Kurz vor dem Grand Magus Gig in der Philipshalle Düsseldorf konnte ich mit Mats und Sebastian ein wenig plaudern.

Markus (MetalViecher.de): Willkommen in Deutschland, wie geht’s?

Mats „Fox“ Heden (Grand Magus): Oh, uns geht es gut

Sebastian „Seb“ Sippola (Grand Magus): Wir sind gerne wieder in Deutschland, wir mögen es hier.

Mats: Es ist drinnen warm, nicht so wie in England letzte Woche, wo es auch drinnen bitter kalt war.

Sebastian: Die wissen anscheinend nicht, wie man Häuser baut.

Markus: Würdet ihr euch und die Band bitte kurz vorstellen?

Sebastian: Ja, ich bin Seb und spiele Schlagzeug.

Mats: Und ich bin Fox und spiele Bass. Wir haben noch ein Mitglied, JB., welcher Gitarre spielt und singt. Wir sind also eine Dreiercombo, die schon seit elf Jahren Musik macht.

Markus: Und was für Musik können wir erwarten, vor einem Grand Magus Auftritt?

Mats: Heutzutage würde man es vermutlich Heavy Metal nennen.

Markus: Euch zum Beispiel steckt man auch oft in den Stoner Metal oder den Doom Metal, wie steht ihr dazu?

Sebastian: Ich denke Heavy Metal ist schon richtig, vielleicht waren wir früher etwas doomiger, aber heute ist es Heavy Metal.

Markus: Ihr habt dieses Jahr euer Album „Hammer Of The North“ veröffentlicht, was könnt ihr uns darüber berichten?

Mats: Es kam im Juni raus und wir haben es in Stockholm im Winter aufgenommen, so im Januar oder Februar.

Sebastian: Ein wenig vielleicht auch im Dezember.

Mats: Ich denke wir gehen den auf „Iron Will“ eingeschlagenen Weg weiter.

Markus: Also seht ihr keine große Entwicklung oder Änderungen zu dem etwas älteren Material?

Mats: Ja, wenn dann nur Kleinigkeiten.

Markus: Aus welchem Grund habt ihr den Titel „Hammer Of The North“ gewählt?

Sebastian: Wir wollten eine Verbindung zu unserer Herkunft haben und da bietet sich Thors Hammer an.

Markus: Die Reaktionen der Presse waren durchweg gut bis begeistert und auch bei uns gab es neun von zehn Punkten. Im deutschen MetalHammer war es das Album des Monats, habt ihr so gute Rezensionen erwartet?

Sebastian: Danke schön. Klar haben wir das erwartet (lacht).

Mats: Man weiß nie, wie die Reaktionen sein werden, aber wir hatten schon immer gute Reviews in unserer Karriere. Wir sind auch sehr glücklich, dass die Kritiken zu positiv ausfallen. Natürlich kann man seine Musik besser verkaufen, wenn man neun anstatt nur einem von zehn Punkten bekommt.

Markus: Wie wichtig sind euch gute Reviews?

Sebastian: Wenn die Fans es mögen ist mir egal, was die Presse davon hält.

Mats: Aber natürlich interessieren uns auch Reviews, denn wir wollen ja zehn von zehn.

Sebastian: Aber wenn wir Musik schreiben denken wir natürlich nicht daran möglichst gute Reviews zu erzielen. Wir machen die Musik nicht um den Magazinen zu gefallen.

Markus: Was ist das für ein eigenartiges Instrument am Anfang von „Black Sails“?

Mats: Es ist Brons Horn, ein sehr altes Instrument aus der Wikingerzeit. Wir verwendeten aber nur den Nachbau eines solchen Horns.

Markus: Nehmt ihr den Nachbau auf Tour mit oder kommt das dann vom Band?

Mats: Wir machen das live ein wenig anders und versuchen mit den Instrumenten die wir haben nah dran zu kommen.

Markus: Habt ihr einen Songwriter oder schmeißt ihr immer eure Ideen zusammen?

Mats: Wir haben einen Songtexteschreiber, dass ist JB unser Sänger und bei den Proben machen wir dann die Musik zusammen. Jeder kommt dann mit einzelnen Ideen, es ist sehr selten, dass jemand mit einem kompletten Song ankommt. Wir arrangieren dass dann zusammen und JB macht dann die Lyrics.

Sebastian: Es ist eine Teamleistung, jeder ist in den Songwritingprozess eingebunden.

