
Ghost Of The Warship
Gutterball
Are You Dead
Meatballs
Hate, Kill , Destroy
Revolution
Way Of The Knife
25
Drop Another Body

Fazit: Alles in allem war es ein sehr geiles Festival mit Höhen und Tiefen. Und die insgesamt etwa 230 zahlenden Gäste bekamen für die 9 Taler Eintritt ein ordentliches Programm geboten. Zusätzlich gab es für jede gekaufte Eintrittskarte am Merchandise noch ein gratis Shirt als Dreingabe. Das alles für einen guten Zweck? Weiter so!