Zufallsfotos vom Winter Ends Festival 2012 in Köln (27./28. Feb. 2012)

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Winter Ends Festival

Am Montag den 27.02. und am Dienstag den 28.02.2012 fand im Kölner M.T.C. zum ersten Mal das Winter Ends Festival statt. Das Indoor Festival bot pro Abend drei Bands, wobei die Essener Synth Rock Band Jesus On Extasy den Montagsheadliner gab und die rheinland-pfälzischen Rocker von Burden den Headliner Job für den Dienstag übernommen hatten.

Ein kleines Festival an einem Montag und Dienstag, das klingt ein wenig schwierig und im Nachhinein betrachtet war es das auch. Als ich am Montag 20 Minuten vor Beginn das M.T.C. betrat habe ich sicherlich nicht mit Überfüllung gerechnet, aber das was mich erwartete war doch eher der Kategorie „gähnende Leere“ zuzuordnen. Schade, war der Eintrittspreis doch sehr fair und Jesus On Extasy auch sicher keine kleine Garagenband.


Als es dann 20:00 Uhr war und die Dormagener von Crud die Bühne betreten sollten passierte erst mal nichts. Offensichtlich hatte man entschieden das Ganze ein wenig aufzuschieben, in der Hoffnung dass noch ein paar trödelnde Fans eintreffen. Mit einer Dreiviertelstunde Verspätung ging es dann los. Mit circa 25 Zuhörern vor der Bühne begannen die drei Jungs ihr Set mit „My Everything“. Die Musik war eine Mischung aus Gothic-Rock und Metal, wobei mir insbesondere die Stimme des Sängers gefiel. Im Laufe des zehn Lieder umfassenden Sets versuchten zwei Headbanger vor der Bühne ein wenig Stimmung in die Bude zu bringen. Als nach „Trust In Me“ Zugaberufe ertönten, ließ sich die Band nicht lumpen und schob mit „Tell Me“ noch einen Song hinterher, wozu sich sogar noch ein paar mehr Leute aufraffen konnten ihre Köpfe zu bewegen.

Setlist Crud
My Everything
Your Face
Like The Rain
For The Thrill
Live My Life
Still Here
Tears
Sedated
Trust In Me
Tell Me



Um fünf Minuten vor Zehn, mittlerweile 55 Minuten hinter dem Zeitplan, betraten The Fright die Bühne und rockten mit „Late Night Affections“ direkt richtig los. Die energiegeladene Horror-Punk Mukke kam richtig gut an und wurde von der Band auch höchst überzeugend zelebriert. The Fright waren musikalisch die stärkste Band des Tages und was die Bühnenperformance angeht wohl auch die beste Band des Festivals. Die geringe Zuschauerzahl schien ihnen nichts auszumachen. Es wurde viel gesprungen und auch so war auf der Bühne richtig was los. Sänger Lon versuchte eifrig Blowjobs zu verkaufen (unklar ist ob er sie geben oder bekommen wollte), blieb dabei jedoch erfolgslos. Als letzten Song spielten sie das DANZIG Cover „Mother“ und das komplette Kölner Publikum sang mit.

Setlist The Fright

Late Night Affections
Immortal
Wild’n'Undead
Beloved Night
Die with me
Netherworld
Midnight Revolution
Horrock’n'Roll
Heart & Soul
Black Rose
666 Full Speed Ahead
Sin City
Avenger of Crow
Mother (DANZIG Cover)



Als Jesus On Extasy die Bühne des M.T.C. enterten war die Verspätungsgrenze von einer Stunde geknackt, was man auch am Publikum sah. Vor, beziehungsweise während, des Jesus On Extasy Auftrittes verabschiedeten sich immer mehr Konzertbesucher. Sehr schade, aber auch meine Zugverbindungen ließen mich früher gehen. Derartige Verspätungen sollte man sich mitten in der Woche nicht leisten, es kann ja nicht jeder direkt in Köln wohnen. Jesus On Extasy, wirkten trotzdem professionell und ließen sich nichts anmerken. Musikalisch gab es auch nichts zu meckern, wenn auch die Show der doch etwas bekannteren Band, neben ihren Vorgängern von The Fright ein wenig zu ruhig wirkte.

Setlist Jesus On Extasy
Forever now
Freak me out
Lost in Time
Last Day
Nothing to cry for
Vendetta
Pulse
Assassinate me
Heartless



In der festen Überzeugung, dass Burden ein wenig mehr Publikum ziehen und, dass das Festival aus seiner Unpünktlichkeit vom Vortag gelernt hatte, betrat ich am Dienstag erneut das M.T.C.. Erfreulicherweise war ein wenig mehr Publikum da, doch blieb die Besucheranzahl immer noch weit unter meinen Erwartungen. An der Pünktlichkeit hatte sich leider auch nichts getan, sodass wieder bis 20:40 Uhr auf Mirrored In Secrecy gewartet werden musste.

Da Sänger David auch der Organisator des Festivals war, waren viele der Anwesenden sicherlich wegen Mirrored In Secrecy vor Ort. Die Band präsentierte ordentlichen, aber nicht überwältigenden Gothic Metal, wobei insbesondere Sängerin Julia zu schüchtern wirkte. Man hatte den Eindruck, sie fühle sich nicht wohl auf der Bühne. Insgesamt gab es relativ wenig Bewegung, bis bei „Raise The Flags“ Bassistin Johanna plötzlich, wie von einem Insekt gestochen, abging. So muss das aussehen! Für alle Besucher des Winter Ends Festivals gab es die Möglichkeit sich für den kostenlosen Download der EP „Mortality“ in eine Liste einzutragen. Zudem wurde der Gig mit vier Kameras festgehalten.

Setlist MIRRORED IN SECRACY
Day of Renewal
Never Enough
Everything I hate
Break these Walls
Mortality
Until you bleed
Raise the Flags
Journey ends
Come to Grief
Truth
Craving for the Sin



Mit Leviathan gab es im Anschluss eine kleine Exkursion in härtere Gefilde, spielen die Jungs aus Bonn doch melodischen Death-Metal der feineren Sorte. Auf der Bühne ist viel los und man sieht nahezu durchgehend kreisende Mähnen. Durch ihre Exotenrolle im Line-Up war vor der Bühne jedoch weniger los als noch zuvor bei Mirrored In Secrecy. Schade! Der Gig der Jungs macht viel Spaß und wird sicherlich nicht der letzte sein, den ich besuche.

Setlist Leviathan
Towards the Storm
When only Despair remains
About Fangs and Feathers
Reaper’s Edict
Sway of the Stars
Servants of the Nonexistent



Burden sind eine der aufstrebendsten Bands der letzten Zeit und ein Garant für gute Musik. Genretechnisch irgendwo zwischen Doom-Metal und Stoner Rock weiß das Quartett mit Frontmann Thorsten zu überzeugen. Das Kölner Publikum schien das ganz ähnlich zu sehen und feierte gut mit. Musikalisch sicherlich das Highlight der Veranstaltung.

Setlist Burden
The Slug. The Drag. The Misery
Done with Denial
Shore
The Fool
Process (into nothing)
Black Room
Bless the Broken
Man of no Account
Conflict



Alles in allem ein nettes und spaßiges Festival mit viel zu wenig Besuchern. Das nächste Mal sollte man es vielleicht auf einen Tag legen und das Ganze an einem Wochenende stattfinden lassen. Auch die Unpünktlichkeit empfand ich als störend und sollte beim erneuten Stattfinden vermieden werden. Aber für einen ersten Versuch durchaus eine respektable, wenn auch nicht perfekte, Leistung.