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Gestern habe ich erfahren, dass der bekannte Szenefotograf Jörg Litges aus Essen am Dienstag für viele überraschend verstorben ist. Ich persönlich habe Jörg kennengelernt, als ich mit der Konzertfotografie anfing und zum ersten Mal offiziell auf dem Rock Hard Festival unterwegs war. Das war 2006. Zusammen sind wir zu unzähligen Konzerten und Festivals gefahren, haben komische oder ärgerliche Geschichten ausgetauscht, über nervige Bands gelästert und auch so manches Bier geteilt. Jörg war für mich so etwas wie ein tieferer Einstieg in die Metal-Szene und ich lehne mich vermutlich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass Jörg mehr über die Metal-Szene vergessen hat, als wir alle selber wussten.
Obwohl er nie so ganz fit war, konnte er es nicht lassen und war mehrmals in der Woche auf Konzerten in der Region um diese für die Nachwelt zu dokumentieren. Jörg zog nach Querelen beim „Home of Rock“ mit diversen Kollegen das Magazin „Hooked on Music“ hoch und war mit seinem Fotoblog „Laut und in Farbe“ eine feste Instanz der Szene im Ruhrgebiet. Im Laufe der Jahre hat Jörg ein beachtliches Fotoarchiv mit Dokumenten der Metal-Geschichte angesammelt. Wer ihn nicht persönlich kannte, hat ihn zumindest des Öfteren auf Konzerten gesehen.
Auch wenn wir nicht immer einer Meinung waren, wird uns Jörg auf den diversen Konzerten, auf denen er praktisch zum Inventar gehört hat, deutlich fehlen und eine große Lücke hinterlassen. Mit Jörg hat das Ruhrgebiet ein Urgestein verloren, das mit seiner oft kauzigen, aber herzlichen Art bei vielen beliebt war.
Mach es gut Jörg! Du bist zwar nicht mehr hier, aber auch nie ganz weg.