Kurz vor ihrem Konzert in der Essigfabrik in Köln hatte ich die Möglichkeit ein paar Worte mit Brandon Saller, dem Schlagzeuger und Sänger der Band, zu wechseln.

Markus (MetalViecher.de): Willkommen in Deutschland, ich bin Markus von MetalViecher.

Brandon Saller (Atreyu): Danke schön!

Markus: Würdest du dich und deine Band kurz vorstellen?

Brandon: Ich bin Brandon, Drummer und Sänger von Atreyu.

Markus: Was ist Atreyu für eine Band? Was haben sich Leute vorzustellen, die euch noch nie gehört haben?

Brandon: Rock 'n' Roll Band. Hard Rock. Heavy Rock.

Markus: Also ein Mix aus allem möglichen.

Brandon: Ja.

Markus: Was möchtest du unseren Lesern und euren Fans über euer neues Album „Congregation Of The Damned“ erzählen?

Brandon: Es ist gut und ihr solltet es alle kaufen.

Markus: Was erwartet uns auf der neuen Platte?

Brandon: Wenn man unsere Band kennt wird man merken, dass es ein guter Querschnitt über alles ist, was wir bisher gemacht haben. Es ist ein guter Mix von allen Atreyu-Facetten.

Markus: Also im Klartext härtere aber auch ruhigere Nummern?

Brandon: Absolut.

Markus: Wie waren die Reaktionen der Presse und der Fans?

Brandon: Sehr gut bisher, da ja für jeden Atreyu Fan einige Songs dabei sind, egal ob man mehr das Neuere oder das Ältere von uns mag, aber auch wenn man niemals etwas von uns gehört hat.

Markus: Also seid ihr sehr zufrieden mit den Reaktionen?

Brandon: Ja.

Markus: Wie sehr beeinflusst euch das, was andere denken? Würde es etwas ändern, wenn die überwiegende Mehrheit eure CD für Schrott hält?

Brandon: Natürlich wollen wir, dass unsere Musik den Fans gefällt und wir als Band wissen, was unsere Fans wollen und mögen. Jedes Mal wenn wir eine CD aufnehmen versuchen wir einfach nur wir zu sein und wir haben nie Außenstehende zu viel Einfluss nehmen lassen.

Markus: Wir haben gerade schon über die verschiedenen Atreyu Stile geredet. Wie habt ihr euch deiner Meinung nach verändert vom Beginn der Band bis zu dem Punkt an dem ihr heute steht?

Brandon: Ich denke das ist natürlich, wir haben die Band gegründet, da waren wir vielleicht 17 Jahre alt und nun sind wir knapp unter 30. Wir haben in der Zeit viel gelernt und sind bessere Songwriter und bessere Musiker geworden. Wir haben sowohl in der Musik als auch im Leben viele neue Sachen kennen gelernt.

Markus: Welche Songs der neuen CD gefallen dir persönlich am besten und warum?

Brandon: „Gallows“ mag ich sehr, da er gut den Mix aus alledem verkörpert, den wir bisher gemacht haben. Es gibt einen Song, der heißt „Ravenous“, es ist einer der schnellsten Metalsongs, die wir je geschrieben haben. Ich finde auch „Coffin Nails“ klingt ziemlich cool. Er hat einen schönen Mix aus melodischen und härteren Elementen. Ich mag eigentlich jeden Song auf der CD.

Markus: Welche Songs funktionieren live mit den Fans am besten?

Brandon: Von der neuen CD?

Markus: Ja.

Brandon: „Gallows“ ist einer dieser Songs. Es gibt einen Song namens „Lonely“, den wir sehr oft spielen. Aber ich glaube „Gallows“ ist der von den Fans favorisierte.

Markus: Wie können wir uns den Songwritingprozess vorstellen? Schmeißt ihr einfach Ideen zusammen und pickt euch die Besten raus, oder gibt es für bestimmte Aufgaben einzelne Verantwortliche?

