Zufallsfotos vom Full Of Hate Festivaltour in Oberhausen (10. Feb. 2012)

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Full Of Hate Festivaltour

Mit der „Full Of Hate“ Festivaltour wurde nach dem Neckbreaker’s Ball (Dark Tranquillity, Eluveitie & Co) und dem Hatefest (Katakylsm, Triptykon & Co) ein weiteres Abrisskommando von RockTheNation durch Europa geschickt. Das Black-/Death-/Thrash-Metal Gespann um die beiden Headliner Behemoth und Cannibal Corpse hat auch vor der Oberhausener Turbinenhalle keinen Halt gemacht.


Nexus Inferis , die erste Band des Abends, betrat schon um zehn vor sechs die Bühne um für die folgenden fünf Bands den Weg zu ebnen. Die Turbinenhalle war noch nicht sonderlich gefüllt, was angesichts der frühen Stunde an einem Werktag auch nicht weiter verwunderlich war. Die Briten hatten Anfang des Jahres mit „A Vision of the Final Earth“ ihr erstes Album veröffentlicht und demnach auch nur ein geringes Repertoire an Songs, sodass nur 30 Minuten Spielzeit durchaus angebracht waren. Den Jungs um den maskierten Sänger fehlte es sichtbar an Erfahrung auf größeren Bühnen, sodass die unbekannte Future-Extreme-Metal-Band das Publikum nicht überzeugen konnte. So blieb dem Publikum die Zeit ein wenig die Merch-Stände der verschiedenen Bands auszuchecken oder sich ein kühles Feierabendgetränk zu genehmigen.


Nach kurzer Umbaupause wurde es mit den Suicidal Angels direkt bekannter und auch die Turbinenhalle hatte sich schon deutlich gefüllt. Die griechischen Thrash-Metaller um Fronter Nick Melissourgos sind schon eine Weile im Geschäft und wissen, wie man Stimmung ins Publikum bringt. Abgesehen von einem Fan in der ersten Reihe, der es vorzog ein Nickerchen zu halten, ging das Konzept auch auf, denn sowohl Stücke vom neuen Album „Bloodbath“, als auch ältere Stücke wie zum Beispiel „Apokathilosis“ wurden gebührend gefeiert. Moshpits während des Auftritts und eine Wall Of Death beim letzten Song  „Moshing Crew“ hielten die Zuschauer auf Trab.

Setlist Suicidal Angels
Bleeding Holocaust
Apokathilosis
Face Of God
The Pestilence Of Saints
The Lies Of Resurrection
Final Dawn
Moshing Crew


Kurz darauf ging es mit Misery Index in die nächste Runde und das bereits von den Suicidal Angels vorgewärmte Publikum kam schnell in Schwung und Moshlaune, so wurden Songs wie „Partisans Of Grief“ oder „The Great Depression“ gnadenlos mit Mosh- und Circle-Pits gefeiert. Die mittlerweile gut gefüllte Turbinenhalle feuert e den Auftritt der vier US-Amerikaner gebührend, obwohl sie als Grindcore-Kapelle sicherlich ein wenig aus dem Death- und Black-Metal dominierten Line Up hervor stachen.


Mit den Holländern von Legion Of The Damned wurde der zweite Teil des doch recht langen Konzertabends eingeläutet. Die Mannen um Sänger Maurice Swinkels kamen mit neuem Gitarristen Twan van Geel nach Oberhausen, welcher den April 2011 ausgestiegenen Richard Ebisch ersetzte. Das Publikum hieß ihn natürlich herzlich willkommen und feierte zum Einstand noch ein bisschen mehr. Der Auftritt begann mit dem selbstbetitelten „Legion Of The Damned“ und „Death's Head March“,  welche wie der 3/4 des Sets vom 2006 erschienen Debüt „Malevolent Rapture“ stammten. Die Stimmung war durchweg gut, vollkommen egal ob ein alter oder ein neuer Song, wie „Night Of The Sabbath“, gespielt wurde.

