Die Senkrechtstarter Five Finger Death Punch sind momentan unterwegs um Ihr neues Album zu promoten.  Ich hatte die Gelegenheit einige Worte mit Jeremy Spencer, dem Drummer der Band zu wechseln.



Marcus: Hallo Jeremy, ich bin Marcus von MetalViecher.de und würde gerne mit Dir über die Band reden.
Ihr wart hier in Deutschland längere Zeit eher ein Insidertip. Doch seit einiger Zeit hört man Euren Namen immer öfter.  Euer neues Album, "War is the Answer" ist gerade draußen und Ihr seid schon so gut wie wieder auf Tour. Wie hat eigentlich alles angefangen? Magst Du uns etwas darüber erzählen wo die Band ihren Ursprung hat?

Jeremy:  2005 habe ich einige von Zoltans Aufnahmen gehört und gedacht "Hey ist ziemlich cool". Also haben wir uns zusammengesetzt und ein wenig an den Songs rumgeschraubt. Wir haben mit den Aufnahmen für unser erstes Album "The Way of the fist" angefangen, lange bevor die Band überhaupt komplett war. Als das Album fertig war, hat es solchen Aufruhr in der Underground-Szene gemacht, dass Labels bei unseren Konzerten auftauchten. Von da an ging alles ganz schnell denn unsere Live-Shows gehen ziemlich ab.  Unsere Fans hatten 5FDP Tattoos, kannten die Songs auswendig und haben die Locations förmlich auseinander genommen . Die Labels haben gesehen dass diese total unbekannte Band, die nicht mal einen Plattenvertrag hatte eine Armee total abgedrehter Die-Hard Fans hatte.  Wir bekamen ein ziemlich gutes Angebot von unserem Label "The Firm". Die haben uns versprochen unser Album ohne Änderungen zu veröffentlichen, genauso wie wir es aufgenommen hatten. Es ist absolut verrückt, dass dieses selbst aufgenommene, selbst produzierte Album letztendlich weit über 400.000 Kopien verkauft hat.

M: Wie seid Ihr dazu gekommen Musik zu machen? Gab es in Euren Familien einen speziellen musikalischen Hintergrund, oder gab es andere Gründe?

Jeremy: Bei mir lag die Musik in der Familie. Mein Vater war ein Country-Songwriter und meine Mutter war Professorin für Musik an einer lokalen Universität.


M: Gibt es einen kreativen Kopf in der Band oder ist der Schaffensprozess eher Teamarbeit bei Euch?

Jeremy: Oh.. viele Ideen kommen von Zoltan, aber auch der Rest der Band gibt schon mal seinen Senf dazu.

M: Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst?

Jeremy:  Als Schlagzeuger fällt es mir schwer da einen speziellen Namen zu nennen.  Ich kann höchstens einige Namen fallen lassen:  Buddy Rich, Dave Lombardo, Dave Weckl, Deen Castronovo….   Der Rest der Band... hm Wir sind alle etwas verschieden.  Zoltan hört sich gerne das europäische Zeug an – er ist ,mit Accept, Iron Maiden und Der deutschen Trash-Szene von  Kreator bis  Destruction aufgewachsen. Heute hört er sich viel von In Flames, Scar Symmetry und ähnlichen Bands an.  Ivan mag eher das Punkige wie die Misfits, Suicidal Tendencies, aber er steht auch auf  Soundgarden oder die alten Metallica.  Matt ist mehr der Meshugga und Opeth fan. Ich hör mir eigentlich alles dazwischen an… und eine Menge alten Bay Area Thrash…  5FDP ist also eine ziemlich gute Mischung unserer musikalischen Vorlieben und Einflüsse.

M:Welches Album war das erste, dass Du dir gekauft hast?

Jeremy:  Mein erstes Album war das KISS Solo Album von Gene Simmons


M: Wo siehst Du 5FDP in fünf Jahren?


Jeremy:  Ich hoffe, dass wir dann immer noch verdammt viel Spass dabei haben unsere Musik zu machen und natürlich dass wir dann immer noch ein Publikum haben, welches sich unsere Songs anhört.  Wir haben echt Glück, dass wir es trotz sich so schnell wandelnden Szene geschafft haben, so viele Leute zu verbinden. Unsere Fans sind wie eine Familie und sie unterstützen uns sehr.  Ich denke , die bleiben uns treu.

M: Was macht Ihr wenn  ihr nicht gerade mit 5FDP auf Tour seid?

Jeremy:  Es gibt eigentlich immer was zu tun was mit der Band zu tun hat. Wie dieses Interview zum Beispiel. Es ist aber auch wichtig einfach mal zu Entspannen und Freunde zu treffen.

M:Welches Land gefällt Dir am besten? Wenn  Du wählen könntest.. wo würdest Du am liebsten Touren?

Jeremy:  Schwere Frage!  Jedes Land hat seine eigenen Vorzüge. Zwei unserer Lieblingsstädte sind München und Osaka. Aber dann ist da noch Australien oder Großbritannien wo unsere fans die Läden auseinander nehmen wo wir spielen. Zuhause in den USA haben wir auch eine sehr starke Fanbase, Leute die zu jedem Konzert kommen. So ist auch auf grpßen Konzerten die Stimmung absolut wahnsinnig.

M: Was denkst Du über kostenlosen Musikdownloads? Ist das eher Diebstahl oder glaubst du eher dass es eine moderne Art von Werbung ist?

