Aufgrund von Kommunikationsproblemen zwischen Managment und Band hatte ich am 02.12.2010 im Kölner Luxor nur wenig Zeit um Matt von Funeral For A Friend zu plaudern, daher ist dies ein verhältnismäßig kurzes Interview.

Markus (MetalViecher.de): Hi, ich bin Markus von MetalViecher, wie geht es dir?

Matt Davies-Kreye (Funeral For A Friend): Mir geht es sehr gut, auch wenn mit ein wenig kalt ist.

Markus: Magst du dich und deine Band unseren Lesern kurz vorstellen?

Matt: Ich bin Matt Davis und ich Singe für Funeral For A Friend. Wir sind eine Band aus Süd Wales und wir existieren nun schon seit ungefähr neun Jahren.

Markus: Wie kann man sich euren Sound vorstellen?

Matt: Unser Sound ist eine Mischung aus Punk, Hardcore und Metal. Halt irgendwie Rock. Die verschiedenen Musikgeschmäcker der Bandmitglieder prägen das was wir machen sehr stark, daher ist es schwierig dem Ganzen ein spezielles Genre zuzuordnen. Wir sagen immer, dass wir eine Rockband mit harten Einflüssen sind.

Markus: Gibt es einen besonderen Sinn, oder eine Geschichte hinter dem Bandnamen?

Matt: Nein, nicht wirklich. Ich hatte den Namen schon eine Weile im Sinn und wollte ein Projekt so nennen. Als ich mich der Band anschloss, hatten sie bereits einen Namen und durch meinen Beitritt änderte sich der Sound stark, sodass wir den Namen wechselten. Da meine Idee als einzige im Raum stand, haben wir uns dafür entschieden.

Markus: Ihr habt eure neue EP „The Young And Defenceless“ über PledgeMusic veröffentlicht, kannst du uns zu der ganzen Idee hinter dieser Plattform etwas erzählen?

Matt: PledgeMusic erlaubt Fans näher an die Band heran zu kommen, als es bisher der Fall war. Früher konnten sie, wenn überhaupt, über so Fanclubs die Produktion der Alben beeinflussen. Nun sind sie aktiv dabei, wenn wir Musik kreieren. Das ganze ist einzigartig, da man zu dem Album anbieten kann mal mit ihnen eine Pizza zu essen oder ihnen die Möglichkeit gibt nur für sie eine kleine Akustikshow zu spielen. Auch gab es Pässe, die ihnen Zutritt zu jeder unserer Headlineshows weltweit gewähren, wenn sie bereit sind dort hin zu reisen.

Markus: Fannähe ist also sehr wichtig für euch?

Matt: Das ist es und war es schon immer. Wir versuchen auch über alle möglichen sozialen Netzwerke den Fankontakt zu halten, sei es über Facebook, MySpace oder sonst was. Wir kommunizieren viel mit unseren Fans via Facebook und halten sie über alles, was bei uns so ab geht, auf dem Laufenden.

Markus: Werdet ihr heute Lieder von der EP spielen?

Matt: Ja, wir werden ein paar Lieder der EP und ein paar neue Lieder vom Album spielen, was im Frühjahr 2011 rauskommen wird.

Markus: Wie kam die PledgeMusic Idee bei den Fans an?

Matt: Die waren sehr enthusiastisch. Um ehrlich zu sein ist es in der heutigen Musiklandschaft schwer einen gewissen Bekanntheitsgrad zu erreichen und zu halten, da die Menschen diesbezüglich eine sehr kurze Aufmerksamkeitsspanne haben. Viele hören von den meisten Bands nur ein paar Songs und nicht mehr ganze Alben. Das PledgeMusic-Projekt war gut um dem harten Kern unserer Fans etwas zu bieten, die sich nicht viel im die Idee eine Releases kümmern. Als ich jung war und ich eine Band mochte war es toll in die Stadt zu fahren und die CD zu kaufen um später die CD für Stunden zu hören und die Liedtexte mitzulesen. Das ganze ging irgendwie verloren und wir wollen das wieder holen. Wir möchten, dass die Bands die Macht haben und nicht die Plattenfirmen. Die Leute wollen ja auch die echte Sache unterstützen, direkt von Fan zu Band, ohne Mittelsmann.

Markus: Was war der bedeutendste Moment in der Bandgeschichte?

Matt: Ich denke das war so der Moment, an dem wir Übersee spielen konnten. Die anderen würden vielleicht sagen, dass das erste Album der bedeutendste Augenblick war und das war natürlich auch toll. Musik machen zu können und weltweit Fans zu treffen ist sicherlich großartig, aber das ist halt kein einzelner Moment. Es ist der Wahnsinn in Australien, Deutschland, Holland oder Südamerika auf der Bühne zu stehen und zu singen, wenn die ganze Halle mitsingt.