Setlist Legion Of The Damned
Legion Of The Damned
Death's Head March
Bleed For Me
Pray And Suffer
Son Of The Jackal
Malevolent Rapture
Werewolf Corpse
Night Of The Sabbath
Cult Of The Dead
Taste Of The Whip


Nach einer doch etwas längeren Umbaupause kam mit Behemoth der erste Headliner des Abends auf die Oberhausener Bühne. Nach der Leukämie Erkrankung von Frontmann Nergal sicherlich die mit der größten Spannung erwartete Band. Schon vor der Show wurde durch „Behemoth“ Chöre aus dem Publikum deutlich, dass ein Großteil der Anwesenden wegen Behemoth da waren. Die Show der vier Polen war eine Macht, voller Atmosphäre und Energie. Obwohl von der erst kürzlich überstandenen Krankheit sichtlich angeschlagen, konnte Nergal die Bühne von der ersten Sekunde an für sich und seine Band einnehmen. Die Bühnenpräsenz war schlichtweg beeindruckend und in Kombination mit Kostüm und Licht das absolute Highlight des Abends. Das Publikum war auch von der ersten Sekunde an mit wehenden Haaren dabei und genoss sichtlich die durch Intros und Bühnenverhalten perfekt in Szene gesetzte Show. Die Songauswahl war gut gemischt und schon von der ersten EP "And The Forests Dream Eternally" war mit "Moonspell Rites" ein Song dabei. Natürlich durften aber auch Nackenbrecher wie „Ov Fire And The Void“  oder „Slaves Shall Serve“ nicht fehlen. Kurzum: Wer vorher nicht Fan der Band war, war es mit großer Wahrscheinlichkeit danach.

Setlist Behemoth
Intro
Ov Fire And The Void
Intro
Demigod
Moonspell Rites
Conquer All
Intro (Diableria (The Great Introduction))
1000 Plagues
Alas, Lord Is Upon Me
Decade Of Therion
Intro
At The Left Ov God
Slaves Shall Serve
Chant for Ezkaton 2000 e.v.
Intro
23 (The Youth Manifesto)
Lucifer


Nach Behemoth aufzutreten war sicherlich eine relativ undankbare Aufgabe, denn die Show der Polen war selbst für eine Größe wie Cannibal Corpse nicht zu toppen. Wenn steigern schon nicht drin war konnte doch das Niveau gehalten werden. Während sich die Jungs um Sänger George „Corpsegrinder“ Fisher die Schädel aus dem Körper schraubten feierte auch das moshwütige Oberhausener Publikum gebührend mit. Die US-Amerikaner spielten einen repräsentativen Querschnitt durch ihre Diskografie und boten mit „Demented Aggression“ und „Scourge Of Iron“ auch zwei neue Songs des im März erscheinenden neuen Albums „Torture“ (VÖ 13.03.2012).

Setlist Cannibal Corpse
Evisceration Plague
The Time To Kill Is Now
Death Walking Terror
Demented Aggression
Scourge Of Iron
I Cum Blood
Sentenced To Burn
Fucked With A Knife
Pit Of Zombies
Priests Of sodom
Unleashing
Make Them Suffer
Devoured By Vermin
A Skull Full Of Maggots
Hammer Smashed Face
Stripped


Achja: Seit neustem scheint die Turbinenhalle drei Euro Gebühren für ihren „Parkplatz“ zu nehmen. Auf die Idee das Geld sinnvoll in so etwas wie Wärme zu investieren scheint jedoch niemand gekommen zu sein. Natürlich ist es nicht machbar derart große Hallen auf angenehme 20°C zu bringen, aber deutlich positive Temperaturen wären schon im Sinne der dort arbeitenden Menschen und der zahlenden Besucher. So musste der lodernde Hass die Leute warm halten...