Markus: Habt ihr einen Lieblingssong auf der neuen Platte?

Mats: Das ist schwierig, es ändert sich immer. Ich mag „Hammer Of The North“.

Sebastian: “I, The Jury” ist auch ein gutes Lied.

Markus: Welche Lieder kommen live bei den Fans am besten an?

Mats: „Hammer Of The North“, aber auch „I, The Jury“ kommen wohl am besten an. Wir spielen in der Regel fünf neue Songs im Set. Heute sind es nur vier, da wir nur eine halbe Stunde Spielzeit haben und natürlich einige Klassiker wie „Iron Will“ spielen werden.

Markus: Es ist nun das erste Album bei Roadrunner und das erste bei einem großen Label, seid ihr mit der Unterstützung zufrieden?

Mats: Ja, wir sind sehr zufrieden die Promotion ist natürlich spitze.

Sebastian: Wir haben aber genug Freiheiten was Produzent, Albumcover, Coverdesigner und solche Sachen angeht. Roadrunner war im kreativen Prozess nicht eingebunden, wir konnten die Songs frei wählen.

Mats: Möglicherweise gab es etwas mehr Zeitdruck mit einer Deadline, die wir bisher nie hatten.

Markus: Wäre eine Tour mit Motörhead in dieser Form auch ohne Roadrunner im Rücken möglich gewesen?

Sebastian: Generell waren damals Supportshows möglich, aber Headlineshows wie im Kölner Underground eher nicht. Natürlich gibt uns das Ganze nun die Möglichkeit auch größere Bands zu supporten.

Mats: Aber Shows mit Motörhead hätten wohl kaum geklappt, das stimmt. Es ist ein wahr werdender Traum.

Markus: Was wollt ihr in Zukunft machen, also nach der Motörhead-Tour?

Mats: Weiter touren, aber erst im März mit Grave Digger. Ich denke wir werden auch zehn bis fünfzehn Festivals spielen.

Markus: Gibt es schon Bestätigungen für Festivals im deutschsprachigen Raum?

Mats: Ich glaube das einzige bisher bestätigte Festival ist das französische Hellfest. Wie es mit den großen deutschen aussieht weiß ich nicht, aber da wird dran gearbeitet.

Markus: Wie viel Zeit kostet eine Band wie Grand Magus mittlerweile?

Sebastian: Es ist schwer Arbeit und Familie in Einklang mit dem Musikerdasein zu bringen. Bei uns klappt es aber gut, da wir auch sehr tolerante Familien haben.

Markus: Der Wolf scheint ein inoffizielles Bandmitglied zu sein, wie kommt das?

Sebastian: Wir sympathisieren sehr mit diesem Tier. Der Wolf ist stark und in Schweden versucht man sie auszurotten. Es sind nur noch 200 übrig und wir interessieren uns sehr für das Schicksal dieser Tiere.

Markus: Gibt es lustige oder interessante Tourmomente über die ihr etwas berichten möchtet?

Sebastian: Das bemerkenswerteste war auf einer älteren Tour:  Da haben wir einmal JB, unseren Sänger, unterwegs vergessen und wir haben Tage darüber gelacht.

Markus: Was denkt ihr über Musikpiraterie?

Mats: Was denkst du, Sebastian?

Sebastian: Ich weiß nicht. Man kann es nicht stoppen. Natürlich wäre es besser, wenn wir mehr CDs verkaufen würden und die Leute es sich nicht kostenlos beschaffen.

Mats: Ich persönliche hasse Leute, die das tun.

Sebastian: Yeah.

Mats: Allerdings wären wir ohne das Internet nichts.

Sebastian. Stimmt.

Mats: Allerdings brauchen wir iTunes und so was nicht.

Markus: Wie seid ihr Musiker geworden?

Mats: Ich hatte keine Wahl, da ich weder gut schreiben noch lesen kann, sodass ich nur diesen Weg hatte mich selbst auszudrücken.

Sebastian: Ich spiele schon mein ganzes Leben lang, ich weiß das nicht mehr genau.

Markus: Was hört ihr momentan privat, im Tourbus oder wo auch immer?

Mats: Stille. Wir hören den ganzen Tag Konzerte und Soundchecks, da sind wir über ein bisschen Ruhe ganz froh.

Markus: Danke für das Interview, wenn ihr noch was loswerden wollt, dann tut das nun.

Sebastian: Besucht unsere Konzerte, kauft unsere T-Shirts und CDs und bringt gerne eure Freunde mit.