Bereits zu achten Mal sollte am 27. August 2011 das Feuertal Festival in Wuppertal seine Pforten öffnen. Zwar waren wir einerseits voller Vorfreude, andererseits ließen die Wetterprognosen nicht das Allerbeste erhoffen. Bereits auf der Hinfahrt zeigten die Wolken uns, was sie in sich hatten. Nichtsdestotrotz beschlossen wir, uns die Laune von etwas Regen nicht verderben zu lassen.

 

 

Um kurz nach 14:00 Uhr wurden die Tore geöffnet und die Fans der mittelalterlichen Klänge durften die Waldbühne Hardt betreten. Zunächst stand die Erkundung des Geländes an, denn wie jedes Jahr durfte der kleine aber feine Mittelaltermarkt nicht fehlen. Kleidung, Trinkhörner, was auch immer man haben wollte, konnte man für einige Taler bekommen. Auch fürs leibliche Wohl war bestens gesorgt. Flammkuchen, Hanffladen oder Bratkartoffeln sollten jeden Magen ausreichend füllen um den Tag gut zu überstehen.

Das musikalische Programm moderierte niemand anderes als Eric Fish, Frontman von Subway zo Sally, der uns gegen 15:00 Uhr dann auch schon den Auftakt ankündigte. Nachtgeschrei waren die ersten, die uns einheizen sollten. Die Truppe aus Frankfurt am Main war mir bis zu diesem Moment noch unbekannt, überzeugte jedoch durch wohlklingenden Mittelalter Rock und eine klasse Show, bei der das Publikum mehr als gewillt war mitzufeiern. Die Stimmung war schon mal klasse und auch die immer wieder auftretenden Regenschauer sollten dies nicht mehr ändern können.

Weiter ging es dann mit Rabenschrey. Schon jetzt standen die Chancen noch in die Nähe der Bühne zu kommen um einen besseren Blick zu erhaschen gleich Null. Jeder der Rund 2.000 Besucher schien die Bühne zu belagern, was die Stimmung noch mehr aufheizte. Lieder wie "Dreckstück", "Hey wir sind Heiden" oder das "Templerschaf" taten ihr übriges um auch die letzten dem Feierwahn verfallen zu lassen.

Nach einer schnellen Umbaupause, die wir nutzen konnten um uns noch etwas zu stärken, wurde es dann noch schneller. Speed Folk, präsentiert von Fiddler's Green flog uns um die Ohren und brachte unsere Beine wie von Zauberhand zum Tanzen. Mit ihrer offensichtlich guten Laune, hatten die Fiedler nicht das geringste Problem, die Zuschauer für sich zu gewinnen. Songs wie "Shut up and Dance" oder "Folk's not Dead" konnte sich einfach keiner entziehen, auch wenn der Boden vor der Bühne durch die immer wiederkehrenden Regenschauer langsam merklich aufweichte.

Als nächtes wurde dann die Letzte Instanz angekündigt. Das Dresdener Septett musste nun kaum jemandem noch vorgestellt werden und konnte so auch gleich loslegen und zeigen, warum man den Fotografen leider den Zutritt zum Fotograben verwehren musste. Die Pyro- Show hatte es nämlich in sich. Mit "Dein Gott" begann man dem Publikum einzuheizen. Eine Truppe in Hochform, perfekt aufeinander abgestimmt und bestens gelaunt. "Das Stimmlein" oder "Rapunzel" brachten die Masse zum toben. Und als wäre der Wettergott nun gnädig gestimmt worden, riss bei "Flucht ins Glück" der Himmel auf und liess die Bühne in zartgoldenem Schein erstrahlen.

Das Finale sollten uns dann Saltatio Mortis bereiten. Und es begann gut. Die Stimmung war nun auf ihrem absoluten Höhepunkt. Mit "Tritt ein" und "Uns gehört die Welt" wurde mächtig eingeheizt. Es wurde gesungen und getanzt, auf der Bühne und davor. Zum Song "Wir säen Wind" ereilte uns dann die schlechte Nachricht. Das Feuertal Festival 2011 musste abgebrochen werden. Der Grund dafür war eine Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes. So mussten Saltatio Mortis zur allgemeinen Enttäuschung bereits nach acht Liedern die Bühne verlassen. Doch auch wenn manch einer sehr enttäuscht war, so kann man die Entscheidung des Veranstalters nach den jüngsten Ereignissen in Belgien und den USA durchaus nachvollziehen.

Trotz des frühen Endes und des weniger guten Wetters war es für mich ein mehr als gelungenes Fest. Tolle Bands und eine lockere Stimmung ließen mich die nassen Füße vergessen und mit einem Grinsen im Gesicht nach Hause fahren.

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