Ich habe für euch Chris Pennie, den mehr oder minder neuen Mann hinter dem Schlagzeug von Coheed in Cambria, in der wahnsinnig heißen Essigfabrik in Köln interviewt.

Markus (MetalViecher.de): Hallo und herzlich Wilkommen in Deutschland! Du bist der neue Drummer von Coheed And Cambria, magst du dich und deine Band einmal kurz vorstellen?

Chris Pennie (Coheed And Cambria): Hi, für die, die es nicht wissen ich bin zwar schon drei Jahre dabei, aber wohl immer noch „der Neue“. Ich heiße Chris Pennie und ich spiele Schlagzeug für Coheed And Cambria.

Markus: Wusstest du, dass die von dir angesprochenen drei Jahre fast der exakte Wert sind? Gestern vor drei Jahren wurde die Botschaft auf MySpace verkündet.

Chris: Ja, so in etwa.

Markus: Ist alles so, wie du es dir vorgestellt hast?

Chris: Es ist sehr interessant, es war ein langer Weg dort hin und auch danach. Ich glaube jeder in der Band hatte, gerade in letzter Zeit, viel zu tun. Aber es ist wirklich großartig, es ist um ehrlich zu sein sogar mehr als ich je erwartet habe und ich meine das auf eine gute Art und Weise. Einfach die Möglichkeit zu haben Schlagzeug zu spielen und mit Leuten auf Tour zu sein, bei denen man sich sehr wohl fühlt. Ich glaube es ist die Basis von allem, wenn man mit Leuten zu tun hat und Sachen macht, die man liebt. Es ist mehr als ich mir je erträumt hätte.

Markus: Was kannst du uns über das neue Album „Year Of The Black Rainbow“ erzählen?

Chris: Ich kann dir sagen, dass wir sehr stolz auf das Album sind. Es ist eine sehr dynamische CD und für mich natürlich ein persönlicher Triumph, da es das erste Album der Band ist, bei dem ich mitgewirkt habe. Der Entstehungsprozess war eine wunderbare Reise mit verschiedenen Ideen und verschiedenen Produzenten, die auch ihre eigenen Ideen mit eingebracht haben. Ich denke wir sind als Band daran gewachsen und haben uns entwickelt.

Markus: Wie aktiv hast du beim Songwriting mitgewirkt?

Chris: Das wunderbare an der CD ist, dass jeder Ideen eingebracht hat und wir dann zusammen ausprobiert haben was passt.

Markus: Was sind deine Lieblingssongs und warum?

Chris: Da gibt es einige. „Pearl Of The Stars“ gehört definitiv dazu, aber auch „Guns Of Summer“ macht mir sehr viel Spass. Und „Where Skeletons Live“ ist wohl mein absoluter Liebling. Die Gründe dazu sind, wie auch die Songs an sich, unterschiedlich. Sowohl in der Instrumentalisierung als auch  im Gesamtarrangement. Alle Songtexte sind sehr persönlich, was mir auch sehr gefällt. „Where Skeletons Live“ war der erste Song, den wir für das Album geschrieben haben und für mich auch der erste Song an dem wir dann mit den Produzenten gearbeitet haben und ich sah wie die Interaktionen zwischen den Leuten ablief. „Guns Of Summer“ macht mir einfach viel Spaß beim Spielen, da es nicht so einfach zu spielen ist und ich mich schon ein wenig damit befassen musste.

Markus: Werdet ihr heute Abend viele neue Lieder spielen?

Chris: Wir werden circa sechs bis sieben neue Stücke spielen.

Markus: Kannst du mir was über  „The Amory Wars“ erzählen, um die sich eure Songtexte drehen?

Chris: Für jeden der die Geschichte kennt ist der Teil vom neuen Album die Einleitung zu der eigentlichen Geschichte. Es ist der Ursprung von Coheed und Cambria die auch in den anderen Alben und im Bandnamen eine tragende Rolle spielen.

Markus: Hat es einen Grund, warum das letzte Album den ersten Teil der Geschichte darstellt? Das erinnert mich doch sehr stark an die Star Wars Triologien.

Chris: Ich glaube das geschah nicht absichtlich. Ich denke Claudio dachte sich „okay jetzt habe ich die Geschichte erzählt und es gibt noch so viele Details, die verarbeitet werden könnten“. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er nicht von Anfang an im Kopf hatte dieses Schema einzuhalten.

Markus: Es gibt ja auch ein Buch zu der Geschichte, kannst du, obwohl du es nicht geschrieben hast, auch dazu Details erzählen?

Chris: Ich kann dir keine Details sagen. Es war bei der Limited Deluxe Edition des Albums dabei, aber viel mehr, gerade in Bezug auf den Plot, weiß ich nicht

Markus: Hast du es komplett gelesen?