Markus: Was habt ihr in der nächsten Zeit vor?

Matt: Die EP, die wir via Pledge released haben wird Montag auch digital über Roadrunner Records vertrieben. Fans können die neuen Lieder nun also auch dort bekommen. Wir werden im Frühjahr ein neues Album rausbringen und natürlich im Anschluss wieder eine Europatour machen. Also checkt unsere Facebookseite und kommt zu unseren Shows.

Markus: Wie viel Zeit kostet eine Band wie eure und wie lässt sich das mit Freunden, Familie und Job vereinbaren?

Matt: Das ist unser Job, dass ist wie wir leben. Wir haben sehr viel Glück, dass wir das ganze hier Vollzeit machen können. Es ist hart die Familie weniger zu sehen aber das ist nun mal mein Job und ich liebe ihn. Glücklicherweise haben wir Familien, Frauen und Freundinnen, die uns unterstützen. Ich könnte mir nichts anderes vorstellen, als so zu leben wie ich es jetzt tue. Es ist für nun neun Jahre die beste Erfahrung meines Lebens.

Markus: Es gibt auf Tour ja viele lustige Momente, magst du das lustigste Ereignis mit uns teilen?

Matt: Lustig ist für mich aufzuwachen, wenn unser Gitarrist morgens um 06:00 zu Bett geht und Musik hört und das in einer Wahnsinns Lautstärke. Meistens hört er unsere eigene Musik, sodass mir um sechs Uhr morgens meinen eigene Stimme entgegen donnert und ich aufwache und mir denke „Bin ich das? Ich kann mich singen hören. Warum kann ich mich singen hören?“ und das ist schon so eine Sache für sich. Es ist zum Beispiel auch letzte Nacht passiert.

Markus: Was hältst du von Musikdownloads?

Matt: Für mich ist es enttäuschend zu sehen, dass Leute den Bands nicht den Respekt entgegen bringen, denn sie verdienen, in dem sie kaufen was sie kreieren. Viele denken, dass Bands, die einen Plattenvertrag haben, haufenweise Geld verdienen. Das ist eine sehr alte Denkweise, die heutzutage einfach nicht stimmt. Ich meine wir müssen davon leben Alben zu produzieren und Touren zu machen. Wir schwimmen wirklich nicht im Geld. Wenn Leute unsere Musik stehlen bekommt man den Eindruck, dass sie lieber alles kostenlos haben wollen. Das ist okay, nur müssen wir halt sehen wo wir bleiben, denn wir stecken viel Zeit und Energie da rein, damit Leute Spaß daran haben. Dafür bekommen wir dann nichts wieder. Es ist nicht schön zu sehen, wie das was man gemacht hat einfach ohne Gegenleistung genommen wird. Ich mag es, wenn Leute das tun um neue Musik kennen zu lernen, solange sie auch die CD kaufen, wenn sie die Musik mögen. Ich fände es besser, wenn man das ganze irgendwie kontrollieren könnte.

Markus: Was hältst du von Guitar Hero und so, ist es ein Kinderspielzeug oder macht es auch dir Spaß?

Matt: Ich denke es macht Spaß und wir haben Videospieler in der Band, aber Guitar Hero finde ich nicht so toll. Ich versage dabei immer, genau so, wie ich auch bei Singstar immer versage. Für mich ist es spaßig so zu tun, als ob ich ein für ein paar Stunden ein verdammter Gitarrengott wäre. Es bringt Musikern vielleicht ein bisschen mehr Respekt ein.

Markus: Was hörst du momentan so für Musik, abgesehen von deiner eigenen?

Matt: Ja, abgesehen von meiner eigenen mit voller Lautstärke um sechs in der Früh (lacht). At The Gates zum Beispiel, eine schwedische Death-Metal-Band aus den 90ern. Sie sind Freunde von uns und wir haben das letzte Mal eine Doku-DVD von ihnen bekommen und seitdem höre ich die Band beinahe ununterbrochen.

Markus: Gibt es Fragen, die du dir einmal in einem Interview wünschen würdest, aber die dir nie jemand stellt?

Matt: Um ehrlich zu sein hattest du schon einige Fragen dabei, die wir seit sehr langem nicht gestellt bekommen haben. Es war ein spaßiges Interview und ich bin glücklich.

Markus: Danke für das Interview und die letzten Worte gehören dir!

Matt: Ich möchte jedem danken, der sich für uns interessiert und der uns unterstützt. Kommt zu unseren Shows im nächsten Jahr und kauft das neue Album, es wird der Hammer!