Brandon: Meistens hat einer von uns ein Riff oder einen kompletten Song und wir alle hören uns das an und gucken was man damit machen kann und wo vielleicht noch gefeilt werden muss. Jeder bringt dann dazu seine eigenen Ideen ein. Es ist ein Schritt für Schritt fortschreitender Prozess.

Markus: Du hast gerade über „Lonely“ geredet, dazu gibt es ja auch ein Musikvideo. Kannst du uns dazu etwas erzählen? Zum Beispiel wo exakt in Asien das spielt.

Brandon: Wir haben dieses Lied ausgewählt, da es ein Titel ist, den wir alle sehr gerne mögen. Wir waren auf Tour in Japan und ein guter Freund von uns, der auch in unseren alten Videos die Regie geführt hat, hat mit uns das Video aufgenommen. Es ist faszinierend, wie diese Stop-Motion- und die Zeitrafferaufnahmen aussehen und wirken. Wir waren auch in einer ganz anderen Gegend, einer ganz anderen Szenerie und haben ein beeindruckendes Video gemacht. Wir haben nie ein Video in Japan gedreht also wollten wir das lieber als ein reguläres Musikvideo. So haben wir uns entschieden ein bisschen aus dem Tourleben in Japan zu zeigen.

Markus: Wie hat dir das touren in Japan gefallen? Ich denke es ist schon anders als eine Tour in Amerika oder Europa.

Brandon: Jedes Land ist vollkommen anders. Japan ist ein erstaunliches Land und ein schöner Platz zum leben. Wir haben uns für das Video dort auch entschieden, weil es so viel Interessantes zu bestaunen gibt. Wir wollen auch einmal ein Video in Europa machen, dort gibt es so viele natürliche Schauplätze. Es gibt so viele schöne alte Gebäude und Burgen, Sachen die es so in Amerika nicht gibt.

Markus: Wir kann ich mir einen Tag einer Atreyu-Tour vorstellen? Geselliges Kartenspielen im Tourbus oder Groupies und Party die ganze Nacht?

Brandon (lacht): Wir hängen nur ab. Duschen, Soundcheck und abhängen bis die Show beginnt. Später vielleicht ein paar Bier trinken aber das war es dann. Wir haben viel Spaß aber sind nicht sonderlich wild.

Markus: Ihr habt eure Musik in Videospielen, wie zum Beispiel „Burnout 3“. Magst du Videospiele?

Brandon: Es ist sicherlich cool in so einem Spiel zu sein, aber ich bin kein großer Spieler, aber Andere aus der Band spielen viele Videospiele. Es ist cool, da es ein vollkommen anderer Weg ist, Menschen dazu zu bringen unsere Musik zu hören. So finden Leute unsere Band, nur weil sie das Spiel spielen. Wir haben vor Jahren ja selber „Tony Hawk's Pro Skater“ gespielt und uns die Soundtracks darin angehört und daraufhin die CDs gekauft.

Markus: Ihr habt als Werbung für die neue CD selbst ein Videospiel veröffentlicht. Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Brandon: Für das Album davor gab es ein Spiel, wo jeder von uns ein Level hatte. Wir wollten es diesmal ein wenig anders angehen und es ein wenig mehr Old School machen, wie Spiele von Nintendo, aber auch moderner, wie zum Beispiel „Call Of Duty“. Es geht darum durch Level zu laufen und Zombies zu erschießen, ohne das es dafür einen vernünftigen Grund gibt.

Markus: Das Spiel erschien mir beim Anspielen auch nicht gerade schwer.

Brandon: Ja, es ist halt nur zum Spaß und um ein paar Zombies zu erschießen. Mehr als eine halbe Stunde würde man denke ich nicht brauchen.

Markus: Wenn du dir rückblickend anschaust, was ihr so getan habt, gibt es dann eingeschlagene Wege, beziehungsweise getroffene Entscheidungen, die im Nachhinein nicht optimal waren und die du gerne ungeschehen machen würdest?

