Vor dem dem Graviton Fest im Kölner Underground hatte ich die Möglichkeit ein wenig mit Tomi Seventer (Bass) und Marko Duplisak (Gesang) zu plaudern. Beide sind Mitglieder in der slowenischen Alternative Metal Band LastDayHere.

Markus (MetalViecher.de): Als erstes möchte ich euch herzlich in Deutschland willkommen heißen und euch bitten euch und eure Band kurz vorzustellen.

Tomi Senventer (LastDayHere): Danke für den herzlichem Empfang. Ich bin Tomi, der Bassist von LastDayHere.

Marko Duplisak (LastDayHere): Und ich bin Marko, der Sänger von LastDayHere.

Tomi: Wir sind froh, wieder in Deutschland zu sein. Es ist nicht sogar unser … hmm …

Marko: … zehntes …

Tomi: …, ja zehntes Mal hier in Deutschland und von Mal zu Mal wird es besser.

Marko: Dieses Mal haben wir sogar Betten im Backstage, das ist cool.

Tomi: Ja, dann müssen wir abends nicht wieder fahren. Es ist nämlich eine sehr lange Fahrt nach Deutschland. Aber jedes Mal macht es mehr Spaß und daher lohnt es sich.

Markus: Beschreibt bitte, den Musikstil den ihr macht.

Tomi: Wir haben unseren eigenen Sound, unseren eigenen Stil. Wir sind fünf Jungs und jeder von uns hat einen anderen musikalischen Hintergrund. Ich habe eine klassische Ausbildung. Einige von uns haben sich das selber beigebracht und andere hatten Lehrvideos. Wir hören auch verschiedene Musikrichtungen und mischen alles in unsere Musik mit rein. Man nennt das wohl Post-Grunge, aber ich glaube nicht das das die richtige Bezeichnung ist. Es ist härtere Rockmusik mit Breakdowns und meldischem Gesang. Wir spielen, was uns gefällt, egal wie man das Ergebnis dann am Ende nennt.

Marko: Wir werden oft mit Sevendust und Godsmack verglichen aber auch hier hinkt der Vergleich, da wir mit unserem ersten Album unseren eigenen Sound entwickelt haben.

Tomi: Du solltest dir die CD anhören und selber entscheiden, welche Musikrichtung wir spielen. (lacht)

Markus: Könnt ihr eure Bandgeschichte mal im Zeitraffer darlegen? Also die wichtigsten Ereignisse von der Gründung bis jetzt aufzählen?

Tomi: Sicher. Wir haben uns 2005 gegründet. Gefunden haben wir uns über das Internet und das ist eine lustige Geschichte. Die anderen Jungs kannten sich schon vorher und wohnten nicht fern von einander. Ich lebe aber 100 Kilometer entfernt und eines Tages, und ich werde ihn nie vergessen, spielte ich Bass und langweilte mich und wollte unbedingt eine Band haben. Da habe ich im Internet geguckt, welche Bands einen Bassisten suchten. Ursprünglich wollte ich einer Blaskapelle die Richtung Funk spielt beitreten, also habe ich den Typen angerufen, aber er nahm nicht ab. Zwischenzeitlich habe ich LastDayHere angeschrieben und die haben mir geantwortet.

Marko: (lacht) Es war ein magischer Moment. Wir waren die schnellsten und nun ist er hier.

Tomi: Nachdem wir zusammen gekommen waren tauschten wir unseren Drummer aus. Ich glaube 2007 war das. Dann kam Mohor und dann ging's richtig los.

Marko: Weißt du, bei uns hat jeder den Traum professioneller Musiker zu werden. Wir haben alle das selbe vor Augen und sind Leute vom selben Schlag. Wir teilen den gleichen Traum und das ist das beste für eine Band und ich würde mir nichts anderes wünschen.

Tomi: Mit Mohor haben wir dann „From Pieces Created“ aufgenommen, welches vor kurzen von Graviton Music Services rereleased wurde. Wir sind momentan in der Schlussphase des Songwrtitings für das neue Album. Wir haben bis heute zwei Musikvideos gedreht. Das zweite Musikvideo wird in Kürze veröffentlicht. Das waren wohl die größten Schritte. Aber das wichtigste, in meinen Augen, ist, dass wir mit Graviton einen Partner gefunden haben. Das hat uns sehr geholfen, wie eine richtige Band auf Tour zu gehen.

