Kurz vor ihrem Gig in der Kölner Kantine hatten Revolving Door aus Thüringen ein paar Minuten Zeit um mit mir zu quatschen. Die sympathische Truppe um die Sängerinnen Liesa und Wiebke sind momentan mit ihrem Debütalbum „Break The Line“ auf Tour.

Markus (MetalViecher.de): Hi, ich bin Markus von MetalViecher.de, wie geht es euch heute?

Liesa-Marie Fehrmann (Revolving Door): Uns geht es wunderbar!

Markus: Stellt euch doch mal bitte vor!

Wiebke Koschut (Revolving Door): Ich bin Wiebke und ich singe.

Liesa: Wo singst du denn?

Wiebke: Bei Revolving Door.

Liesa: Ich bin Liesa, ich singe auch bei Revolving Door und spiele Gitarre.

Sabrina „Sabse“ Schöler (Revolving Door): Ich bin Sabse und spiele Bass.

Christian „Rügi“ Rüger (Revolving Door): Ich bin Rügi und spiele Gitarre.

Felix „Litz“ Müller-Litz (Revolving Door): Ich bin der Litz und spiele Schlagzeug.

Markus: Wie würdet ihr denn den Musikstil von Revolving Door beschreiben?

Liesa: Ich sag' jetzt einfach mal Rock, denn es ist schwierig diese ganzen Abspaltungen zu trennen. Vielleicht ist auch ein bisschen Crossover dabei.

Felix: Es kann sich jeder selber ein Bild davon machen und der Musikrichtung dann einen Namen geben.

Markus: Auf was legt ihr bei euer Musik am meisten Wert? Gute Texte, komplexe Melodien oder wo liegt der Schwerpunkt?

Felix: Wo drauf legen wir wert? Wir legen darauf wert, dass zu der fertigen Musik, der Melodie ein schöner Text darauf passt. Und natürlich, dass das Ganze dann auch live ankommt.

Markus: Welche Bands würdet ihr denn heranziehen, wenn es um einen Vergleich geht? „Wir klingen wie ...“

Wiebke: Vom Stil her vielleicht ein wenig wie Paramore.

Liesa: Eigentlich klingen wir nur wie wir. Das ist schwierig zu beschreiben, weil wir zwei Mädels sind, die singen. Wir haben ein fettes Gitarrenbrett vom Rügi, Basslines von Sabse und die knallenden Drums vom Litz (lacht). Ne lässt sich echt schwierig sagen, am besten bildet man sich die Meinung selber, also geht alle auf unser MySpace-Profil und hört es euch mal an.

Markus: Wie seid ihr auf den Bandnamen gekommen? Also Revolving Door, zu Deutsch Drehtür, würde mir jetzt nicht auf Anhieb einfallen, wenn ich einen Bandnamen suche.

Liesa: Das haben schon viele gesagt, dass das ein komischer Bandname ist. Aber letztendlich ist jeder Bandname irgendwie entstanden, oder auch nicht. Erst hatten wir einen anderen Bandnamen, aber eine Band dieses Namens gab es schon. Ich habe dann Crazy Town gehört und die haben einen Song der „Revolving Door“ heißt und ich fand das gut und habe das vorgeschlagen. Und nun heißen wir so.

Markus: Also keine spezielle Bedeutung?

Liesa: Eigentlich nicht. Drehtür halt.

Wiebke: Ein Zeichen für Bewegung, die immer weiter geht.

Markus: Ja, aber eine Drehtür dreht sich aber trotzdem nur im Kreis (lacht)

Liesa: Ja, aber Bewegung, es bewegt sich was.

Markus: Okay, es dreht sich ... Im Internet gibt es nicht viele Informationen, könntet ihr vielleicht die wichtigsten Etappen von Bandgründung bis jetzt zusammen fassen?

Liesa: Sabse, Rügi, Litz und ich, wir kennen uns von der Schule. Sabse, Rügi und ich waren auch zusammen an der Musikschule in der Gegend. Circa 2004 ist dann die Idee aufgekommen eine Band zu gründen, da wir keine Lust mehr auf den klassischen Mist hatten. Sabse und ich waren die ersten, die sich daran versucht haben und nach und nach haben wir 2005 dann Rügi und Litz angequatscht, denn eine Band ohne Schlagzeuger ist schon doof. Wiebke ist seit Januar als zweite Stimme ganz frisch dabei.

Felix: Wir haben dann lokal gespielt und uns 2007 für den Schooljam angemeldet und sind bis ins Finale gekommen, wie öfters. Wir waren schon öfters im Finale...

Liesa: ... wir haben nur nie gewonnen! (lacht)

Felix: Wir haben mehrere Festivals gespielt, mit Rise Against und den ganzen Größen. Das sind so die Highlights bis jetzt und wir lassen uns überraschen, was noch kommt.