Brandon: Ich denke es gibt immer Sachen die man macht, gerade wenn man CDs aufnimmt, die einem später nicht mehr ganz so gut gefallen wie früher. Ich glaube aber, dass wir das nicht so kritisch sehen. Ich liebe jedes Album, das wir aufgenommen haben und alle erzählen die Geschichte unserer Band. Klar gibt es Lieder, die man deutlich weniger oft live spielt als andere, aber das ist normal.

Markus: Was sind eure Pläne für die Zukunft?

Brandon: Wir werden wieder viel auf Tour gehen.

Markus: Ich kann mir vorstellen, dass euch auf einer Tour viele verrückte Dinge passieren, kannst du uns mal dein persönliches Highlight nennen? Eine Erinnerung an einen Moment, der dir immer im Kopf bleiben wird.

Brandon: Auf jeder Tour passiert etwas vollkommen Merkwürdiges. Wir haben vor zwei Tagen auf dem Download Festival gespielt, es war auf der Mainstage und die größte Show, die wir je gespielt haben. So etwas bleibt einem natürlich immer als positive Erinnerung im Gedächtnis.

Markus: Was ist deine private Meinung über Raubkopien? Ist etwas downloaden in Ordnung, solange man kauft was man mag oder verurteilst du das generell?

Brandon: Ein Teil von mir denkt, dass man, wenn man eine Band mag, auch deren Album kaufen soll. Die Plattenfirmen gucken natürlich nur auf die Verkaufszahlen. Man sollte von guten Bands die Platten kaufen, damit die Plattenfirma glücklich ist und die Band weiterhin bestmöglich unterstützt. Wenn du aber das Album nur runterlädst und zu den Shows gehst und Merch kaufst ist das auch okay. Du solltest die Bands unterstützen, egal auf welchem Weg. Wenn du dir das Album nicht kaufen willst, dann geh halt zu einer Show oder kauf dir ein T-Shirt. Ich persönlich kaufe aber gerne Platten. Ich lade mir von einer Band auch schon mal ein oder zwei Lieder runter, aber wenn mir die Musik gefällt, dann kaufe ich mir auch deren CD.

Markus: Was hat dich dazu gebracht Musiker zu werden?

Brandon: Ich habe mich immer dazu hingezogen gefühlt. Mein Vater war in Bands. Ich hörte viel Musik und wollte einfach spielen. Es ist einfach ein schönes Gefühl, wenn Leute dich live beobachten und auch mögen was du tust. Allgemein wenn man etwas tut, was andere mögen ist das ein gutes Gefühl. Jeder möchte Mitglied einer Rockband sein (lacht).

Markus: Wie kam es dazu, dass du Schlagzeug spielst und singst, das ist eine ungewöhnliche Kombination?

Brandon: Es kam einfach durch Zufall, ich habe gesungen und habe das ganz gut getan und da dachte ich dann daran das einfach zu verbinden. Es kam wirklich aus dem Nichts und da ich es nun mal konnte gab es keinen Grund es nicht zu tun.

Markus: Welche Bands und Musiker haben dich am meisten beeinflusst?

Brandon: Bands, die ich konstant mein ganzes Leben höre wären zum Beispiel die Misfits oder In Flames.

Markus: Und was hast du momentan gerade so in deinem CD Spieler?

Brandon: „Clayman“ von In Flames und die neue HIM. Die Scorpions hören wir auch häufig im Bus.

Markus: Magst du eher kleine Clubshows oder große Festivals?

Brandon: Beides hat seine Reize, der heiße, verschwitzte Club und die riesigen Massen bei einem Festival. Aber ich persönlich mag es lieber groß, ich spiele gerne in Arenen.

Markus: Das war es von meiner Seite, ich danke dir sehr für das Interview, wünsche euch alles Gute und überlasse dir hiermit das letzte Wort.

Brandon: Wir kommen gerne nach Deutschland und danken unseren Fans.