Marko: Wir haben uns heute erst darüber unterhalten, dass niemand von uns daran geglaubt hat, dass wir in einem Van durch Länder, wie zum Beispiel Deutschland, Österreich oder Belgien, zu touren.

Markus: Was könnt ihr mir über die Metal- und Rockszene in Slowenien erzählen? Hier in Deutschland bekommt man ja wenig bis gar nichts davon mit.

Marko (beugt sich Richtung Aufnahmegerät und lacht): Ich glaube wir sollten hier mal auf Pause drücken...

Tomi: Das ist ein wirklich wichtiger Punkt, den du da ansprichst, denn Slowenien hat quasi gar keine bekannten Bands. Streng genommen wissen die meisten ja nicht mal wo Slowenien ist. Das lustige ist, dass Slowenien eine sehr große und starke Musikszene hat. Auf einem Radiosender haben sie mal von einer Statistik erzählt, deren Fazit war, dass Slowenien am meisten Bands pro Einwohner hat. Wir haben viele gute Bands, insbesondere im Bereich des modernen Metals. Aber außerhalb von Slowenien bekommt das niemand mit.

Markus: Also ist das Internet der beste oder sogar einzige Weg auch international Bekanntheit zu erlangen?

Tomi: Exakt, die Möglichkeiten des Internets sind enorm hilfreich und und unsere Musik zu präsentieren. Wir hatten mal ein Interview für einen amerikanischen Radiosender und der Moderator meinte „wir haben hier für euch LastDayHere und nun sagt mal, wo kommt ihr her?“ und ich sagte „hi, wir sind aus Slowenien“ und er antwortete „oh hier haben wir also wieder eine Band aus Pennsylvania“. Slowenien kennt fast niemand, es ist wie ein weißer Fleck auf der Landkarte. Das ist eine Schande und das Internet hilft uns trotzdem weltweit bekannter zu werden.

Marko: Ja es hat uns sehr, sehr geholfen und tut es immer noch. Wir kümmern uns viel um unsere Internetseite und unser MySpace-Profil.

Markus: Was habt ihr euch bei der Wahl eures Bandnamens gedacht?

Tomi: Unsere Philosophie ist jeden Tag so zu leben, als ob es der letzte wäre, denn niemand weiß was morgen passiert. Das bezieht sich auf unsere Shows oder wenn wir nur mit Leuten abhängen, wir haben immer Spaß, als gäbe es kein morgen, denn möglicherweise gibt es das wirklich nicht. Vielleicht haben wir einen Autounfall oder was auch immer.

Markus: Was hat euch dazu inspiriert mit dem Musik machen anzufangen?

Tomi: Interessante Geschichte. Als ich sieben oder so war ging meine Schwester in die Musikschule  um Violine zu lernen. Und der Musiklehrer gab mir ein Cello und ich habe ein bisschen gespielt und als der Musiklehrer wieder kam fragte er mich, ob ich es mochte und ich sagte „joa, war okay“ und er fragte mich ob ich es spielen wollte und obwohl ich eigentlich nicht so richtig wollte überredete er mich dann. Später habe ich es dann auch wirklich gemocht. Damals gab es noch nicht so viele elektrische Instrumente oder zumindest habe ich kaum welche gesehen. Selber eins zu haben war lange mein Traum, bis ich meinen ersten E-Bass kaufte und das Cello spielen aufgab.

Marko: In meinem Fall war es so, dass ich mit so einer Art Talent auf die Welt kam. In der zweiten Klasse wurde ich Mitglied in einem Chor. Der Chorleiter sagte, dass ich mal ein Sänger werde, aber ich wollte ihm nicht glauben.

Tomi: Ich habe immer die Bassisten im Fernsehen gesehen und wollte genau so gut werden und das war immer mein Ansporn mehr zu üben und mich weiter zu entwickeln.

Markus: Das war es von meiner Seite, wenn ihr noch etwas sagen wollt schießt los.

Marko: Ja, würde ich. Ich möchte jeden einladen unsere Internetseite und unsere MySpace-Seite zu besuchen. Außerdem soll jeder, der sich unsere Musik anhört ein kurzes Feedback als MySpace-Kommentar oder so abgeben, das würde uns sehr freuen.