Markus: Wie läuft denn so die Tour bisher?

Liesa: Hat bisher alles geklappt. Wir machen auch alles selber, vom Aufbauen bis zum Abbauen, Catering, Kasse, alles einfach. Wir haben uns vorher keine Gedanken gemacht, wie viele kommen, sondern haben uns überraschen lassen. Wir haben viel Werbung über das Internet gemacht und auch versucht über Zeitung, Magazine und so Werbung zu machen. Es wird immer besser, wie ich finde, es kommen immer mehr. Manche auch doppelt und dreifach und vierfach, das kam auch schon vor.

Markus: Das ist ja wunderbar. Wie viel Zeit kostet die Band? Ich habe gelesen, dass Tina (ehem. zweite Sängerin, Anm. d. Red.) wegen der Doppelbelastung mit Band und Studium beziehungsweise Ausbildung ausgestiegen ist.

Liesa: Wir haben das so gelegt, dass wir nur am Wochenende unterwegs sind, da wir alle nebenbei noch Ausbildungen machen. Es ist manchmal schwierig, dass alles unter einen Hut zu bekommen, aber es klappt, wenn man denn will.

Markus: Was macht ihr denn so?

Liesa: Ich studiere, Wiebke macht noch Abi, Sabse macht Industriemechanikerin, Rügi machz Mechatroniker und Litz Gas/Wasser/Scheiße, also alle noch in der Ausbildung, aber fast fertig.

Markus: Ihr habt vor kurzem euer Debütalbum „Break The Line“ veröffentlicht, was gibt es da zu berichten?

Christian: Wir waren dafür in Hamburg, bei Eike Freese, ein relativ Junger Produzent, den vielleicht jemand von der Band Dark Age kennt. Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden, denn ein ziemlich fetter Sound ist dabei raus gekommen. Die Produktion hat hervorragend funktioniert und das Ergebnis passt auch.

Markus: Was ist denn euer Lieblingslied?

Christian: Ich finde eigentlich alle ziemlich gut. Das Album als Gesamtkunstwerk, sag ich jetzt mal blöd, ist zusammen irgendwie gut. Der Opener „Break The Line“ ist in meinen Augen ziemlich cool.

Liesa: Ich mag auch alle Songs, wäre ja auch blöd, wenn nicht. Das kommt auch immer auf die Stimmung an. Ich freue mich schon, wenn wir heute „Perish“ spielen, denn da kann man richtig geil abgehen und da habe ich heute richtig Bock drauf. Oder „Belongs To You“ ein Song, der schon seit zwei Jahren existiert und auch richtig geil ist. „Break The Line“, der Opener, Albumtitel und Tourstatement ist natürlich auch toll.

Wiebke: Ich mag auch das Gesamtpaket. Einen Favoriten zu finden kommt halt, wie Liesa schon gesagt hat, auch auf die Stimmung an. Wenn man abrocken will ist „Perish“ natürlich eine gute Wahl. Wenn wir den Singen ist da natürlich auch viel Leidenschaft und Gefühl.

Sabrina: Alles gut!

Felix: Die haben sich jetzt alle auf das abrocken konzentriert, aber ich finde „I Don't Even Know You“ schön. Joa, warum? Hmm ... das Lied macht einfach Spaß zu spielen und selbst auf der Bühne das im Zusammenhang zu hören, da von vorne bis hinten alles passt. Mir gefällt’s halt. (kollektives Gelächter)

Markus: Wie waren denn bisher die Reaktionen von Fans und Presse?

Felix: Das lustige ist, dass je weniger Leute bei den Auftritten sind, je mehr kommen die Leute zu einem hin. Ich weiß nicht warum, das ist ein komisches Phänomen, und die finden das dann auch sehr cool. Wenn 50 Mann da sind finden das dann zehn sehr gut und die erzählen es dann weiter. Das ist dann so eine Art Schneballprinzip. Wir haben schon viel positives gehört, ich eigentlich nur. Vielleicht trauen sie sich auch nur nicht.

Markus: Die haben alle Angst vor euch.

Felix: Ach, ich bin offen für Kritik.

Markus: Und die Reviews in der Presse sind die auch zu eurer Zufriedenheit?

Liesa: Das läuft gut, wirklich gut. Das kommt aber auch ein wenig drauf an, wo das Review gemacht wurde, wenn es eine richtig harte Zeitschrift ist, dann finden die unsere CD natürlich nicht hart genug, für den Metalbereich oder so. Wir haben vielleicht ein paar Metal Einflüsse, aber es ist sicher kein Metal was wir machen. Im Großen und Ganzen war es aber positiv, bisher sagte keiner „Kackalbum, kauft es euch nicht!“.

Felix: Das negativste was man so hört ist, „ihr klingt zu sehr nach dem oder dem“, wobei wir uns dann oft denken, dass das eigentlich nicht so ist.zeuger

Markus: Wer schreibt den bei euch die Lieder?

