Anlässlich des Graviton Festes im Kölner Underground hatte ich am 07.09.2010 die Möglichkeit ein bisschen mit Matjaz „Matt“ Gorican zu plaudern. Matt ist Frontmann der slowenischen Band Dweal und spricht aufgrund seines Dolmetscherstudiums hervorragend Deutsch.

Markus (MetalViecher.de): Erstmal herzlich Willkommen in Deutschland. Magst du dich und deine Band einmal vorstellen?

Matjaz „Matt“ Gorican (Dweal): Mein Spitzname ist Matt, mein wahrer Name ist Matjaz, aber das kennt hier keiner. Das ist so eine Art Matthias oder sowas und meine Band ist Dweal. Wir sind eine Rockband aus Slowenien und wir bezeichnen unsere Musik als Drop-Rock, weil wir mit tief gestimmten Gitarren spielen und uns Leute sagten „es ist nicht ganz Rock, es ist nicht ganz Metal, es ist dem Rock ähnlich mit gedroppten Gitarren“ und das hat sich dann durchgesetzt. Wir haben letztes Jahr unser Debutalbum veröffentlicht und sind seit dem viel unterwegs und promoten unsere neue Single „Forgotten“, zu dem es auch ein von uns selbst gedrehtes Video gibt. Deswegen sind wir auch heute hier, um euch das Video vorzustellen.

Markus: Was waren so die wichtigsten Schritte in euer Bandgeschichte vom Anfang bis jetzt?

Matt: Dweal gab es schon früher als eine Garagenband von mir, als ich noch zur Schule gegangen bin. Das ganze hat sich dann irgendwann aufgelöst, aber ich habe immer noch weiter Musik gemacht. Später habe ich dann die Musiker gefunden, mit denen ich heute spiele. Das war vor circa fünf Jahren und wir haben uns auf Anhieb gut verstanden. Der größte Meilenstein bisher ist meiner Meinung nach das Debutalbum „Fate By Coincedence“. Der zweite Meilenstein ist das Video zu „Forgotten“.

Markus: Dann erzähl doch mal etwas über das Album, ich habe es ja nicht vorliegen und konnte mir nur einen kleinen Eindruck bei MySpace machen.

Matt: Wenn man es in der richtigen Reihenfolge hört ist es eine geschlossene Geschichte über eine gescheiterte Liebe. Es geht darum, wie man wieder zu sich selbst findet, nachdem die Liebe gescheitert ist. Es fängt dramatisch an und hört relativ positiv auf.

Markus: Und „Forgotten“ ist, dem Video nach, dann genau der Zeitpunkt der Trennung?

Matt: Ja, genau! Das Lied und das Video haben wir zusammen mit einer slowenischen Sängerin gemacht. Das Lied und das Video passen sehr gut zum Album und ich finde das Lied sehr repräsentativ für die Musik, die wir mit Dweal machen.

Markus: Was ist die Bedeutung eures Bandnamens?

Matt: Ich würde es als eine Neologismus bezeichnen. Es bezeichnet einfach uns als Musiker, so wie „Tisch“ eine Platte mit vier Beinen bezeichnet. Es gibt immer mehrere Möglichkeiten. Man kann sich zum Beispiel „Filter“ nennen. Filter ist für mich übrigens eine sehr gute Band. Wenn man aber nach „Filter“ googelt, dann findet man Zigarettenfilter, Kaffeefilter und das ist nicht gerade praktisch. Dweal sind einfach nur wir.

Markus: Also habt ihr einfach Buchstaben zusammen gewürfelt, bis es gut klang?

Matt: (lacht) So kann man es natürlich auch sagen.

Markus: Ich habe vorhin schon ein Interview mit den Kollegen von LastDayHere gemacht und mich ein wenig über die Metal- und Rockszene in Slowenien unterhalten. Hier in Deutschland hört man davon ja quasi gar nichts.

Matt: Es ist immer dieser Blick nach Westen. Wir wissen, was in Deutschland der den Niederlanden passiert. Ihr wisst auch was in Amerika los ist oder in Großbritannien, aber über den Osten wisst ihr fast nichts. Bei uns ist sehr viel los. Ich will nicht sagen, dass die Rockszene sehr groß ist, aber es gibt sehr viele gute Rockbands bei uns. Was wir momentan versuchen ist in den Westen durchzudringen und auch hier den Leuten zu zeigen, dass es uns gibt und was wir machen. Musik kennt meiner Meinung nach keine Grenzen.

Markus: Wie oft spielt ihr denn im, wie du es sagst, Westen?

Matt: (lacht) das klingt jetzt nach erste und dritte Welt...

Markus: Ne ne, so war das nicht gemeint.