Chris: Nein, nein ich habe nicht alles gelesen.

Markus: Ein paar eurer Lieder sind im Videospiel „Rockband“ was hältst du von Spielen dieser Art?

Chris: Ich finde sie gut, es gab Experimente mit Kindern die viel solche Spiele spielten und wenn man sie an richtige Instrumente setzte wurden sie überdurchschnittlich schnell besser. Ich denke, dass jeder der die Begeisterung hat und sich kein Instrument leisten kann oder nicht die Zeit für Unterricht hat, der kann so auch an die motorischen Fähigkeiten kommen, auch wenn er nicht wirklich auf Saiten spielt. Ich finde es ist auf jeden Fall eine tolle Sache.

Markus: Hast du schon mal deine eigenen Lieder gespielt?

Chris: Ja und es ist nicht so einfach, da es sich schon deutlich von einem richtigen, großen Schlagzeug unterscheidet. Aber ich denke ich könnte es schnell lernen, ich bin halt nur nicht daran gewöhnt. Aber ja, ein paar Mal habe ich es gespielt.

Markus: Was für Pläne habt ihr für die Zukunft?

Chris: Wir werden natürlich erst mal diese Tour zu Ende spielen und dann auch auf Festivals spielen, dann wird es wohl erst mal nach Hause und eine Tour in den Staaten geben. In Sachen neuer CD sind wird natürlich noch nicht so weit, aber ich denke trotzdem wurden da schon ein paar Gedanken gemacht, wo man nun mit der Story hin möchte oder ob man einfach mal etwas komplett neues macht. Aber ich denke das wird noch eine Weile dauern, wirklich konkret kann ich dir natürlich da nichts sagen.

Markus: Was war der für dich coolste Moment auf Tour? Also etwas, was du mit der Band oder den Fans erlebt hast, oder aber auch eigene Idole, die du getroffen hast.

Chris: Ich erinnere mich, an die Heaven And Hell Tour, ich glaube es war der zweite oder dritte Tag und wir waren bereit loszulegen, als sich die Tür öffnete und Dio den Raum betrat und sich dann auch die Show anguckte. Das war wohl einer der coolsten Momente, obwohl es wirklich viele tolle Momente gab.

Markus: Was denkst du über Musikdownloads? Alles okay,  solange man kauft was man mag, oder generell böse?

Chris: Ich bin da so 50-50 oder naja vielleicht 60-40. Es ist halt so, dass die Kids nur nehmen und nehmen. Es ist diese Einstellung, die ich auch in der Generation vor mir beobachte. Ich bin nun 33. Die Leute erwarten sehr viel „gib mir dies, gib mir das“, aber sie sind nicht bereit auch mal etwas zu geben, sie wollen nur nehmen. Und jetzt mit dem Internet ist das ganze natürlich noch einfacher, da es dort keine technischen Maßnahmen gibt um das zu verhindern. Es gibt zwar Bestrebungen etwas dagegen zu tun, aber da kommt natürlich nun niemand mehr gegen an. Und ich denke harte Strafen sind dort der richtige Weg um anzusetzen um das Problem in den Griff zu kriegen. Ich finde es wichtig, dass die Kinder auch für Sachen die sie haben möchten arbeiten müssen und sie nicht einfach alles kostenlos bekommen können. Meine Generation und die vor mir weiß halt noch, dass man für solche Sachen auch arbeiten muss. Die Band zeigt das sehr deutlich: Wir touren acht bis neun Monate im Jahr. Klar es macht auch viel Spaß aber wir wollen natürlich auch besser werden und dafür müssen wir halt auch arbeiten. Es gibt da für mich keine klare Antwort, aber die Tendenz ist klar, dass es nicht gut ist.

Markus: Was hat dich dazu gebracht Musiker zu werden?

Chris: Meine Eltern mochten Musik schon sehr gerne. Mein Vater zum Beispiel hat sehr viel progressiven Rock und Jazz gehört. Als ich so um die fünf Jahre alt war hat mir mein Vater Iron Maiden „In Japan“ gekauft und kurz darauf hatte ich „Piece Of Mind“ und „Number Of The Beast“ und so wurde mein Interesse geweckt. Ich habe von klein auf viel Musik gehört und dann kam „And Justice For All“ von Metallica und von dem Moment an wollte ich Schlagzeug spielen. Ich denke es war einfach nur geweckte Leidenschaft.

Markus: Dann bedanke ich mich für das Interview, wünsche euch alles Gute und eine erfolgreiche Show und überlasse dir die letzten Worte für weise Worte, Werbung oder sonstiges.

Chris: Werbung (lacht) … ich weiß nicht … es ist cool hier zu sein und ich freue mich auf die Show heute Abend, obwohl es irrsinnig heiß ist. Danke.