Felix: Das machen zum größten Teil Rügi und ich, also Gitarrist und Schlagzeuger zusammen. Dann kommt Sabse dazu, die ihre Bassline, wie man das so schön nennt, drunter düdelt. Wenn uns dreien das dann gefällt, sodass wir das den beiden Sängerinnen präsentieren können, dann machen wir das. Die haben dann die Freiheit ihre Melodie und ihren Text zu machen und dann entscheiden wir gemeinsam, ob das so gut ist, oder nicht.

Markus: Ihr habt vor kurzem in Erfurt ein Musikvideo gedreht, was könnt ihr uns denn dazu erzählen?

Liesa: Das Musikvideo haben wir im August gedreht. Wir hatten vier Drehtage und das war extrem geil, dass erste Mal mit Fahrszenen und allem möglichem zum Song „Break The Line“. Wir haben auch in der Uni gedreht und Wiebke war in einer Bar. Das Thema war, dass wir keinen Bock haben auf das was wir machen, Uni oder Arbeit oder so, da jeder nur rum meckert und da wollten wir halt raus. Alles hinschmeißen und das machen was man mag, wie der Song es halt sagt. Dann haben wir noch auf einem Dach abgerockt, das war auf so einem Apartment, in einem eigentlich total komischen Sardinenblock. Wie eine Sardinenbüchse, wo total viele Leute wohnen. Eigentlich nicht so toll, aber da oben zu spielen war richtig geil, da man auch den Blick auf die Stadt hatte.

Markus: Dann wart ihr noch in so einem Musikvideospiel, „Musiic Party Rock The House“ heißt das, wie ist es denn dazu gekommen. Für eine recht unbekannte Band ist das ja schon ungewöhnlich.

Felix: Kennst du die Gamescom?

Markus: Ja, die Spielemesse.

Felix: Genau und da haben wir abends mal gespielt, auf so einer Bühne von einem Hersteller von... irgendwelchen... Sachen. Unser Auftritt hat dann jemandem so gut gefallen, dass er uns danach angesprochen hat, ob wir Lust hätten in einem Wii-Spiel zu sein. Wir haben uns so erstmal nicht viel dabei gedacht, da kann ja jeder Depp kommen und sagen, dass er von einer Spielefirma wäre. Es hat sich raus gestellt, dass er wirklich bei so einer Firma arbeitet und da haben wir selbstverständlich zugesagt.

Markus: Und wie seid ihr überhaupt an diesen Auftritt gekommen?

Felix: Wir hatten unsere EP bei mp3.de online, zum Download, und da waren wir wohl mal auf Platz Eins der meistgeklickten Newcomer oder sowas und da hat sich mp3.de gesagt, dass der meistgewünschte Newcomer diese Chance bekommt und so sind wir dann da dran gekommen.

Markus: Was steht als nächstes an für euch?

Liesa: Neue Songs schreiben nach der Tour und neue CD aufnehmen. Und natürlich die ganze Zeit live unterwegs sein, das hält fit.

Markus: Eine Tour mit welcher Band wäre so euer Traum?

Liesa: Als Support oder Headliner?

Markus: Eigentlich dachte ich an supportend, aber wenn ihr, was weiß ich, Iron Maiden als euren Support bekommt gerne auch das, es geht ja grade nur um einen Traum.

Liesa: Dann natürlich als Headliner!! (lacht) Naja als Support, natürlich Bands, die zu uns passen und auch auf dieser Rockschiene unterwegs sind, so wie wir. Das kommt natürlich auch drauf an, was sich anbietet, denn man sollte natürlich jede Chance nutzen. Natürlich wollen wir auch alle Festivals spielen, Rock am Ring wäre natürlich ein Glücksfall.

Markus: Gibt es andere Dinge, die ihr gerne erreichen würdet?

Felix: Eine Welttournee wäre nicht schlecht und da wäre jeder in der Band sofort dabei. Wir fangen da jetzt von unten erst mal an. Aber ein Traum wäre eine Welttournee natürlich schon.

Markus: Was haltet ihr von illegalen Musikdownloads?

Felix: Hmm, illegal schadet natürlich der Band. Jeder der die CD kauft unterstützt uns natürlich finanziell. Wenn dann jemand sich die Sachen runterlädt dann muss er uns das ja nicht aufs Brot schmieren und wenn er dann ein bis zwei T-Shirts kauft, dann wäre das auch schon okay. Oder natürlich aufs Konzert gehen.

Markus: Dann bedanke ich mich nun für eure Zeit und überlasse euch die letzten Worte.

Felix: Guckt einfach mal auf unsere Internetseite oder das MySpace-Profil und dort könnt ihr dann unsere Termine auschecken, wie man so schön auf Neudeutsch sagt, und das ein oder andere Mal vorbei kommen.