Matt: Ja, ich weiß, war nur ein Scherz. Wir spielen ziemlich oft in Österreich und haben dort auch schon eine ordentliche Fanbase. Wenn man zum ersten Mal da ist, ist noch nicht viel los aber je öfter man da hin kommt umso stärker spricht sich das rum und es kommen immer mehr. Es funktioniert sehr langsam, wenn man nicht die Hilfe von großen Plattenfirmen hat, die viel Geld in Promotion stecken. Ich würde es als langsam aber sicher bezeichnen. Die Verbindung ist so viel stärker als wenn man es nur mal im Radio gehört hat. Heute ist für uns das erste Konzert in Deutschland und ich hoffe, das wir hier noch oft spielen.

Markus: Wie schafft man es mit Familie, Freunden, Job oder in deinem Fall Studium, wenn man viel unterwegs ist?

Matt: Unser Gitarrist hat eine Familie mit zwei Kindern und natürlich muss man Prioritäten setzen und das ist manchmal sehr schwierig, aber auch oft sehr leicht, wenn man sich überlegt was man im Leben wirklich will. Dweal ist das was wir wirklich wollen. Man muss halt immer ein gutes Mittelmaß zwischen Konzerten und Familie finden.

Markus: Wie wichtig ist für euch das Internet?

Matt: Das Internet ist wirklich super. Ich finde, die wenigsten Bands nutzen diese Möglichkeiten wirklich voll aus. Früher musste man tausende Euros oder Dollar für Promotion ausgeben und heute kann man über das Internet schnell und kostenlos tausende Menschen erreichen. Internet ist sehr gut aber manchmal auch nicht so lustig. (lacht)

Markus: Inwiefern nicht so lustig?

Matt: Man hat halt nicht viele andere Möglichkeiten. Man kann keinen Fernsehsender übernehmen und nur noch Dweal promoten. Ich finde aber immer wieder Freude daran Kontakt mit den Fans aufzunehmen. Es ist ja auch immer schön zu hören, dass uns Leute gefunden haben und das was wir machen mögen.

Markus: Also habt ihr keine große Angst vor illegalen Downloads?

Matt: Auf keinen Fall. Weißt du, es ist schwierig Musik zu besitzen. Das Ziel ist ja das was man selber erlebt und durchgemacht hat an die Leute weiter zu geben und dann hoffen, dass sich die Leute damit identifizieren können. Es ist ja nicht das Ziel, dass möglichst wenige in den Genuss der Musik kommen. Aber vielleicht sehe ich das in ein paar Jahren anders. Vielleicht verkaufen wir in fünf Jahren Millionen von CDs und dann zähle ich alle die, die wir nicht verkauft haben, weil sie jemand runter geladen hat. Aber zur Zeit finde ich gut, wenn sie Dweal hören, egal wo sie die Musik her haben. Aber ich ermutige die Leute die CD zu kaufen, denn wir hatten ja auch Kosten die CD zu produzieren.

Markus: Was war für dich der schönste Moment im Bandleben? Ein cooler Moment mit Fans, das Aufnehmen der CD, das Video oder was war für dich das Highlight bisher, wo du dir dachtest „wow, da haben wir was geschafft“?

Matt: Mir fiel wirklich ein Stein vom Herzen, als ich zum ersten Mal die CD in den Händen hielt, aber ich merkte, dass es mir viel wichtiger ist, dass die Musik den Leuten gefällt. Wenn ich auf einem Konzert bin und die Leute mit mir singen dann ist das toll.

Markus: Was habt ihr für die Zukunft vor?

Matt: Momentan arbeiten wir noch sehr an der Promotion für die aktuelle CD und das aktuelle Video. Im Hintergrund entstehen natürlich schon neue Songs und neue Ideen. Unser größtes Ziel ist es, den Leuten die Musik vorzustellen. Zur Zeit hat das Spielen von Konzerten aber höchste Priorität.

Markus: Was hat dich dazu inspiriert ein Musiker zu werden?

Matt: Ach keine Ahnung, man hört ja oft, dass man das macht, weil es die Mädchen super finden, wenn man Gitarre spielt. Aber das war es nicht. Ich mochte Musik schon immer und ich wollte irgendwie immer Musik machen. Es kam halt einfach so. Ich war nie in einer Musikschule, ich habe mir das alles selber beigebracht.

Markus: Das war's dann von meiner Seite. Ich danke dir für das Interview. Wenn du noch etwas los werden willst, weise Worte, Werbung oder ähnliches, dann schieß los.

Matt: Ich möchte den Leuten sagen, dass sie dweal.com regelmäßig besuchen sollen, um auf dem aktuellen Stand zu sein, was wir so tun und wo wir spielen. Und wir freuen uns sehr, wenn wir Feedback zurück bekommen, also sagt uns ruhig eure Meinung zu unserer Musik.