Zufallsfotos vom Rise Against in Dortmund (01. März 2012)

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Rise Against

Am 01.03.2012 waren die amerikanischen Punkrocker von Rise Against in der Dortmunder Westfalenhalle 1. Als Support waren TOUCHÉ AMORÉ, eine Post-Hardcore Gruppe aus Los Angeles, und die Architects, eine Mathcore Band aus Brighton in England, mit am Start, um dem Dortmunder Publikum schon vorab gebührend einzuheizen.


Da die Bahnfahrt nicht planmäßig verlief, kann ich über den TOUCHÉ AMORÉ Auftritt leider nichts berichten.

Der Auftritt der Architects war schon sehr gut besucht und auch die Stimmung war von TOUCHÉ AMORÉ schon gut vorgeheizt worden. Die 2004 als INHARMONIC gegründete Band zeigte sich bewegungs- und sprungfreudig und konnte das Dortmunder Publikum sehr schnell mitreißen. Der Metalcore mit Growls und Anteilen von Klargesang  brachte schon vor dem Headliner das Publikum ordentlich ins Schwitzen. Dortmund klatscht eifrig mit und die ersten Moshpits des Abends bilden sich. Zu "Day In Day Out" animierte Sänger Sam Carter das Publikum zum Crowdsurfen und rannte mit diesem Wunsch offene Türen ein, wie die große Resonanz bewies: Binnen Sekunden mobilisierte er mehrere Dutzend Crowdsurfer, eine für eine Vorband beachtliche Leistung.

Während die Bühnenperformance der Engländer dynamisch und von Sprüngen geprägt war, blieb die Lichtshow nahezu vollkommen konstant. Natürlich muss man der Vorband nicht die kompletten Möglichkeiten der Lichttechnik gönnen, aber mehr als alle zwei bis drei Songs mal die ein oder andere Lampe an oder auszuschalten hätte sicherlich nicht wehgetan.

Nach circa 40 Minuten näherte sich der energiegeladene Auftritt der fünf Jungs dem Ende zu und während dem letzten Song „Follow The Water“ machte sich Sam Carter Richtung Publikum auf den Weg, um sich, auf dem Wellenbrecher stehend, von den alten und den vielen neu gewonnene Fans gebührend zu verabschieden.




Rise Against bestehen nun seit über zehn Jahren und trotzdem sind sie noch nie in einer TV Show aufgetreten. Noch nie? Nein, am Vortag zum Westfalenhallen Auftritt hatten Sie ihr Debüt bei TV Total mit Stefan Raab, beziehungsweise Sänger Tim McIlrath hatte es. Da er gesundheitlich angeschlagen war, hatte man sich kurzfristig auf den ruhigeren Song „Swing Life Away“  geeinigt, den er alleine und mit Akustikgitarre vortragen konnte, um die Stimme zu schonen.

Umso gespannter erwartete man den Beginn des sehr gut besuchten Konzertes in der Westfalenhalle 1. Der Innenraum war komplett ausverkauft, die unteren Ränge sehr gut aber nicht voll besetzt und die oberen Ränge abgesperrt. Rise Against sind zweifelslos in den letzten Jahren gewachsen, haben sie  in den Vorjahren doch deutlich kleinere Locations besucht.

Pünktlich um 21:40 legten die vier Jungs mit „Survivor Guilt“ vom neuen, 2011 erschienenen, Album „Endgame“ los. Das Publikum zeigt sich von der ersten Sekunde begeistert und textsicher. Vier LED Monitore auf der Bühne unterlegen den Song mit passenden Bildern.

Ohne Pause ging es direkt mit „Ready To Fall“ weiter, einem der Rise Against Klassiker, der wirklich jedem in der Halle bekannt gewesen sein dürfte. Dementsprechend feierte Dortmund den Song auch gnadenlos ab. Die Stimmung im Innenraum köchelte immer weiter hoch. Auch auf der Tribüne saß fast niemand mehr, doch abgesehen vom dort schwachen Sound, kam natürlich wenig Stimmung auf. Die geringe Stimmung oben konnte die bewegungs- und pogofreudige Masse im Innenraum jedoch problemlos kompensieren.

Ohne viel Gerede, doch mit großer Publikumsunterstützung, hauten Rise Against ohne jegliche Verschnaufpause „Collapse (Post-America)“ raus. Sänger Tim McIlrath schleuderte sein Mikrofon und auch der Rest der Band war ständig in Bewegung, beziehungsweise in der Luft. Ebenso bewegungsfreudig war das Publikum, wo es (zumindest aus der Tribünensicht) so aussah, als ob es Moshwettbewerbe zwischen dem hinterem Publikumsteil und dem durch Wellenbrecher abgetrennten vorderen Publikumsteil, gegeben hätte. Egal ob Größe oder Anzahl der Mosh- und Cricle-Pits, die jeweils andere Hälfte brauchte nicht lange um noch einen oben drauf zu setzen. Genauso sieht Stimmung auf einem Melodic-Hardcore Konzert aus, erstklassig.

Egal ob ältere Songs wie „Broken English“ oder neue wie „Help Is On The Way“, das relativ junge Publikum kannte sie alle und sang dementsprechend aus voller Kehle mit. Ein wenig mehr Zeit ließ sich Tim mit der Ansage zu „Re-Education (Through Labor)“, denn Schule sei sehr wichtig, wenn man auch viele Sachen erst im wirklichen Leben lerne. Im Anschluss schob er noch ein wenig Werbung für einen kleinen Buchladen raus, der im Foyer einen Stand aufgebaut hatte. Auch die Tierrechtsorganisation PETA hatte wieder einen Stand, immerhin sind zwei Bandmitglieder Vegetarier und die anderen beiden sogar Veganer.

Während „Satellite“ fiel das weiße, mit Bandlogo versehene Backdrop, und machte dem Albumcover der „Endgame“ Platte Platz. Das direkt im Anschluss folgende „Paper Wings“ widmete man den Architects.

Es folgten mit „Audience Of One“ und „Swing Life Away“ zwei ruhigere Stücke, um Band und Publikum ein paar Minuten Verschnaufpause zu gönnen. Beide wurden nur von Sänger McIlrath mit Akustikgitarre vorgetragen. Das Publikum hob die Hände und unterstützte Tim mit tausenden Stimmen.

Mit „Make It Stop (September's Children)“ und “Give It All” war es dann mit der Verschnaufpause auch schon vorbei, den so langsam näherte man sich dem Ende des Auftritts, da wurden sowohl von Band als auch vom Publikum die letzten Reserven aktiviert.

Doch Rise Against ließen sich nicht lange bitten und kamen für einen drei Songs umfassenden Zugabeblock zurück, immerhin war dies das erste Konzert in Dortmund, und man musste einen besonders positiven Eindruck hinterlassen.

Nach „Midnight Hands“, „The Strength to Go On” und letztendlich “Savior” war es dann endgültig vorbei und überglückliche und verschwitzte Fanmassen strömten Richtung Getränkestände und zu den Ausgängen. Rise Against konnten spielend rechtfertigen, solch große Hallen zu füllen, denn mit einer derart guten Show braucht man sich vor keiner anderen Band zu verstecken.



Setlist Rise Against
Survivor Guilt
Ready to Fall
Collapse (Post-America)
The Good Left Undone
Broken English
Help Is on the Way
Disparity by Design
Drones
Re-Education (Through Labor)
Blood to Bleed
Satellite
Paper Wings
Prayer of the Refugee
Audience of One
Swing Life Away
Make It Stop (September's Children)
Give It All
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Midnight Hands
The Strength to Go On
Savior