Jeremy: Beides.  Es gibt Bands eine große Platform um Ihre Musik bekannter zu machen. Allerdings verpasst es der Musikindustrie damit auch schwerwiegende Probleme. Etwas ohne Erlaubnis zu nehmen ist stehlen. Es macht den Bands das Leben ziemlich schwer und viel Fortschritt geht verloren, denn die Lables unterstützen Bands die sich gerade noch entwickeln nur noch sehr ungerne. Das Risiko, dass sich die Investition nicht lohnt ist einfach zu groß.  Hier muss ich nochmal unsere Fans erwähnen. Denen ist es extrem wichtig die Alben zu kaufen, sonnst wären wir gar nicht so erfolgreich.  Echte Fans unterstützen die Band die sie mögen. Die Leute wissen genau was sie tun, wenn sie ihre Lieblingsalben  downloaden statt sie zu kaufen. Sie wissen genau, dass sie damit das Schicksal der Band besiegeln. Wenn eine Band nicht überleben kann, nicht touren kann, dann verschwindet sie einfach.

M: Was hälst Du von der öfter mal aufflammenden Diskussion, das Musik mit gewalthaltigen Texten, insbesondere Metal,mit Schuld an diversen Amokläufen sein soll?

Jeremy:  Ich weiss nicht so recht.. Ich habe noch nie davon gehört dass irgendeine Band auch nur ansatzweise Amokläufe oder ähnliches unterstützt. Aber die Öffentlichkeit versucht immer wieder den Metal zu verteufeln und versucht die Verantwortung für ihr eigenes Scheitern als Eltern  auf die Musik zu schieben, die ihre KInder hören. Es ist ein trauriger Teil des menschlichen Charakters, auf jemanden zu zeigen und die Verantwortung abzugeben. Die Wahrheit ist aber eher folgende: Musik tötet keine Menschen. Waffen töten keine Menschen. Dumme Menschen töten Menschen.
Wenn Metal Menschen in wahnsinnige Massenmörder verwandeln würde... Es gibt genug Metalfans da draußen.. Ich denke unsere Spezies wäre lange ausgestorben.
Amokläufe und Gewaltreaktionen sind einzelne Vorfälle im Promillebereich.  Es fängt  immer mit irgendeinem häuslichen Problem an. Irgendwas im Elternhaus oder in der Schule - und das hat nichts mit Metal zu tun.  Wo zum Henker bekommen die Kids denn eigentlich die Waffen her? Da müsste man sich auch mal Gedanken drüber machen … Alles in allem denke ich, das Metal ein guter Weg ist überschüssigen Druck abzulassen.

Was unsere Texte betrifft, denke ich dass man das Recht haben sollte das zu sagen was man fühlt. Aber man sollte verantwortungsbewusst sein und dafür Verantwortung übernehmen was man sagt.

M: Eure Alben platzieren sich eher irgendwo zwischen absolut Radiotauglich und dem typischen "Auf die Fresse"-NU Metal Sound. Was ist der Grund für diese ungewöhnliche Mischung?

Jeremy: Wir schreiben das, was wir gerade fühlen. Wir mögen es, Leute auf eine musikalische reise zu nehmen und wenn wir nicht das selbe Songschema auf jedem Album haben. Genres sind uns ziemlich egal... Was gut klingt, klingt gut. Uns ist es egal wie es genannt wird, für uns ist es einfach Metal ich kann mir unter der Definition New Metal nichts vorstellen. Unsere Arrangements sind sehr melodiös mit einer sehr europäischen Struktur, viele Gitarrensoli und Harmonien. Das einzige was wir anders machen ist, dass wir auf B runter stimmen um diesen dunklen stimmungsvollen Sound hinzubekommen der mit Bands wie Slipknot und Korn berühmt wurde. …  Uns geht es nur um die Songs und eine gute Mischung aus Aggression die Dir die Haut vom Gesicht pellt und epischen Melodien.  So sind wir halt.  Und es ist schon passiert, das einige dieser Songs durch die Zensur des amerikanischen Rock Radios geschlüpft sind... kaum fingen Sie an uns zu spielen, standen da die Telefone nichtmehr still, denn wir sind doch noch viel härter als dass, was  normaler weise gespielt wird.
Nachdem einige unserer Songs in die Top10 gekommen waren, haben wir das Radioformat zu einem gewissen Grad beeinflusst, denn die haben sich dann eher getraut mal härtere Bands zu spielen. Wir haben also einem breiten Spektrum an möglichkeiten den Weg geebnet.
Auch wenn vermutlich Bands wie Behemoth und Meshuggah eher nicht im Radio laufen werden, ist es für Metal ein Schritt vorwärts.

M:  Danke für das Interview! Möchtest Du zum Abschluss noch etwas loswerden?

Jeremy:  Danke für eure Unterstützung! Wir hoffen Euch 2010 auf unserer Tour zu sehen!

Wir verwenden Cookies (z.B. Sessioncookies), um dem Besucher das beste Nutzererlebnis zu bieten. Diese Cookies sind eine rein technische Notwendigkeit und werden nicht für das Nutzertracking genutzt. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben oder in irgendeiner Form auf den Servern von MetalViecher.de gespeichert. Sie geben Einwilligung zu unseren Cookies, wenn Sie unsere Webseite weiterhin nutzen.