Zufallsfotos vom Revolving Door in Köln (23. Feb. 2012)

Weitere Fotos vom Konzert gibt es hier->

Revolving Door

Am Donnerstag den 23.02.2012 lud die thüringische Alternative Rock Band Revolving Door zum Konzert ins Hard Rock Cafe Köln. Ziel der Band ist es, alle vier deutschen Hard Rock Cafes zu beschallen und weitere Termine für Berlin (29.02.2012) und Hamburg (03.05.2012) stehen schon an, sodass nur noch München auf der To-Do-Liste steht*. Kostenlose Konzerte aufstrebender Nachwuchsbands zu fördern ist eine gute Sache und es gibt wohl wenige besser passende Orte, als die legendären Hard Rock Cafes.

Bisher war mir nie bewusst, dass in Hard Rock Cafes auch ab und an Konzerte stattfinden, dementsprechend neugierig machte ich mich auf den Weg Richtung Köln. Das Hard Rock Cafe ist zu Fuß vom Kölner Hauptbahnhof prima zu erreichen, sodass auch autolose oder trinkfreudige Konzertbesucher in den Genuss des Revolving Door Konzertes kommen konnten. Eine halbe Stunde vor Beginn waren schon einige Leute vor Ort, die gemütlich an ihren Tischen saßen und Getränke schlürften. Es war eine kleine Bühne aufgebaut und Revolving Door hatten wieder, wie bei ihrem letzten Konzert in Köln (Kantine, 26. November 2010), ihre LED Hintergrundbeleuchtung mitgeschleppt, um die doch sehr lahme Beleuchtung des Hard Rock Cafes ein wenig aufzupeppen.

Als um kurz nach Neun die drei Damen und zwei Herren die Bühne betraten waren nahezu alle Tische belegt - ein ziemlicher Erfolg - denn ich habe mir aus gut unterrichteten Kreisen sagen lassen, dass bei anderen Konzerten im Hard Rock Cafe Köln die Besucherzahl die Zehn selten nennenswert übersteigt. Mit „Break The Line“ vom gleichnamigen Debütalbum stieg der Fünfer gleich rockig ein und zeigte den Kölnern wo das Ganze hingehen soll. Gegen meine Erwartungen blieb das ganze Publikum sitzen und bewegte sich nicht weiter Richtung Bühne. Daran konnte auch Sängerin Liesa mit ihrem Angebot, dass auch alle mit ihren Tischen und Stühlen näher rücken dürften, nichts ändern. Für ein Rockkonzert also ein wenig ungewöhnlich, aber eine gemütliche und entspannte Abwechslung.

Wie man es von einer Band mit über 400 Konzerten auf dem Buckel erwarten konnte, zeigten sich Revolving Door routiniert und professionell und deckten ihr ganzes Repertoire von ruhigen Balladen wie „Sleepless“ bis zur schnellen Rocknummer wie „Perish“ ab. Durch diese Abwechslung wurde den Zuhörern, die teilweise von weit her angereist waren, nicht langweilig. Zwischen den Songs alberten die Sängerinnen Liesa und Wiebke ein wenig herum, wobei es mir persönlich teilweise zu viel oder albern war. Man hatte auch den Eindruck, dass Wiebke nicht immer so recht wusste, was sie auf Liesas Ansagen antworten sollte. Zumindest gab man sich Mühe, das Publikum einzubeziehen und nicht nur stur die Setlist abzuarbeiten, was  auch gelang.

Die Zuhörer feierten, so gut es im Sitzen eben ging, gut mit und schienen großen Spaß am Konzert zu haben. Mindestens ebenso viel Spaß hatten die fünf Musiker jedoch auf der Bühne, wobei die Bewegungsfreiheit auch dort sehr eingeschränkt war, da sich keiner näher in Richtung der Tische traute. Einzig Drummer Felix wirkte zwischenzeitlich ein wenig gelangweilt.

Dass es für eine Band mit nur einem Album (elf Songs) und einer EP (fünf Songs) schwer ist ein langes Konzert auf die Beine zu stellen, leuchtet sofort ein. Daher wurde mitten im Konzert ein kleiner Cover-Block gespielt, um auch die Lieblingsmusik des Quintetts gebührend zu würdigen. Wenn fünf aus 20 Songs Cover sind, ist das dem ein oder anderen natürlich immer zu viel, jedoch hat es das Publikum nicht gestört und darauf kommt es ja an. Das Spektrum reichte von den Guano Apes bis hin zu eher genrefremden Musikern wie Don Henley und Michael Jackson. Das Publikum sang nach einigen Anlaufschwierigkeiten brav mit, denn die Ausrede das Lied nicht zu kennen konnte hier kaum jemand anbringen.

Nach 19 Liedern beendete passenderweise „Goodbye“, ein Song zu dem es seit ein paar Monaten auch ein Musikvideo  gibt, das Set. Das konnten die Kölner natürlich nicht stehen lassen und so forderten sie erfolgreich eine Zugabe. Nach Konzertende gab es ein knappes Dutzend verschenkte Revolving Door T-Shirts und die Band stand den Anwesenden noch für Autogramme, einen kleinen Plausch oder ein kühles Getränk zur Verfügung. Alles in allem für alle Beteiligten ein erfolgreicher Abend, die einen haben ein gutes Konzert genossen und die anderen haben einige neue Fans gewonnen.



Setlist
Break The Line
I Don't Even Know You
Try To Change Me
Hey You!
Belongs To You
Swallow
Pretend
Open Your Eyes (Guano Apes Cover)
All The Small Things (Blink-182 Cover)
Are You Gonna Be My Girl (Jet Cover)
The Boys Of Summer (Don Henley Cover)
Beat It (Michael Jackson Cover)
That Goes Into The Ear (neuer Song, Arbeitstitel)
Funky Baby Cry
Insane Jealousy
Sleepless
Die For You
Why
Goodbye
---

Move On

 

*Aktualisierung 26.02.2012: Mittlerweile ist auch das letzte Hard Rock Cafe in München überzeugt: Der Termin ist der 19.04.2012.